Die deutsche Fußballwelt ist es seit Langem gewohnt: An den letzten beiden Spieltagen der Bundesliga und 2. Bundesliga finden alle Partien zeitgleich statt. Doch diese Tradition hat sich gewandelt – zumindest teilweise. Bereits seit der vergangenen Saison werden lediglich die Begegnungen des 34. und somit letzten Spieltages parallel ausgetragen. Dies bedeutet, dass die Spannung am 33. Spieltag, der oft entscheidend für Meisterkampf, europäische Plätze oder den Abstieg ist, nun gestaffelt über Freitag, Samstag und Sonntag verteilt wird. Eine Änderung, die weitreichende Diskussionen ausgelöst hat und sowohl Fans als auch Vereine beschäftigt. Wie passen sich die Mannschaften an diese neuen Rahmenbedingungen an, und welche Rolle spielen die Medienrechte bei dieser Entscheidung? Der fußball bundesliga spielplan spiegelt diese Entwicklung wider und erfordert von den Anhängern eine genauere Planung ihrer Wochenenden.
Die historische Bedeutung der Gleichzeitigkeit
Historisch gesehen war die gleichzeitige Austragung aller Partien an den letzten beiden Spieltagen eine feste Größe im deutschen Profifußball. Diese Regelung diente primär der sportlichen Integrität. Sie sollte verhindern, dass Mannschaften durch das Wissen um bereits erzielte Ergebnisse anderer Partien im Meister- oder Abstiegskampf beziehungsweise in Duellen um die internationalen Wettbewerbe möglicherweise manipulierbare Anreize erhalten oder bewusst das Tempo herausnehmen. Der Gedanke dahinter war, dass alle Teams unter den gleichen Voraussetzungen und ohne Kenntnis der Zwischenstände ihrer direkten Konkurrenten agieren sollten. Dies garantierte ein Höchstmaß an Spannung und Fairness bis zur letzten Sekunde der Saison.
Die DFL-Entscheidung und wirtschaftliche Motive
Die Abkehr von diesem Prinzip am 33. Spieltag wurde von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bereits im März 2020 kommuniziert. Im Rahmen der Ausschreibung der Medienrechte für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 teilte die DFL mit: “In beiden Ligen wird der 33. Spieltag künftig als Regelspieltag mit gestaffelten Anstoßzeiten ausgetragen.” Die Beweggründe sind dabei klar wirtschaftlicher Natur: Mehr Spiele zu unterschiedlichen Terminen bedeuten eine erhebliche Steigerung der Einnahmen durch die TV-Vermarktung.
Dieses Vorgehen ist in vielen anderen europäischen Top-Ligen bereits seit Längerem Standard. Dort ist es üblich, auch die vorletzten Spieltage über das Wochenende zu strecken, um die Sendezeiten optimal auszunutzen und somit höhere Erlöse zu generieren. Die DFL folgt mit dieser Anpassung einem internationalen Trend, der darauf abzielt, das Produkt “Bundesliga” noch attraktiver für Medienpartner zu machen und die finanziellen Mittel für die Vereine zu maximieren.
Auswirkungen auf den Meister- und Abstiegskampf
Die Neugestaltung des 33. Spieltages hat unmittelbare Auswirkungen auf die Psychologie und Taktik im Saisonendspurt. Insbesondere im Meisterkampf kann dies für die beteiligten Teams eine neue Dimension der Nervenschlacht bedeuten. Wie bereits in der Vergangenheit zu beobachten war, muss ein Verfolger wie Borussia Dortmund, der einen Tag nach dem Spitzenreiter FC Bayern antritt, immer “nachlegen”. Das Wissen um das Ergebnis des direkten Konkurrenten kann mental belasten oder aber auch beflügeln. Für die Bayern-Stars und ihre Anhänger könnte es bedeuten, dass sie bereits mit einem Vorsprung oder Rückstand in ihre Partie gehen, was die Spannung immens erhöht. Der Druck ist spürbar, und jeder weiß: Bei den sonntagsspiele bundesliga kann sich das Tabellenbild noch einmal drastisch verschieben.
Auch im Abstiegskampf ergeben sich dadurch neue Dynamiken. Teams wie der FC Schalke oder der VfB Stuttgart, die am Samstagnachmittag auflaufen, könnten bereits vor ihren Partien Gewissheit über die Ergebnisse ihrer direkten Konkurrenten haben, die möglicherweise am Sonntag spielen. Dies kann je nach Ausgangslage zu einer Drucksituation führen, in der ein Sieg zwingend ist, oder aber auch eine gewisse Erleichterung schaffen. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass besonders Mannschaften wie schalke augsburg oder der eintracht braunschweig heute im Kampf um den Klassenerhalt oder Aufstieg von diesen gestaffelten Anstoßzeiten stark betroffen sind. In der 2. Bundesliga, wo der Auf- und Abstiegskampf oft noch enger ist, wirken sich diese gestaffelten Anstoßzeiten ebenfalls maßgeblich aus. Arminia Bielefeld, Jahn Regensburg und der SV Sandhausen müssen am Samstagmittag alles geben, während der 1. FC Nürnberg am Sonntag die Möglichkeit hat, auf die Ergebnisse der Konkurrenz zu reagieren. Für Fans des SC Freiburg, die die Leistungen ihrer sc freiburg spieler genau verfolgen, bedeutet dies, dass sich der Blick auf die gesamte Liga bis zum letzten Spieltag lohnt.
Fazit: Eine neue Ära im Bundesliga-Endspurt
Die DFL-Entscheidung, den 33. Spieltag in Bundesliga und 2. Bundesliga als Regelspieltag mit gestaffelten Anstoßzeiten auszutragen, markiert eine neue Ära im deutschen Profifußball. Während der 34. Spieltag seine traditionelle Gleichzeitigkeit behält, steht der vorletzte Spieltag nun ganz im Zeichen der TV-Vermarktung und der Maximierung von Einnahmen. Für die Fans bedeutet dies eine Umstellung der Sehgewohnheiten und eine neue Art, den Saisonendspurt zu erleben. Die sportliche Integrität bleibt durch die Beibehaltung der Parallelspiele am letzten Spieltag gewahrt, doch die psychologischen Aspekte im Meister- und Abstiegskampf werden durch die gestaffelten Anstoßzeiten des 33. Spieltages neu definiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung langfristig auf die Attraktivität und Spannung der Liga auswirken wird, aber eines ist sicher: Langweilig wird es im deutschen Oberhaus so schnell nicht werden.
