Der Kapitän von RB Leipzig, David Raum, fand sich nach der jüngsten Niederlage seines Teams gegen den FC Bayern München bedauerlicherweise in einer ähnlichen Situation wieder wie zu Beginn der Saison. Bereits im August, als die Bayern Leipzig in der Allianz Arena zum Saisonauftakt regelrecht deklassierten, bemerkte Raum, sein Team habe “einen Schlag ins Gesicht bekommen”. Die jüngste Heimpleite in der Red Bull Arena offenbarte erneut schmerzlich, dass die Sachsen gegen den deutschen Rekordmeister noch immer an ihre Grenzen stoßen. Der EM 2021 Spielplan zeigte damals schon die enorme Leistungsdichte im deutschen Fußball, aber die Bundesliga ist eine andere Liga.
Ein vielversprechender Start: Leipzig dominiert die erste Halbzeit
Als die Rückrunde der Bundesliga-Saison 2025/26 in der Red Bull Arena am Samstagabend angepfiffen wurde, schienen die Vorzeichen zunächst ganz anders zu stehen. RB Leipzig präsentierte sich in der ersten Halbzeit überlegen, dominierte das Spielgeschehen und erspielte sich eine verdiente 1:0-Führung, die sie mit in die Kabine nahmen. Es war eine Leistung, die Hoffnung weckte und das Potenzial des Teams aufblitzen ließ, auch gegen Top-Gegner wie den FC Bayern bestehen zu können. Die taktische Marschroute von Trainer Ole Werner schien aufzugehen, und die Fans feuerten ihr Team enthusiastisch an, in der Erwartung, dass Leipzig diesmal das Ruder in der Hand behalten würde.
Coach Ole Werner hob nach dem Spiel im Gespräch mit der ARD die positiven Aspekte hervor: „Wir haben in der ersten Halbzeit eine nahezu perfekte Leistung gezeigt. Das Einzige, was fehlte, war die Effektivität vor dem Tor. Wir hätten zur Pause höher führen müssen. Bis zur 80. Minute hatten wir die Chance, etwas Zählbares mitzunehmen oder sogar zu gewinnen. Wenn man gegen Bayern solche Chancen kreiert, muss man einfach deutlicher in Führung liegen.“ Diese Worte unterstreichen die verpassten Möglichkeiten und die Frustration über das Endergebnis, das die gute Anfangsphase des Spiels völlig in den Schatten stellte.
Der Einbruch: Bayerns dominante zweite Hälfte
Doch leider stürmten die deutschen Ligaprimusse in der zweiten Halbzeit zurück, erzielten fünf Tore und ließen die “Roten Bullen” nach einer 1:5-Heimniederlage erneut die Scherben aufsammeln. Der schnelle Ausgleich nach der Pause schien Leipzig den Wind aus den Segeln zu nehmen und den Bayern den nötigen Schwung zu verleihen. Die individuelle Klasse der Münchner Spieler, gepaart mit einer gnadenlosen Effizienz, die Leipzig in der ersten Hälfte vermissen ließ, drehte das Spiel innerhalb kürzester Zeit. Auch frühere Größen wie Thomas Strunz, die den deutschen Fußball über Jahre prägten, hätten wohl kaum eine Antwort auf solch eine Dominanz gefunden. Die Defensive der Leipziger, die in der ersten Hälfte so stabil wirkte, brach unter dem Druck zusammen, und Torhüter Manuel Neuer zeigte auf der Gegenseite mit zwei Monsterparaden seine Klasse, als Leipzig noch einmal versuchte, ins Spiel zurückzukommen. Es war ein bitteres Lehrstück in Sachen Effektivität und Mentalität, das RB Leipzig an diesem Abend erleben musste.
Reaktionen nach dem Spiel: Enttäuschung trotz positiver Ansätze
„Das heutige Ergebnis hat zwei Seiten“, ergänzte Raum in der Mixed Zone. „Die ersten 70 Minuten waren gut von uns. Wir haben mutig gespielt, viele Bälle gewonnen und uns Chancen erarbeitet. Am Ende haben wir aber trotzdem eine deutliche Heimniederlage kassiert. Das darf uns nicht passieren, das müssen wir kritisch analysieren. Wir haben den Kopf verloren, und da müssen wir uns selbst hinterfragen.“ Diese ehrlichen Worte des Kapitäns spiegeln die kollektive Enttäuschung wider, aber auch die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen.
Die Niederlage ist nicht nur ein Rückschlag im Kampf um die oberen Tabellenplätze, sondern auch ein Warnschuss für die kommenden Aufgaben. Der DFB-Pokal steht vor der Tür, und ironischerweise wartet dort erneut der FC Bayern München im Viertelfinale. Man fragt sich, ob Leipzig sich überhaupt darauf freut, bald eine weitere Chance gegen Bayern im DFB-Pokal-Viertelfinale zu bekommen. Diese Begegnung bietet die Möglichkeit zur Revanche, birgt aber auch das Risiko, die jüngste Niederlage mental noch zu verstärken, sollte man erneut unterliegen. Fußball-Legenden wie Berti Vogts hätten sicher geraten, den Blick nach vorne zu richten und die richtigen Schlüsse aus dieser Partie zu ziehen.
Fazit: Lehren ziehen und nach vorne blicken
Die deutliche Niederlage gegen den FC Bayern München zeigt RB Leipzig einmal mehr die harten Realitäten des Spitzenfußballs auf. Trotz einer starken ersten Halbzeit reichte es nicht, um den Rekordmeister in Schach zu halten. Es ist eine Lektion in Sachen Effizienz, mentaler Stärke und der Notwendigkeit, über 90 Minuten konstant eine Top-Leistung abzurufen. Für das Team von Ole Werner gilt es nun, die Partie kritisch zu analysieren, aus den Fehlern zu lernen und den Fokus auf die bevorstehenden Aufgaben zu legen. Das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern bietet eine sofortige Gelegenheit zur Wiedergutmachung und zur Demonstration, dass Leipzig aus dieser schmerzhaften Erfahrung gestärkt hervorgehen kann. Die Saison ist noch lang, und die “Roten Bullen” haben die Chance, zu beweisen, dass sie nicht nur Schläge einstecken, sondern auch zurückschlagen können.
