USK-Altersfreigaben für Sportspiele: Was Eltern jetzt wissen müssen

USK-Altersfreigabe für beliebte Sportspiele wie EA Sports FC 24

Sportspiele werden von vielen Eltern oft als unbedenkliche Unterhaltung für ihre jüngeren Kinder angesehen, da Themen wie Gewaltdarstellung hier typischerweise keine Rolle spielen. Doch einige beliebte Titel wie „EA Sports FC 24“ und „NBA 2K24“ tragen inzwischen das gesetzliche Alterskennzeichen „USK ab 12“. Dies stellt eine signifikante Veränderung dar, da die Vorgängerspiele meist mit „USK ab 0“ bewertet wurden. Grund für diese Anpassung sind neue Prüfkriterien der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Dieser Artikel informiert Eltern darüber, welche neuen Kriterien angelegt werden und worauf sie beim Kauf von Videospielen für ihre Kinder achten sollten.

USK-Altersfreigabe für beliebte Sportspiele wie EA Sports FC 24USK-Altersfreigabe für beliebte Sportspiele wie EA Sports FC 24

Warum Sportspiele plötzlich “ab 12” sind: Die neuen USK-Prüfkriterien

Sportspiele erfreuen sich großer Beliebtheit bei Kindern und Jugendlichen. Dazu zählen Reihen wie „EA Sports FC 24“, der Nachfolger der bekannten „FIFA“-Spielreihe, sowie das Basketballspiel „NBA 2K24“. Traditionell enthalten diese Spiele auf der Ebene der inhaltlichen Risiken kaum jugendschutzrelevante Aspekte wie etwa Gewaltdarstellungen.

Die Wende kommt mit neueren Sportspielen, die zunehmend zusätzliche Online-Funktionen integrieren. Hierzu gehören „Chats“ für die Kommunikation zwischen Spielern oder „In-Game-Käufe“, die oft in Form von zufälligen Objektpaketen, den sogenannten „Lootboxen“, angeboten werden. Seit Januar 2023 haben die Prüfgremien der USK die Möglichkeit, solche Funktionen im Verfahren zur gesetzlichen Alterskennzeichnung zu berücksichtigen. Diese Neuerung ist eine direkte Folge der Novellierung des Jugendschutzgesetzes im Mai 2021.

Konkret bedeutet dies, dass die USK-Prüfgremien in jedem Einzelfall bewerten können, ob bestimmte Online-Funktionen ein erhebliches Risiko für die „persönliche Integrität“ von Kindern und Jugendlichen darstellen könnten. Es geht dabei um eine potenzielle Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens durch äußere Einflüsse oder im Spiel enthaltene Zusatzfunktionen. Beispiele hierfür sind unangemessene Ansprachen über In-Game-Chats oder unerwartet hohe Ausgaben, die durch aggressive Kaufanreize entstehen können.

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Die Rolle der USK-Prüfgremien: Fokus auf Risikofaktoren

Bei der Entscheidung, ob diese Umstände eine höhere Altersstufe rechtfertigen, werden verschiedene Faktoren abgewogen. Dies umfasst die sensibilisierende Wirkung von Zusatzhinweisen, die auf Risiken aufmerksam machen, sowie die Angemessenheit und Wirksamkeit vorhandener Vorsorgemaßnahmen. Hierzu zählen beispielsweise von den Anbietern bereitgestellte „Parental-Control-Systeme“, die Eltern zur verantwortungsbewussten Begleitung des Spielverhaltens ihrer Kinder nutzen können.

Ein besonderer Fokus der unabhängigen Prüfgremien der USK liegt auf Aspekten wie unzureichend gesicherten Chats, aufdringlichen Kaufaufforderungen oder einer intransparenten Gestaltung von In-Game-Shops. Bei vielen Sportspielen kommen zudem komplexe Monetarisierungssysteme sowie vorhandene Belohnungsmechanismen in Kombination mit langen Spielzeiten zum Tragen. Diese sind oft notwendig, um beispielsweise gute Spielfiguren wie Fußball- oder Basketballspieler für das eigene Team zu erhalten.

Solche Mechanismen erzeugen nach Einschätzung der Prüfgremien einen hohen Handlungsdruck und verstärkte Kauf- sowie Spielanreize. Da diese Anreize auch trotz vorhandener Vorsorgemaßnahmen bestehen bleiben, können sie die Selbstregulationsfähigkeit jüngerer Kinder in Bezug auf ihr Spielverhalten nachhaltig beeinträchtigen.

Erst bei älteren Kindern ab etwa 12 Jahren wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass sie in der Lage sind, solche komplexen Mechanismen adäquat zu erkennen, kritisch zu reflektieren und somit im Sinne einer Selbstregulation zu nutzen. Eine sorgfältige Einzelfallabwägung bleibt jedoch bei jeder Prüfung eines Spiels unerlässlich.

Praktische Tipps für Eltern: Jugendschutz aktiv gestalten

Eltern sollten bei der Auswahl von Spielen für ihre Kinder stets auf die Alterskennzeichen der USK achten. Diese geben verlässliche Auskunft über die Unbedenklichkeit eines Spiels für bestimmte Altersgruppen. Zusätzlich informieren sie durch die vergebenen „Zusatzhinweise“ über die wesentlichen Gründe einer Altersfreigabe und über im Spiel enthaltene Online-Funktionen. So können Eltern auf einen Blick erkennen, welche spezifischen Risiken bei der Mediennutzung beachtet werden müssen. Mögliche Risiken umfassen beispielsweise „Chats“, „In-Game-Käufe“ oder eine „Standortweitergabe“.

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Gegebenenfalls können Eltern dann Jugendschutzeinstellungen direkt im Spiel oder auf den Geräten ihrer Kinder vornehmen, um den Schutz aktiv zu gestalten. Es ist wichtig, nicht nur die digitale Welt im Blick zu haben, sondern auch die Balance zu anderen Aktivitäten zu fördern. Während der Bildschirmzeit, die möglicherweise durch altersgerechte Spiele gefüllt wird, sollte auch Raum für körperliche Betätigung bleiben, wie sportarten für jungs ab 12 oder andere Freizeitbeschäftigungen.

Fazit

Die Anpassung der Altersfreigaben für beliebte Sportspiele durch die USK ist eine wichtige Reaktion auf die sich entwickelnde Landschaft digitaler Unterhaltung. Moderne Sportspiele sind weit mehr als nur simulierte Wettkämpfe; sie sind oft komplexe Online-Ökosysteme mit potenziellen Risiken durch Chats und In-Game-Käufe. Für Eltern ist es entscheidend, sich über die Bedeutung der USK-Alterskennzeichen und insbesondere der Zusatzhinweise zu informieren. Nutzen Sie die verfügbaren Parental-Control-Systeme und sprechen Sie mit Ihren Kindern über sicheres Spielverhalten. Bleiben Sie proaktiv, um ein sicheres und altersgerechtes Spielerlebnis für Ihre Kinder zu gewährleisten.


Dieser Artikel basiert auf Informationen, die uns freundlicherweise von der USK zur Verfügung gestellt wurden. Der ursprüngliche Artikel erschien am 27. Oktober 2023 unter dem Titel „’EA Sports FC 24′, ‘eFootball 2024’ und Co. – So wirkt sich die aktuelle Spruchpraxis auf Sportspiele aus“.