Sport spielt in unserem Leben eine zentrale Rolle, doch die Gründe, warum wir uns bewegen, sind vielfältig und individuell. Sind Sie eher der gesellige Figurbewusste, der erholungssuchende Fitness-Enthusiast, ein figurorientierter Stressregulierer oder einfach nur zweckfrei sportbegeistert? Die Beantwortung dieser Frage ist entscheidend, um die passende Sportart zu finden, die Sie langfristig motiviert und gesund hält. Eine Studie der Universität Bern, durchgeführt von Gorden Sudeck und seinem Team, hat sechs Hauptmotivationstypen identifiziert, die uns zum Laufen, Pumpen, Kicken oder Yoga bewegen. Doch neben psychologischen Neigungen spielen auch unsere körperlichen Voraussetzungen eine wichtige Rolle bei der Wahl der optimalen Sportart und der Entwicklung der eigenen Sport Motivation.
Die Psychologie der Sport Motivation: Was uns wirklich antreibt
Die Berner Wissenschaftler befragten Probanden zu ihren Beweggründen für sportliche Aktivitäten. Das Ergebnis war eindeutig: Der unbestreitbar wichtigste Faktor ist die Gesundheit. Auf einer Skala von 1 (sehr niedrig) bis 5 (sehr hoch) erreichte die Gesundheit einen beeindruckenden Mittelwert von etwa 4,5. Dies unterstreicht, dass die langfristige körperliche und geistige Fitness das fundamentale Ziel vieler Sportler ist.
Gesundheit an erster Stelle: Die Top-Motivation
Es überrascht nicht, dass die Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit als die stärkste Sport Motivation identifiziert wurde. Regelmäßige Bewegung ist ein Eckpfeiler für ein langes, vitales Leben und hilft bei der Prävention zahlreicher Krankheiten. Dieses Bewusstsein treibt viele Menschen an, aktiv zu bleiben.
Freude und Aktivierung: Mehr als nur Pflicht
Direkt nach der Gesundheit folgt „Aktivierung/Freude“ mit einem Wert von 3,9. Dies zeigt, dass Sport nicht nur als Pflicht, sondern auch als Quelle der Freude und Energie wahrgenommen wird. Der Genuss an der Bewegung selbst, das Gefühl der Lebendigkeit und die Ausschüttung von Glückshormonen sind mächtige Motivatoren. Auch soziale Kontakte und die Möglichkeit zur Ablenkung tragen zu dieser positiven Erfahrung bei und stärken die Sport Motivation.
Figur, Aussehen und der Irrtum des Wettkampfs
„Figur/Aussehen“ lag mit knapp über 3 im mittleren Bereich, was darauf hindeutet, dass ästhetische Ziele ebenfalls eine Rolle spielen, wenn auch eine geringere als Gesundheit und Freude. Interessanterweise wurde die „Wettkampf“-Motivation mit lediglich 1,8 als deutlich überschätzt eingestuft. Dies lässt vermuten, dass der Wunsch nach Leistung und Messung für die breite Masse der Sporttreibenden in der Schweiz keine dominante Rolle spielt.
Ihr Körpertyp und seine Bedeutung für die Sportwahl
Neben der psychologischen Sport Motivation spielen auch unsere angeborenen körperlichen Voraussetzungen eine wesentliche Rolle. Die Wissenschaft unterscheidet hier grob drei Körpertypen, die unsere natürliche Veranlagung für bestimmte Sportarten beeinflussen können.
Der Endomorphe Typ: Kraftvoll, aber ausdauernd gefordert
Menschen vom endomorphen Typ neigen zu einer runderen Körperform und haben oft einen höheren Körperfettanteil. Sie tun sich in der Regel leicht mit dem Muskelaufbau, haben aber gleichzeitig Schwierigkeiten beim Abnehmen und im Ausdauertraining. Der Aufwand, einen schwereren Körper über längere Distanzen zu bewegen, ist für sie spürbar höher. Sportarten, die Kraft und kurze, intensive Belastungen erfordern, wie Krafttraining oder Kampfsport, könnten hier gut passen.
Der Ektomorphe Typ (Leptosom): Der geborene Ausdauersportler
Das Gegenteil ist der ektomorphe oder leptosome Typ. Diese Menschen sind von Natur aus schlank, haben einen geringen Körperfettanteil und tun sich schwer mit dem Muskelaufbau. Dafür sind sie oft prädestiniert für Ausdauersportarten. Laufen, Radfahren oder Schwimmen fallen ihnen aufgrund ihrer leichten Statur und effizienten Energieverwertung oft leichter. Ein Marathon von Athen und zurück mag übertrieben sein, doch ihre Ausdauerfähigkeit ist bemerkenswert.
Der Mesomorphe Typ: Der Allrounder mit besten Voraussetzungen
Der mesomorphe Typ gilt als der “goldene Mittelweg” und ist beneidenswert. Muskelaufbau fällt ihm leicht, und Gewichtszunahme ist selten ein Problem. Diese Allrounder haben die besten körperlichen Voraussetzungen für eine Vielzahl von Sportarten. Ob Tennis, Fußball, Schwimmen oder mittelschweres Krafttraining – Mesomorphe passen sich gut an. Extreme Langstrecken oder reines Gewichtheben überlassen sie jedoch lieber den anderen Typen.
Motivation trifft Körpertyp: Die individuelle Sportwahl
Es ist wichtig zu verstehen, dass kaum jemand ausschließlich einem einzigen Typus entspricht. Die meisten Menschen sind Mischformen, sowohl in ihrer physiognomischen Grundausstattung als auch in ihrer Sport Motivation. Ein kleiner, kräftiger Mann kann zum Beispiel durchaus Freude am Badminton oder Stabhochsprung finden, auch wenn der sportliche Erfolg harte Arbeit bedeuten mag. Hier liegt der Fokus klar auf der Freude an der Bewegung.
Letztendlich geht es darum, sich selbst genau zu betrachten und in sich hineinzuhören. Die Wahl der richtigen Sportart sollte nicht nur auf Trends oder äußeren Erwartungen basieren, sondern auf dem, was Ihnen am meisten Spaß macht und zu Ihrem individuellen Körpertyp sowie Ihren persönlichen Zielen passt. Wenn, wie die Berner Studie zeigt, die Gesundheit vordringlich ist, sollte die sportliche Betätigung auch diesem Ziel dienen.
Bleiben Sie aktiv, entdecken Sie, welche Sport Motivation Sie antreibt, und finden Sie eine Aktivität, die nicht nur Ihren Körper, sondern auch Ihre Seele nährt. Ihre Körperdaten sind genauso einzigartig wie Sie selbst – pflegen Sie sie gut und bleiben Sie gesund dabei!
