Leichtathletik ist eine grundlegende Säule des Schulsports und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Förderung der motorischen Fähigkeiten, der Koordination und des Teamgeists bei Schülerinnen und Schülern. Von den ersten Schritten im Sprint bis hin zu komplexen Sprung- und Wurftechniken – die Leichtathletik legt den Grundstein für eine breite sportliche Entwicklung. Dieser Artikel beleuchtet die Kernbereiche Laufen, Springen und Werfen im Kontext des schulischen Sportunterrichts und stellt wertvolle Ressourcen für eine effektive Trainingsgestaltung bereit.
Laufen: Die Basis der Leichtathletik
Das Laufen bildet das Fundament der Leichtathletik und ist gleichzeitig eine der natürlichsten Bewegungsformen des Menschen. Im Schulsport geht es darum, die verschiedenen Aspekte des Laufens methodisch aufzubereiten und altersgerecht zu vermitteln. Dies umfasst nicht nur die reine Geschwindigkeit, sondern auch Starttechniken, Rhythmusgefühl und Ausdauer.
Sprint und Tiefstart
Der Sprint ist eine Disziplin, die explosive Kraft und präzise Technik erfordert. Die Einführung des Tiefstarts ist dabei entscheidend. Schüler lernen, wie sie aus einer stabilen Startposition maximale Beschleunigung entwickeln können. Übungen zur Startreaktion und zur optimalen Körperhaltung während des Sprints sind essenziell. Regelmäßiges Training hilft, die Startphase zu optimieren und die maximale Geschwindigkeit über kurze Distanzen zu erreichen.
Hürdenlauf
Der Hürdenlauf kombiniert Schnelligkeit, Rhythmus und Technik. Die Schüler werden schrittweise an die Überwindung von Hürden herangeführt, beginnend mit niedrigen Hindernissen und einem Fokus auf den fließenden Bewegungsablauf zwischen den Hürden. Die richtige Schrittfrequenz und eine effiziente Hürdentechnik sind hierbei entscheidend, um Stürze zu vermeiden und das Tempo zu halten.
Ausdauertraining in der Schule
Neben Kurzstrecken spielt auch die Ausdauer eine wichtige Rolle im Leichtathletikunterricht. Ausdauertraining fördert nicht nur die physische Fitness, sondern auch die mentale Stärke der Schüler. Altersgerechte Laufspiele, Staffeln und Intervallläufe sind hervorragende Methoden, um die Ausdauer spielerisch zu verbessern. Es gibt viele interessante Sportarten und Trainingsansätze, die die Freude an der Bewegung fördern und gleichzeitig die Kondition steigern.
Eine Leichtathletikbahn mit mehreren Spuren
Schnelligkeit und Koordination
Die Entwicklung von Schnelligkeit und Koordination ist für alle Leichtathletikdisziplinen von Bedeutung. Übungen mit der Koordinationsleiter, Linien-Sprints und kurze Staffeln eignen sich hervorragend, um die reaktive Schnelligkeit und die Bewegungspräzision zu verbessern. Solche Übungen können auch die Grundlage für andere sportliche Aktivitäten bilden und helfen, die passende Sportart zu finden.
Springen: Technik und Koordination
Die Sprungdisziplinen erfordern neben Kraft auch ein hohes Maß an Koordination und Körperbeherrschung. Im Schulsport werden vor allem der Hochsprung und der Weitsprung thematisiert, die beide unterschiedliche technische Herausforderungen bieten.
Hochsprung (Fosbury Flop)
Der Fosbury Flop ist die heute dominierende Hochsprungtechnik, bei der Athleten rücklings über die Latte springen. Die Einführung dieser Technik im Schulsport beginnt mit einfachen Sprungübungen über niedrige Hindernisse, um das Gefühl für den Anlauf, den Absprung und die Flugphase zu entwickeln. Die Sicherheit der Schüler steht hierbei stets im Vordergrund, und die Nutzung geeigneter Matten ist unerlässlich.
Ein Hochspringer überquert die Latte im Fosbury Flop
Weitsprung (Schrittsprung und Hangsprung)
Der Weitsprung erfordert einen präzisen Anlauf, einen kraftvollen Absprung und eine effiziente Landetechnik. Der Schrittsprung und der Hangsprung sind die gängigsten Techniken. Der Unterricht konzentriert sich auf die Abstimmung von Anlaufgeschwindigkeit und Absprungkraft, gefolgt von der Erarbeitung der Flugphasen, um die Distanz zu maximieren.
Sprungschulung mit Hilfsmitteln
Zur Verbesserung der Sprungtechnik und Sprungkraft können verschiedene Hilfsmittel eingesetzt werden. Reifen und Matten sind ideal für methodische Reihen, die schrittweise zu komplexeren Bewegungsabläufen führen. Diese Übungen helfen nicht nur bei der Leichtathletik, sondern auch bei anderen Sportarten wie Prellball, die eine gute Sprungkraft erfordern.
Werfen: Kraft und Präzision
Die Wurfdisziplinen wie Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen erfordern eine Kombination aus Kraft, Koordination und technischem Geschick. Im Schulsport liegt der Fokus auf der Vermittlung der Grundtechniken und der Entwicklung der Wurfkraft.
Kugelstoßen
Das Kugelstoßen beinhaltet Techniken wie den Wechselschritt, das Angleiten und den Drehstoss. Die Schüler lernen zunächst die grundlegenden Stoßbewegungen mit leichten Medizinbällen, bevor sie mit der Kugel vertraut gemacht werden. Eine saubere Technik ist hier entscheidend, um die Kraftübertragung zu optimieren und Verletzungen zu vermeiden.
Ein Kugelstoßer in der Vorbereitung des Stoßes
Diskus- und Speerwerfen
Diskus- und Speerwerfen sind komplexere Disziplinen, die eine gute Körperrotation und eine präzise Armführung erfordern. Im Schulsport werden oft vereinfachte Formen oder Materialien (z.B. Schuldiskus, Wurfspeere aus Gummi) verwendet, um die Techniken sicher zu erlernen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Bewegungsgefühls und der Koordination.
Umfassendes Lehrmaterial: Das Skript von Anja Mandl
Für Sportlehrer, die sich intensiv mit dem Leichtathletiktraining in der Schule beschäftigen möchten, ist das umfangreiche Handbuch von Mag. Anja Mandl eine wertvolle Ressource. Diese Sammlung bietet detaillierte Bewegungsanalysen für jede Disziplin, stellt methodische Reihen dar und enthält zahlreiche Übungen, die vom Allgemeinen zum Spezifischen führen. Das Handbuch umfasst unter anderem Sprint, Weitsprung, Hürden, Staffel und Hochsprung und ist eine ausgezeichnete Grundlage für die Unterrichtsplanung.
Die Leichtathletik-Reihe: Vertiefung der Disziplinen
Die “Leichtathletik-Reihe” ist eine mehrteilige Serie, die die Kernbereiche Laufen, Springen und Werfen detailliert behandelt. Jedes Modul veranschaulicht die Bewegungsabläufe mit Reihenbildern (Technikkarten) und Videos, was ein tieferes Verständnis und eine effektive Vermittlung ermöglicht.
LA Laufen
Dieser Teil konzentriert sich auf den Tiefstart, den Sprint und den Hürdenlauf. Detaillierte Darstellungen helfen, die komplexen Bewegungsabläufe zu visualisieren und Schülern die korrekte Ausführung zu vermitteln.
Ein Läufer beim Start auf einer Leichtathletikbahn
LA Springen
Der zweite Teil befasst sich mit dem Hochsprung und dem Weitsprung. Durch bebilderte Anleitungen und Videos werden die verschiedenen Techniken klar und verständlich erklärt, was für Anfänger sowie für die Verfeinerung bestehender Fähigkeiten von großem Wert ist.
Ein Weitspringer im Moment des Absprungs
LA Werfen
Der dritte Teil der Reihe widmet sich dem Kugelstoßen (Wechselschritt, Angleiten und Drehstoss), dem Diskuswerfen und dem Speerwerfen. Die genaue Darstellung der Bewegungsphasen unterstützt Sportlehrer dabei, die Feinheiten dieser kraftvollen Disziplinen zu lehren.
Für weitere Anregungen und spielerische Ansätze in der Leichtathletik bietet sich ein Blick auf Leichtathletik Spiele an, die den Unterricht abwechslungsreicher gestalten können.
Fazit
Leichtathletik in der Schule ist weit mehr als nur das Erlernen von Sporttechniken; sie ist eine Investition in die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen. Durch die Vermittlung von Laufen, Springen und Werfen werden nicht nur körperliche Fähigkeiten gestärkt, sondern auch Werte wie Disziplin, Ausdauer und Fairness gefördert. Die verfügbaren Lehrmaterialien und didaktischen Ansätze ermöglichen es Sportlehrern, einen abwechslungsreichen und fundierten Unterricht zu gestalten, der Schülerinnen und Schüler dauerhaft für den Sport begeistert und ihnen hilft, ihre individuellen sportlichen Talente zu entdecken.
