Der FC St. Pauli hat im Abstiegskampf der Bundesliga drei überlebenswichtige Punkte eingefahren und den 1. FC Heidenheim am Millerntor mit 2:1 besiegt. Matchwinner war Stürmer Martijn Kaars mit einem beeindruckenden Doppelpack. Trotz einer Roten Karte für Eric Smith kurz vor der Halbzeitpause zeigten die Kiezkicker eine aufopferungsvolle Abwehrleistung und brachten den Sieg mit zehn Mann über die Zeit.
Der Druck am Millerntor war vor dem Anpfiff greifbar. St. Pauli war seit zehn Bundesliga-Spielen sieglos und brauchte dringend einen Erfolg, um den Anschluss nicht zu verlieren. Nach dem späten Ausgleich in Köln, der die historische Niederlagenserie von neun Spielen beendete, wollte die Mannschaft von Alexander Blessin endlich den ersten Sieg seit dem 3. Spieltag feiern. Die Anspannung war so groß wie in den K.o.-Spielen eines großen Turniers und erinnerte an die entscheidenden Momente der gruppenphase wm 2022. Heidenheim hingegen reiste mit dem Selbstvertrauen zweier Last-Minute-Siege nach Hamburg und war bekannt für seine Joker-Tore. Beide Teams wussten um die immense Bedeutung dieser Partie im Tabellenkeller.
Kaars bricht den Bann am Millerntor
St. Pauli begann das Spiel druckvoll und entschlossen. Die Gastgeber setzten Heidenheim früh unter Druck und erspielten sich in der 19. Minute die erste Großchance. Jackson Irvine bediente Mathias Pereira Lage mit einem brillanten Pass, doch obwohl dieser den Torhüter Diant Ramaj bereits umkurvt hatte, konnte Tim Siersleben den Schuss mit einer spektakulären Rettungstat auf der Linie klären.
Die Kiezkicker blieben die spielbestimmende Mannschaft, angetrieben vom agilen Joel Chima Fujita im Mittelfeld. In der 35. Minute wurde ihre Hartnäckigkeit belohnt. Fujita ließ seinen Gegenspieler am Strafraumrand stehen und steckte den Ball perfekt auf Martijn Kaars durch. Der niederländische Stürmer fackelte nicht lange und hämmerte den Ball aus spitzem Winkel unhaltbar unter die Latte. Es war sein erstes Bundesliga-Tor für den Verein, ein Treffer, der in seiner Entschlossenheit an die großen Torjäger auf der wm torschützenliste erinnerte.
Rote Karte und Blitz-Konter: Pauli schockt Heidenheim
Gerade als St. Pauli das Spiel zu kontrollieren schien, folgte der Schock in der 45. Minute. Eric Smith verlor den Ball leichtfertig an Marvin Pieringer und brachte den Heidenheimer Stürmer als letzter Mann zu Fall. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde und zeigte Smith die glatte Rote Karte – eine Entscheidung, die die Vorzeichen für die zweite Halbzeit komplett veränderte.
Trotz Unterzahl startete St. Pauli furios in den zweiten Durchgang. Heidenheim hatte durch den eingewechselten Stefan Schimmer zwar die erste Chance, doch Nikola Vasilj parierte glänzend. In der 53. Minute schlug dann St. Pauli eiskalt zu. Nach einem Ballgewinn tief in der eigenen Hälfte schaltete das Team blitzschnell um. Adam Dźwigała fand Fujita, der Kaars mit einem perfekten Steilpass auf die Reise schickte. Der Stürmer lief von der Mittellinie allein auf das Tor zu und schob den Ball abgeklärt zum 2:0 ins untere Eck. Die Dramatik auf dem Platz war nun auf dem Höhepunkt, vergleichbar mit der Spannung in einem wm 2022 viertelfinale.
Heroischer Abwehrkampf sichert den Sieg
Heidenheim gab sich nicht auf und erhöhte den Druck. In der 64. Minute gelang den Gästen der Anschlusstreffer. Eine Flanke von Marnon Busch wurde von Schimmer verlängert, und Pieringer drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Mit einem Mann mehr auf dem Platz und dem Momentum auf ihrer Seite startete Heidenheim einen wahren Sturmlauf auf das Tor von St. Pauli.
Doch die Abwehr der Kiezkicker hielt stand. Angeführt von einem überragenden Torhüter Vasilj, der mehrfach glänzend parierte, warfen sich die Hamburger in jeden Ball. Sie kämpften mit dem Herzen und der Leidenschaft eines wahren fußball weltmeister 2022. Der Höhepunkt der Abwehrschlacht ereignete sich in der 92. Minute, als Hauke Wahl einen fast sicheren Treffer von Schimmer mit einem heldenhaften Block auf der Linie verhinderte.
Am Ende sicherte sich St. Pauli dank einer unglaublichen Willensleistung und der Kaltschnäuzigkeit von Martijn Kaars einen Sieg, der im Abstiegskampf Gold wert ist. Mit diesen drei Punkten überholen die Kiezkicker ihren direkten Konkurrenten Heidenheim in der Tabelle und senden ein starkes Lebenszeichen. Dieser Kampfgeist wird nötig sein, um auch in den kommenden Wochen zu bestehen und vielleicht eines Tages wieder von den größten Bühnen wie der fussball wm 2026 träumen zu können.
