Der Wunsch, Sport und Medizin zu verbinden, ist für viele ein Traum. Deutschland bietet hierfür exzellente Ausbildungsmöglichkeiten, insbesondere im Bereich der Sportmedizin. Dieser Artikel beleuchtet die Studieninhalte, Voraussetzungen und Karrierewege für angehende Sportmediziner und Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Sportmedizin.
Das Humanmedizinstudium als Basis
Das Studium der Humanmedizin bildet die grundlegende Voraussetzung für eine Karriere als Sportmediziner. Es ist bundesweit einheitlich geregelt und dauert inklusive Prüfungszeiten sechs Jahre und drei Monate. Die Approbationsordnung für Ärzte legt die Inhalte fest, die in drei Abschnitte unterteilt sind.
Voraussetzungen für das Humanmedizinstudium
Für ein Medizinstudium ist die Hochschulzugangsberechtigung, in der Regel das Abitur, unerlässlich. Da das Studium bundesweit zulassungsbeschränkt ist, erfolgt die Auswahl über hochschulstart.de. Seit dem Sommersemester 2020 werden neue Auswahlverfahren angewendet, bei denen nicht mehr allein die Abiturnote zählt und die Wartezeitquote abgeschafft wurde. Gute Englischkenntnisse für Fachliteratur sowie ein Verständnis für naturwissenschaftliche Fächer sind ebenfalls wichtig. Hohes Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und Stressresistenz sind für angehende Sportärzte besonders gefragt.
Die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin
Nach dem abgeschlossenen Humanmedizinstudium und der Facharztausbildung ist eine Zusatz-Weiterbildung in Sportmedizin erforderlich, um die Zusatzbezeichnung “Sportmedizin” führen zu dürfen. Diese Weiterbildung vermittelt speziell die Untersuchung, Behandlung und Beratung von gesunden und kranken Menschen jeden Alters unter sportmedizinischen Aspekten.
Anforderungen für die Zusatzbezeichnung Sportmedizin
Die Voraussetzungen umfassen in der Regel eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung (Ausnahmen gelten in Bayern und bei der Ärztekammer Nordrhein). Hinzu kommen zwölf Monate ganztägige Weiterbildung oder ersetzbar durch 240 Stunden Kurs-Weiterbildung in Sportmedizin sowie 120 Stunden sportärztliche Tätigkeit in einem Sportverein oder einer ähnlichen Einrichtung. Nach Abschluss der praktischen und theoretischen Ausbildung legen die Kandidaten eine Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer ab. Die 240 Stunden Kurs-Weiterbildung umfassen jeweils 120 Stunden “Theorie und Praxis der Sportmedizin” und “Theorie und Praxis sportmedizinischer Aspekte”.
Sportwissenschaften als Alternative und Ergänzung
Neben dem klassischen Medizinstudium bietet sich auch ein Studium der Sportwissenschaften an. Dieses wird in der Regel als Bachelor- und Masterstudiengang angeboten, wobei das Bachelorstudium eine Regelstudienzeit von sechs Semestern vorsieht und oft ein Praktikum beinhaltet.
Studieninhalte der Sportwissenschaften
Das Sportwissenschaften Studium kombiniert Theorie und Praxis. Kernfragen sind die Entwicklung von Trainingskonzepten, deren Umsetzbarkeit in verschiedenen Sportarten, die Steigerung sportlicher Leistungen und die Optimierung von Techniken. Typische Studieninhalte umfassen Trainings- und Bewegungslehre, Sportmedizin, Bewegungserziehung, Psychomotorik und wissenschaftliches Arbeiten. Es ist ratsam, sich an den einzelnen Hochschulen über den spezifischen Aufbau des Studiums und mögliche Schwerpunkte wie Sportmedizin zu informieren.
Voraussetzungen für das Sportwissenschaften Studium
Zusätzlich zum Abitur oder Fachabitur ist oft ein bestandener Sporteignungstest erforderlich. Manche Studiengänge können einen Numerus Clausus (NC) haben. Gute körperliche Fitness, Freude an Sport, Interesse an sporttheoretischen Inhalten sowie analytisches Denkvermögen sind wichtige persönliche Voraussetzungen.
Studienformen und Karriereperspektiven
Das Medizin Studium wird ausschließlich in Vollzeit angeboten. Für das Studium der Sportwissenschaften gibt es neben Vollzeitstudiengängen auch eine Auswahl an Fernstudiengängen, berufsbegleitenden Präsenzstudiengängen sowie dualen Studiengängen.
Nach der Approbation als Sportmediziner stehen vielfältige Karrierewege offen: eigene Praxen, Krankenhäuser, Rehazentren, Vereine, Verbände oder die Betreuung von Einzelsportlern sind gängige Optionen. Bekannte Beispiele wie Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt illustrieren die Karrieremöglichkeiten. Die Verleihung des Preises “Sportmediziner*in des Jahres” durch die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) unterstreicht die Bedeutung des Fachgebiets.
Gehaltsperspektiven
Der Weg zum Sportmediziner ist lang, zahlt sich aber finanziell aus. Sportmediziner gehören zu den besser Verdienenden in Deutschland. Das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt liegt bei etwa 6.600 Euro für Berufseinsteiger. Das tatsächliche Gehalt hängt jedoch von Faktoren wie Selbstständigkeit, Arbeitsort (Praxis, Verein, Rehazentrum), Tarifverträgen und der Stadt ab. Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Sportmedizin verdienen in der Regel weniger als approbierte Sportmediziner.
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