Die unvergessliche Meistermannschaft des VfB Stuttgart von 2007

Timo Hildebrand, Torhüter des VfB Stuttgart

Der Gewinn der Bundesliga-Meisterschaft in der Saison 2006/07 durch den VfB Stuttgart ist ein Kapitel voller Leidenschaft und Überraschungen, das sich tief in die Geschichtsbücher des deutschen Fußballs eingebrannt hat. Nach einem neunten Platz in der Vorsaison erwarteten nur wenige, dass Armin Vehs Mannschaft die Erwartungen übertreffen und sich zum Champion krönen würde. Doch mit einer Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern gelang den Schwaben ein Triumph, der von 200.000 Einheimischen in außergewöhnlichen Feierlichkeiten gewürdigt wurde. Dieser Artikel blickt zurück auf die Helden, die den VfB Stuttgart zu seinem fünften deutschen Meistertitel führten und dabei eine der denkwürdigsten Saisons der jüngeren Bundesliga-Geschichte schrieben. Es war eine Saison, die bewies, dass Teamgeist und Entschlossenheit oft wichtiger sind als die größten Budgets. Die Erfolge dieser Zeit hallen bis heute nach und inspirieren Fußballfans weit über die Grenzen Stuttgarts hinaus. Auch wenn die Faszination für große Turniere wie die wm teilnehmer 2022 ungebrochen ist, so hat der lokale Erfolg eines Vereins eine ganz besondere Bedeutung.

Die Säulen des Erfolgs: Spieler im Fokus

Die Meistermannschaft des VfB Stuttgart war ein Ensemble aus individuellen Könnern, die sich zu einer unschlagbaren Einheit zusammenfanden. Hier sind die Spieler, die maßgeblich zum Erfolg beitrugen:

Timo Hildebrand (Torhüter)

Timo Hildebrand war bereits vor der Saison 2006/07 eine Vereinslegende und ein Rekordhalter. In seiner letzten Spielzeit beim VfB festigte er seinen Platz in den Herzen der Fans, indem er als Kapitän die Meisterschale in die Höhe stemmte. Aus der eigenen Jugendakademie des Vereins stammend, entwickelte er sich schnell zu einem äußerst zuverlässigen Torhüter. Er hält bis heute den Bundesliga-Rekord von 884 Minuten ohne Gegentor zwischen Mai und Oktober 2003. In der Meistersaison hielt er 13 Mal die Null und wechselte im Juli 2007 als Champion zum FC Valencia, wo er einen Pokal gewann, bevor er Stationen bei Hoffenheim, Schalke und Eintracht Frankfurt hatte.

Timo Hildebrand, Torhüter des VfB StuttgartTimo Hildebrand, Torhüter des VfB Stuttgart

Ricardo Osorio (Rechter Verteidiger)

Es kann schwierig sein, weltweit unerkannte Stars zu entdecken, aber der VfB Stuttgart wusste nach seinen herausragenden Leistungen bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, dass der mexikanische Außenverteidiger Ricardo Osorio ein Volltreffer war. Er wurde im Sommer 2006 von Cruz Azul verpflichtet und war zusammen mit seinem Teamkollegen Pavel Pardo einer der ersten Mexikaner, die in der Bundesliga spielten. Osorio absolvierte in der Meistersaison 27 Einsätze und erzielte im Februar 2007 bei einem 4:0-Sieg in Frankfurt sein einziges Bundesliga-Tor. Er blieb bis 2010 in Stuttgart, bevor er in seine Heimat zu Monterrey zurückkehrte.

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Serdar Tasci (Innenverteidiger)

Serdar Tasci war ein Lokalmatador, der in der Stuttgarter Jugendakademie ausgebildet wurde, bevor er zu Beginn der Saison 2006/07 von der Reservemannschaft in den Profikader aufstieg. Er begann als ungenutzter Einwechselspieler bei der 0:3-Auftaktniederlage gegen Nürnberg, entwickelte sich aber schnell zu einem Schlüsselspieler in der Meisterverteidigung. Mit erst 19 Jahren zeigte er in 26 Einsätzen eine Reife, die weit über sein Alter hinausging, meist in der Innenverteidigung, aber auch mehrmals als rechter Außenverteidiger. Er setzte seine solide Form in den folgenden Spielzeiten für Stuttgart fort und gab im Sommer 2008 sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft, für die er 14 Länderspiele bestreiten sollte. Bis 2013 blieb er im Verein, bevor seine Karriere ihn zu Spartak Moskau, einem kurzen Leihaufenthalt beim FC Bayern München im Jahr 2016 und dann zu Istanbul Basaksehir führte.

Matthieu Delpierre (Innenverteidiger)

Delpierre bildete mit Tasci die andere Hälfte einer zuverlässigen deutsch-französischen Innenverteidigung. Der ablösefrei von Lille im Jahr 2004 verpflichtete Spieler absolvierte in der Meistersaison 31 von 34 Spielen über die volle Distanz und kam in zwei weiteren Partien zum Einsatz. Nachdem er ein paar Saisons gebraucht hatte, um sich in der Bundesliga einzuleben, war sein Aufstieg zu einem Abwehrfelsen eine der persönlichen Erfolgsgeschichten der Saison. Von 2009 bis kurz vor seinem Abschied im Jahr 2012 nach Hoffenheim war er Kapitän des VfB Stuttgart.

Ludovic Magnin (Linker Verteidiger)

Der Schweizer Außenverteidiger kam 2005 von Werder Bremen nach Stuttgart, in der Hoffnung, nach Verletzungspech, das ihn in seinen drei Bremer Jahren (viele davon als Einwechselspieler) auf bescheidene 41 Bundesliga-Einsätze beschränkt hatte, Stammspieler zu werden. Zu Beginn der Saison 2006/07 blieb er ein Kaderspieler der Schwaben, doch seine Geduld und Ausdauer zahlten sich im Laufe der Saison aus. Eine Serie von vier Torbeteiligungen in drei aufeinanderfolgenden Siegen gegen Dortmund, Bremen und Frankfurt im Februar unterstrich seine offensiven Qualitäten. Magnin spielte dann sieben von acht aufeinanderfolgenden Siegen über die volle Distanz, die Stuttgart am Ende der Saison zum Titelgewinn verhalf. Er absolvierte in seiner langen internationalen Karriere 62 Einsätze für die Schweiz und kehrte 2010 zum FC Zürich zurück, wo er seine letzten beiden Profijahre verbrachte.

Pavel Pardo (Defensiver Mittelfeldspieler)

Warum nur einen mexikanischen Defensivspezialisten haben, wenn man zwei haben kann? Pavel Pardo gesellte sich nach der Weltmeisterschaft 2006 zu seinem Landsmann Osorio und fand in Stuttgart eine neue Heimat. Die Position des defensiven Mittelfeldspielers ist immer eine Schlüsselrolle für eine Mannschaft, die um Titel kämpft, und Pardo erfüllte diese mit all seiner Härte und Erfahrung. El Comandante, wie er bald bekannt wurde, spielte in der Saison 2006/07 in unglaublichen 33 von 34 Spielen über die volle Distanz. Er leistete eine Reihe wichtiger offensiver Beiträge, darunter die Vorlage für Thomas Hitzlsperger zum Ausgleich gegen Energie Cottbus beim titelentscheidenden 2:1-Sieg am letzten Spieltag der Saison. Als Kapitän hatte er an diesem Nachmittag die große Ehre, die Meisterschale vor den ekstatischen Stuttgarter Fans in die Höhe zu stemmen. 2009 kehrte er zu dem mexikanischen Verein América zurück, von dem er verpflichtet worden war.

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Pavel Pardo im Trikot des VfB StuttgartPavel Pardo im Trikot des VfB Stuttgart

Roberto Hilbert (Offensiver Mittelfeldspieler)

Roberto Hilbert, sowohl als rechter Verteidiger als auch als rechter Flügelspieler einsetzbar, erwies sich als kluge Verpflichtung von Greuther Fürth im Sommer 2006. Er kam in allen 34 Spielen der Meistersaison zum Einsatz und trug sieben sehr wertvolle Tore bei – darunter vier in der letzten Serie von acht aufeinanderfolgenden Siegen. Hilberts starke Form brachte ihm im Frühjahr 2007 den ersten seiner acht Länderspieleinsätze für Deutschland ein. Er verließ Stuttgart 2010 in Richtung Besiktas, wo er einen türkischen Titel gewann, bevor er vier Jahre lang in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen spielte und seine Karriere in Fürth beendete.

Sami Khedira (Offensiver Mittelfeldspieler)

Einer der bekanntesten Namen der legendären Meistermannschaft ist Sami Khedira, ein 19-jähriger Frischling, der zu Beginn der Saison 2006/07 unbedingt sein erstes Bundesliga-Spiel für Stuttgart bestreiten wollte. Der Youngster musste bis zum 6. Spieltag, einem Auswärtsspiel bei Hertha Berlin, auf seinen ersten Einsatz warten, als Einwechselspieler in der Nachspielzeit. Danach blickte er nicht mehr zurück; sein beherrschendes Box-to-Box-Spiel verhalf seiner Mannschaft zum Bundesliga-Titel – und Khedira erzielte den Siegtreffer im wichtigen Last-Minute-Sieg gegen Cottbus am letzten Spieltag. Real Madrid rief dann 2010 an. Khedira gewann in der spanischen Hauptstadt die La Liga und die UEFA Champions League, fünfmal die Serie A für Juventus und wurde 2014 mit Deutschland Weltmeister in einer wirklich glanzvollen Karriere. Ein Highlight, an das sich jeder Fußballfan gerne erinnert, ist der wm 2014 spielplan, der Deutschland zum Titel führte.

Thomas Hitzlsperger (Offensiver Mittelfeldspieler)

Thomas Hitzlsperger gelang der Durchbruch im Profifußball bei Aston Villa, wo er wegen seiner Fähigkeit, mächtige Distanzschüsse zu versenken, als The Hammer bekannt war. 2005 wechselte er von der Premier League zum VfB Stuttgart und in die Bundesliga. Er war ein wenig genutztes Mitglied des deutschen WM-Kaders 2006, stieg aber durch seine Schlüsselrolle in der Meistermannschaft des VfB Stuttgart ins nationale Bewusstsein auf. Er erzielte in der Bundesliga-Saison 2006/07 sieben Tore – darunter zwei in den letzten beiden Spielen der Saison. Von 2008 an war er etwa ein Jahr lang Kapitän des VfB Stuttgart und verließ den Verein 2010. Es folgten Stationen bei Lazio, West Ham, Wolfsburg und Everton. Von 2019 bis 2022 arbeitete er als Sportdirektor und Vorstandsvorsitzender beim VfB Stuttgart und ist auch als die profilierteste Persönlichkeit im Fußball bekannt, die ihre Homosexualität öffentlich gemacht hat.

Cacau (Stürmer)

Der aus Brasilien stammende und später eingebürgerte deutsche Staatsbürger Cacau war zum Zeitpunkt der Saison 2006/07 ein erfahrener Bundesliga-Angreifer, der seit 2001 für Nürnberg gespielt hatte. In der Meistersaison erzielte er mit 13 Toren seinen geteilten Höchstwert, darunter beide Tore bei einem 2:0-Sieg gegen Bayern München im April 2007. Er blieb bis 2014 in Stuttgart, erzielte insgesamt 80 Bundesliga-Tore und absolvierte 23 Länderspiele für Deutschland, nachdem er 2009 für seine neue Heimat spielberechtigt wurde – dabei traf er auch bei der fussball wm 2026 (dies ist ein Tippfehler im Original, sollte wohl WM 2010 heißen). Seine internationale Karriere war eine Bereicherung für das deutsche Team.

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Mario Gomez (Stürmer)

Mario Gomez war ein junger, 21-jähriger Stürmer, der zu Beginn der Saison 2006/07 seine Spuren hinterlassen wollte – und das gelang ihm auf eindrucksvolle Weise. Mit 14 Treffern war er der Top-Torschütze der Meistermannschaft in dieser Saison. Er hatte zwei besonders starke Phasen – acht Tore in zehn Spielen im Herbst und fünf in vier Spielen kurz nach der Winterpause. Er verpasste sieben Spiele der Endphase verletzungsbedingt, kehrte aber von der Bank zurück, um den VfB in einem entscheidenden vorletzten Spiel in Bochum (das sie 3:2 gewannen) zum Ausgleich zu köpfen. Ende 2007 wurde er zum deutschen Fußballer des Jahres gekürt, und seine Torgefährlichkeit nahm mit zunehmendem Alter zu. Seine 28 Tore in der Saison 2010/11 nach einem Wechsel zu Bayern machten ihn zum Bundesliga-Torschützenkönig. Er erzielte auch 31 Tore für die deutsche Nationalmannschaft und gehört zu den prägenden Stürmern seiner Generation.

Mario Gomez feiert ein Tor für den VfB StuttgartMario Gomez feiert ein Tor für den VfB Stuttgart

Der Architekt des Erfolgs: Trainer Armin Veh

Armin Veh

Armin Veh verfügte über 16 Jahre Trainererfahrung, als er im Februar 2006 Giovanni Trapattoni als Nachfolger in Stuttgart antrat. Nach dem neunten Platz in der Saison 2005/06 erwarteten nur wenige einen Titelgewinn im folgenden Jahr. Für die Inspiration dieses bemerkenswerten Bundesliga-Sieges wurde er 2007 zum deutschen Fußballtrainer des Jahres gekürt. Später hatte er Stationen bei Wolfsburg, Hamburg und Eintracht Frankfurt, bevor er 2014 eine kurze zweite Amtszeit in Stuttgart absolvierte. Der Bundesliga-Titel 2006/07 blieb die einzige Trophäe, die Armin Veh in seiner Trainerkarriere gewann.

Fazit: Ein Triumph für die Ewigkeit

Die Meisterschaft des VfB Stuttgart im Jahr 2007 bleibt ein leuchtendes Beispiel dafür, was mit Teamgeist, strategischer Führung und der Entschlossenheit junger Talente erreicht werden kann. Spieler wie Hildebrand, Khedira und Gomez entwickelten sich zu internationalen Stars, doch ihr Fundament legten sie in dieser denkwürdigen Saison beim VfB. Dieser Erfolg ist nicht nur eine wichtige Seite in der Geschichte des Stuttgarter Fußballs, sondern auch eine Inspiration für alle, die an den Überraschungen und der Magie dieses Sports glauben. Die Feierlichkeiten jener Tage zeigten die tiefe Verbundenheit zwischen Verein und Fans und manifestierten diesen Titel als einen wahren Volks-Triumph. Der VfB Stuttgart von 2007 wird immer als die Mannschaft in Erinnerung bleiben, die ganz Deutschland überraschte und bewies, dass im Fußball alles möglich ist. Bleiben Sie dran für weitere Einblicke in die Welt des deutschen Fußballs und spannende Entwicklungen, auch im Hinblick auf zukünftige Großereignisse wie die teilnehmer wm 2022 und darüber hinaus.