Hitzschlag und Sonnenstich: Symptome erkennen und richtig handeln

Wenn die Sonne lacht und die Temperaturen steigen, genießen viele Menschen den Sommer in vollen Zügen. Doch die Hitze birgt auch Risiken, die oft unterschätzt werden. Sonnenstich und Hitzschlag sind ernstzunehmende medizinische Notfälle, die bei rechtzeitiger Erkennung der Warnsignale und korrektem Handeln vermeidbar sind. Es ist entscheidend, diese Gefahren für sich selbst, aber auch für Kinder, ältere Menschen, Nachbar:innen oder Kolleg:innen zu kennen, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

Das Wissen um präventive Maßnahmen und die Fähigkeit, erste Anzeichen zu deuten, kann Leben retten und dazu beitragen, dass Sie und Ihre Mitmenschen die warmen Monate sicher überstehen. Bei extremen Temperaturen können sogar einfache Aktivitäten zu einer Belastung für den Körper werden und das Herz-Kreislauf-System stark beanspruchen. In solchen Situationen ist es ratsam, auch auf Techniken zur Blutdrucksenkung in 3 Minuten zu achten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.

Sonnenstich oder Hitzschlag – Den Unterschied erkennen

Obwohl beide Begriffe oft synonym verwendet werden, handelt es sich um unterschiedliche Reaktionen des Körpers auf Hitze. Die korrekte Unterscheidung ist entscheidend für die angemessene Erste Hilfe.

Was ist ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich (auch Heliosis genannt) entsteht, wenn der ungeschützte Kopf oder Nacken direkter, intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Die UV-Strahlung und die Wärme reizen dabei die Hirnhäute, was zu einer Entzündung führen kann. Besonders gefährdet sind hierbei Kinder, deren Schädeldecke noch dünner ist, und Menschen mit wenig Haarwuchs, wie beispielsweise Glatzenträger:innen. Die Überhitzung betrifft primär den Kopfbereich, während die Körperkerntemperatur meist normal bleibt.

Was ist ein Hitzschlag?

Der Hitzschlag ist eine wesentlich ernstere und lebensbedrohliche Form der Hitzeerkrankung. Er entsteht durch eine massive Überhitzung des gesamten Körpers, meist in Kombination mit starker körperlicher Anstrengung oder unzureichender Flüssigkeitszufuhr bei hohen Umgebungstemperaturen. Im Gegensatz zum Sonnenstich kann der Körper beim Hitzschlag seine Temperaturregulation nicht mehr aufrechterhalten. Die körpereigene Kühlung durch Schwitzen versagt, was zu einem gefährlichen Anstieg der Körpertemperatur führt und ohne schnelle medizinische Hilfe tödlich enden kann.

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Symptome und Erste Hilfe bei Sonnenstich

Die Symptome eines Sonnenstichs entwickeln sich oft schleichend und können zunächst mild erscheinen. Es ist wichtig, auf die folgenden Anzeichen zu achten:

  • Starke Kopfschmerzen: Oft pulsierend und im Stirnbereich konzentriert.
  • Nackenschmerzen oder steifer Nacken: Ein häufiges Symptom aufgrund der Reizung der Hirnhäute.
  • Übelkeit, Erbrechen: Können auftreten, wenn die Symptome stärker werden.
  • Rötung des Gesichts/Kopfes: Die Haut im Kopfbereich ist heiß und gerötet, während der restliche Körper normal temperiert sein kann. Fieber ist in der Regel nicht vorhanden.
  • Unruhe, Benommenheit oder Schläfrigkeit: Betroffene wirken oft müde oder verwirrt.

Was tun bei Sonnenstich?

  1. In den Schatten bringen: Die betroffene Person sofort an einen kühlen, schattigen Ort bringen.
  2. Kopf und Nacken kühlen: Feuchte, kühle Umschläge oder Handtücher auf Stirn, Kopf und Nacken legen. Dies hilft, die gereizten Hirnhäute zu beruhigen.
  3. Flüssigkeit zuführen: Reichlich trinken anbieten (Wasser, ungesüßten Tee, elektrolythaltige Getränke). Dies ist besonders wichtig, um einen Flüssigkeitsmangel auszugleichen.
  4. Ruhe bewahren: Die Person sollte sich hinlegen und ausruhen. Die Beine können leicht erhöht gelagert werden.
  5. Ärztliche Abklärung: Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen, insbesondere bei Kindern oder älteren Menschen, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.

Symptome und Erste Hilfe bei Hitzschlag

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, der sofortiges Handeln erfordert. Die Symptome sind oft drastischer und das Leben der betroffenen Person ist in Gefahr:

  • Hohe Körpertemperatur: Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad Celsius an.
  • Heiße, trockene Haut: Ein alarmierendes Zeichen ist das Ausbleiben von Schweiß, da der Körper seine Kühlfunktion eingestellt hat. Die Haut fühlt sich glühend heiß an.
  • Schneller Puls, flache Atmung: Das Herz versucht, die erhöhte Temperatur auszugleichen, und schlägt schneller.
  • Verwirrtheit, Sprachstörungen, Krämpfe: Das zentrale Nervensystem ist betroffen, was zu Desorientierung, Krampfanfällen oder Halluzinationen führen kann.
  • Bewusstlosigkeit: Im schlimmsten Fall kann die Person das Bewusstsein verlieren.
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Was tun bei Hitzschlag?

  1. Sofort Notruf wählen: Ohne Zögern den Rettungsdienst alarmieren (in Deutschland und EU-weit die 112).
  2. In den Schatten bringen: Die betroffene Person sofort an einen möglichst kühlen, schattigen Ort bringen.
  3. Körper kühlen: So schnell wie möglich die Körpertemperatur senken. Enge Kleidung öffnen oder entfernen. Den Körper mit feuchten Tüchern, Schwämmen oder kühlen (nicht eiskalten!) Umschlägen kühlen. Besonders effektiv ist das Kühlen an Hals, Achselhöhlen und Leisten.
  4. Lagerung: Die Beine leicht hochlagern.
  5. Keine Getränke geben: Wenn das Bewusstsein gestört ist oder die Person verwirrt ist, dürfen keine Getränke gegeben werden, da Erstickungsgefahr besteht.
  6. Vitalfunktionen überwachen: Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Puls und Atmung beobachten. Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung die stabile Seitenlage anwenden.

Wer ist besonders gefährdet?

Bestimmte Personengruppen reagieren empfindlicher auf Hitze und sind daher einem höheren Risiko für Sonnenstich und Hitzschlag ausgesetzt:

  • Kinder und ältere Menschen: Ihr Körper kann die Temperatur noch nicht so effizient regulieren oder die Regulationsmechanismen lassen mit dem Alter nach.
  • Sportler:innen bei starker Sonneneinstrahlung: Intensive körperliche Aktivität in der Hitze kann schnell zu Überhitzung führen.
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ihr Herz-Kreislauf-System ist bereits belastet und kann die zusätzlichen Anforderungen durch Hitze schlechter bewältigen.
  • Berufsgruppen mit Außenarbeit: Bauarbeiter:innen, Gärtner:innen oder andere, die bei hohen Temperaturen im Freien arbeiten müssen, sind einer ständigen Hitzebelastung ausgesetzt.
  • Personen mit Flüssigkeitsmangel: Eine unzureichende Trinkmenge verhindert die Kühlung durch Schwitzen.
  • Menschen unter Alkoholeinfluss oder psychoaktiven Substanzen: Diese Substanzen können die Wahrnehmung von Durst und Hitze beeinträchtigen sowie die Fähigkeit des Körpers zur Temperaturregulation stören.

So schützen Sie sich effektiv: Vorbeugung ist entscheidend

Der beste Schutz vor Hitzeerkrankungen ist die Prävention. Mit einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko erheblich minimieren:

  • Kopfbedeckung tragen: Insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung schützt eine leichte Mütze, ein Hut oder ein Tuch Kopf und Nacken. Dies ist besonders wichtig für Kinder und Personen mit wenig Haar.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie regelmäßig, auch wenn Sie keinen Durst verspüren. Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Säfte sind ideal. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und Alkohol.
  • Mittagssonne meiden: Bleiben Sie zwischen 11 und 16 Uhr, wenn die Sonne am intensivsten ist, im Schatten oder in klimatisierten Räumen.
  • Schatten suchen und leichte Kleidung wählen: Halten Sie sich so oft wie möglich im Schatten auf. Tragen Sie luftige, helle Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen, die die Körperwärme ableiten.
  • Körperliche Belastung anpassen: Verlegen Sie sportliche Aktivitäten oder anstrengende Gartenarbeit in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Wenn Sie sich für gesundheitsfördernde Kälteanwendungen interessieren, können Sie die Wirkung auf den Körper bei extremer Hitze nicht mit den Effekten beim Eisbaden vergleichen, da die Ursachen und Reaktionen völlig unterschiedlich sind.
  • Kühle Duschen oder Bäder: Eine kühle Dusche oder ein Fußbad kann helfen, die Körpertemperatur zu senken.
  • Räume kühl halten: Lüften Sie in den kühlen Morgen- und Abendstunden und halten Sie tagsüber Fenster und Vorhänge geschlossen, um die Hitze draußen zu halten.
  • Atemwegshygiene: In Zeiten erhöhter Gesundheitsrisiken ist auch die allgemeine Atemwegshygiene von Bedeutung, um das Immunsystem zu stärken.
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Hitze nicht unterschätzen

Sonnenstich und Hitzschlag sind ernstzunehmende Gesundheitsgefahren, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten. Die Fähigkeit, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, die Symptome frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schnell und angemessen zu handeln, kann Leben retten – nicht nur das eigene, sondern auch das von Angehörigen, Freund:innen oder Kolleg:innen. Bewahren Sie bei Hitze stets einen kühlen Kopf, bleiben Sie aufmerksam und informieren Sie sich über die Risiken. Das Wissen und die Achtsamkeit machen den entscheidenden Unterschied.

Mehr Informationen

Weitere Informationen und Tipps zum Umgang mit Hitze erhalten Sie in unserer Broschüre “Sommer, Sonne, Hitze” und auf unserer Website im Bereich “Hitze“.

Dieser Artikel ist Teil eines Schwerpunktes zum Thema Hitze.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie außerdem auf der Plattform gesundheit.gv.at auf den folgenden Seiten: