Die T-RENA, kurz für Trainingstherapeutische Rehanachsorge, ist ein essenzieller Baustein für Patient:innen mit Beeinträchtigungen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Sie schließt die Lücke zwischen stationärer oder ambulanter Rehabilitation und der Rückkehr in den Alltag sowie das Berufsleben. Dieses spezialisierte Programm zielt darauf ab, die erlernten therapeutischen Maßnahmen zu festigen und deren Anwendung im täglichen Leben zu fördern. Eine erfolgreiche Nachsorge kann maßgeblich dazu beitragen, langfristige Gesundheitsziele zu erreichen und die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen oder zu erhalten.
Was genau ist T-RENA?
T-RENA verfolgt das primäre Ziel, die allgemeine und spezielle Leistungs- und Belastungsfähigkeit zu steigern, insbesondere im Hinblick auf die Erwerbstätigkeit. Dies umfasst sowohl physische Aspekte wie den Muskelaufbau und die Stärkung des Skelett- und Herz-Kreislauf-Systems, als auch die Stabilisierung psychischer Fähigkeiten, die Steigerung der Belastbarkeit im Alltag, die Stärkung von Ressourcen und die Verbesserung der Regenerationsfähigkeit. Durch gerätegestütztes Training in den Nachsorgeeinrichtungen werden Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer kontinuierlich trainiert. So wird sichergestellt, dass die gesundheitsfördernden Maßnahmen aus der Reha nicht nur fortgesetzt, sondern auch nachhaltig in den Alltag integriert werden können. Dies kann beispielsweise durch ein minijob mit rentenversicherung unterstützt werden, um die Belastbarkeit schrittweise zu steigern.
Für wen ist eine T-RENA geeignet?
Grundsätzlich richtet sich die T-RENA an alle Personen mit Beeinträchtigungen des Haltungs- und Bewegungsapparates, unabhängig von der spezifischen Grunderkrankung. Eine wesentliche Voraussetzung ist der Abschluss einer medizinischen Rehabilitation. Der behandelnde Arzt muss eine T-RENA Maßnahme empfehlen, und es muss eine positive Erwerbsprognose vorliegen, die eine Arbeitsfähigkeit von mindestens drei Stunden pro Tag zulässt. Die vorherige Rehabilitation muss zumindest teilweise erfolgreich gewesen sein, sodass die T-RENA darauf aufbauen kann, um die vollständige Erreichung der Teilziele oder weitere, die Erwerbsfähigkeit nachhaltig wiederherstellende Veränderungen anzustreben. Darüber hinaus ist T-RENA eine sinnvolle Option für Personen, die durch ein solches Nachsorgeprogramm ein gesundheitsförderndes Sportprogramm mit regelmäßigem Training dauerhaft in ihre Alltagsroutine integrieren möchten.
Was beinhaltet eine T-RENA Maßnahme?
Eine Standard-T-RENA Maßnahme umfasst in der Regel 26 Behandlungseinheiten, die in Gruppensitzungen stattfinden. Sollten die Behandlungsziele in diesem Zeitraum noch nicht vollständig erreicht, aber mit einer Verlängerung erreichbar sein, können in Ausnahmefällen maximal 26 weitere Einheiten gewährt werden. Die Nachsorgetherapeut:innen erstellen nach sorgfältiger Prüfung aller medizinischen Informationen und der individuellen gesundheitlichen Entwicklung der Patient:innen sowie nach einem persönlichen Gespräch ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm. Das Training selbst erfolgt unter fachlicher Anleitung von qualifiziertem Personal. Kernbestandteile sind vorbereitende Übungen, allgemeines Ausdauer- und Krafttraining, spezifisches Beweglichkeits-, Koordinations-, Kraft- und Ausdauertraining zur Verbesserung der organzentrierten Funktionen sowie der Aufbau und die Festigung motorischer Grundmuster und Aktivitäten des täglichen Lebens. Nach Abschluss der Maßnahme erstellt die Nachsorgetherapeut:in einen Abschlussbericht und sendet diesen zusammen mit der Rechnung an den Kostenträger, der bereits die medizinische Rehabilitation finanziert hat.
Formen der trainingstherapeutischen Rehanachsorge
Es existieren sowohl konventionelle T-RENA-Angebote, bei denen die Therapieeinheiten vor Ort wahrgenommen werden, als auch digitale Therapieformen, die unter dem Begriff multimodale digitale Reha-Nachsorge zusammengefasst werden. Beide Ansätze verfolgen dieselben Ziele und beinhalten ähnliche Trainingsinhalte, bieten jedoch unterschiedliche Flexibilitätsgrade.
Konventionelle T-RENA vor Ort
Bei der konventionellen T-RENA wird das Programm individuell angepasst und besteht aus 26 Einheiten à 60 Minuten. Die Termine werden nach Möglichkeit an die sonstigen Verpflichtungen der Patient:innen angepasst, da während der Nachsorge in der Regel keine Freistellung mehr erfolgt. In gut ausgestatteten Räumlichkeiten absolvieren die Teilnehmer:innen in Kleingruppen von bis zu 12 Personen unter fachlicher Anleitung ihr individuelles Training. Ein Ansprechpartner steht jederzeit zur Verfügung, um Fragen zu beantworten, Probleme zu lösen oder den Trainingsplan bei Bedarf anzupassen.
Digitale T-RENA
Die digitale Reha-Nachsorge im T-RENA Konzept nutzt eine App und die Begleitung durch medizinisches Fachpersonal. Trainingsübungen und Seminare sind über eine App zugänglich und in den persönlichen Trainingsplan integriert, der zu Beginn mit der Nachsorgetherapeut:in festgelegt wird. Das Training kann flexibel über Smartphones, PCs, Tablets oder internetfähige Fernseher absolviert werden. Während der gesamten Nachsorge besteht fortlaufend Kontakt zu medizinisch-therapeutischem Personal, das die Trainingspläne anhand des Feedbacks der Patient:innen anpasst. Die Dokumentation der Trainingseinheiten über die App ist Pflicht und dient als Nachweis der Durchführung. Zugelassene Apps wie Caspar Health, EvoCare, Prothera Fit und Flowzone erfüllen die Qualitätskriterien, und die Kosten werden von der Deutschen Rentenversicherung übernommen. Die Entscheidung zwischen Präsenz- und digitaler T-RENA hängt von den persönlichen Präferenzen ab – ob der direkte Kontakt oder die Flexibilität im Vordergrund steht.
Kombinierte Nachsorgeangebote
Für eine optimale Versorgung besteht auch die Möglichkeit, Präsenz- und digitale Nachsorge zu kombinieren. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn nicht alle angestrebten therapeutischen Maßnahmen wohnortnah erreichbar sind.
Beantragung einer T-RENA
Für eine T-RENA ist kein gesonderter Antrag beim Kostenträger erforderlich. Die Notwendigkeit einer trainingstherapeutischen Rehanachsorge wird vom Ärzteteam der Rehaeinrichtung festgestellt und die ärztliche Empfehlung dient als Kostenzusage. Noch während der Reha wird in Absprache mit dem Ärzteteam oder dem Sozialdienst Kontakt zu einer Nachsorgeeinrichtung aufgenommen, um die zeitnahe Verfügbarkeit zu klären. Die Nachsorgetherapeut:innen erhalten alle relevanten Patienteninformationen, um einen reibungslosen Übergang von der Reha zur Nachsorge zu gewährleisten.
Fazit
Die T-RENA bietet eine hervorragende Möglichkeit, nach einer Rehabilitation berufsbegleitend an der weiteren Genesung zu arbeiten und gesundheitsfördernde Maßnahmen langfristig im Alltag zu etablieren. Dank der flexiblen Optionen, sowohl in Präsenz als auch digital oder hybrid, steht einer individuellen und effektiven Rehanachsorge nichts im Wege, um die eigene Gesundheit nachhaltig zu verbessern.
