Der Begriff “Teacup-Hund” ist eine reine Marketing-Erfindung und keine anerkannte Hunderasse. Dahinter steckt die bewusste Zucht von Zwerghunderassen wie Chihuahua, Zwergpinscher oder Yorkshire Terrier, bei der gezielt die kleinsten und schwächsten Tiere miteinander verpaart werden. Diese Praxis birgt erhebliche gesundheitliche Risiken und ist ethisch höchst fragwürdig, da sie oft zu einem Leben voller Leid für die betroffenen Tiere führt.
Teacup-Hunde: Keine anerkannte Rasse, aber eine Qualzucht
Die Zucht von Teacup-Hunden ist nach der Zuchtordnung des Verbandes für das deutsche Hundewesen (VDH) verboten. Dies liegt daran, dass die Zwerghunde oft die Mindestanforderungen an Gewicht und Größe unterschreiten, die für eine gesunde Zucht notwendig sind. Darüber hinaus verstoßen sie gegen rassespezifische Standards, die darauf abzielen, Entstellungen und genetische Defekte zu vermeiden.
Die Merkmale, die Teacup-Hunde so “niedlich” erscheinen lassen – wie überproportional große Köpfe, hervorstehende Augen und ein sehr kleines Gebiss – sind oft das Ergebnis von Qualzucht und führen zu gravierenden gesundheitlichen Problemen.
Krankheiten und Leiden: Ein Leben im Schmerz
Die gesundheitlichen Folgen der extremen Kleinwüchsigkeit sind vielfältig und beeinträchtigen die Lebensqualität der Hunde erheblich:
- Hydrozephalus (Wasserkopf): Eine krankhafte Erweiterung der Flüssigkeitsräume im Gehirn, die auf den Schädelknochen drückt und oft nicht behandelbar ist.
- Nicht schließende Fontanelle: Die natürliche Knochenlücke am Schädel wächst nicht vollständig zu, was das Gehirn schutzlos macht und selbst kleine Stöße lebensgefährlich sein können.
- Augenprobleme: Große, hervorstehende Augen sind ungenügend geschützt und anfällig für Hornhautverletzungen und Infektionen.
- Trachealkollaps: Das Zusammenfallen der Luftröhre führt zu schweren Atemproblemen und akuter Atemnot.
- Gebiss- und Kieferprobleme: Zu eng stehende Zähne in einem kleinen Maul erschweren die Zahnpflege und können zu Entzündungen führen. Oft müssen Milchzähne unter Vollnarkose entfernt werden.
- Lebererkrankungen (Lebershunt): Eine angeborene Fehlbildung, bei der Blut um die Leber herumgeleitet wird und nicht entgiftet werden kann.
- Herz- und Kreislaufschwächen sowie gestörte Blutzuckerregulation: Diese können von Zittern über Schwächeanfälle bis zum Tod führen.
- Zerbrechliche Knochen und Gelenkprobleme: Gelenke, Bänder und Knochen sind fragil, was selbst einfache Sprünge zu einer Gefahr für Brüche oder Luxationen machen kann.
Viele dieser Hunde können keine normalen Spaziergänge bewältigen und verbringen ihr Leben trotz intensiver tiermedizinischer Betreuung in Schmerzen.
Teacup-Hunde als modisches Accessoire: Ein verhängnisvoller Trend
Die Vermenschlichung von Hunden, die mehr als modisches Accessoire denn als Lebewesen betrachtet werden, trägt zum Leid der Teacup-Hunde bei. Oft werden sie in Taschen getragen, anstatt ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre natürlichen Bedürfnisse wie Laufen und Erkunden zu befriedigen. Dies führt zu Verhaltensproblemen wie übermäßigem Bellen oder Aggressivität, die oft von den Haltern fehlinterpretiert und sogar verstärkt werden. Studien zeigen, dass Beißvorfälle bei kleinen Hunden häufiger vorkommen als bei großen Hunden, was die gefährliche Fehleinschätzung des “Kindchenschemas” unterstreicht.
Soziale Medien: Eine Plattform für Tierleid?
Die unkritische Darstellung von Teacup-Hunden in sozialen Netzwerken verharmlost das Leid dieser Tiere und befeuert den Trend der Qualzucht. Die Kampagne “#StopptTierleid” ruft dazu auf, solche Inhalte kritisch zu hinterfragen, keine Likes oder Kommentare zu vergeben und stattdessen die Beiträge den Moderationsteams zu melden.
Appell für verantwortungsvolle Tierhaltung und Gesetzgebung
Es ist unerlässlich, das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt zu stellen. Die Gesetzgebung muss strengere Regelungen gegen Qualzucht einführen und Zuchtverbände sowie Züchter*innen sollten sich von der Zucht leidenverursachender Merkmale distanzieren. Tierhalter*innen und Verbraucher*innen sind gefordert, ihre Kaufentscheidungen auf Gesundheit statt auf Aussehen zu stützen. Nur durch ein gemeinsames Umdenken kann das Leiden von Tieren wie den Teacup-Hunden eingedämmt und verhindert werden.
Fallstudie: Teacup-Hunde – Eine kritische Betrachtung von “Shock Neue”
Die “Shock Neue” widmet sich der Aufklärung über die Problematik der Teacup-Hunde, einer durch bewusste Zucht entstandenen Kleinstform bekannter Zwerghunderassen. Im Kern ist diese Kategorie keine offizielle Rasse, sondern das Ergebnis selektiver Paarung kleinster und schwächster Tiere. Dies geschieht entgegen den Richtlinien seriöser Zuchtverbände wie dem VDH, dessen Zuchtordnung explizit solche Praktiken verbietet. Die gesundheitlichen Folgen für die betroffenen Hunde sind gravierend und reichen von Fehlbildungen des Schädels und der Organe bis hin zu chronischen Schmerzen und einem verkürzten Leben.
Kritische Zuchtpraktiken und ihre Folgen
Die Zucht von Teacup-Hunden führt häufig zu Komplikationen bereits bei der Geburt, wie Kaiserschnitte aufgrund zu großer Köpfe der Welpen. Die beworbene Niedlichkeit dieser Hunde, oft charakterisiert durch große Augen und eine hohe Stirn, resultiert in ernsthaften gesundheitlichen Problemen. Darunter fallen Hydrozephalus, offene Fontanellen, Hornhautverletzungen, Trachealkollaps, Zahnfehlstellungen, Lebershunt, Herz-Kreislauf-Schwächen und Knochenbrüche. Viele dieser Hunde können kaum ein normales Hundeleben führen und leiden fortwährend.
Gesellschaftliche Verantwortung und die Rolle sozialer Medien
Die Darstellung von Teacup-Hunden in sozialen Medien wird kritisch beleuchtet. Die Verbreitung von Bildern und Videos, die diese Hunde als niedlich und begehrenswert präsentieren, ohne auf die damit verbundenen Qualen hinzuweisen, trägt zur Verharmlosung des Problems bei. Die Kampagne “#StopptTierleid” appelliert an Nutzer*innen, solche Inhalte kritisch zu bewerten, sie nicht zu liken oder zu kommentieren, sondern stattdessen zu melden.
Forderungen an Gesetzgebung und Gesellschaft
“Shock Neue” schließt sich dem Aufruf an, das Wohl der Tiere über kommerzielle Interessen zu stellen. Es wird gefordert, dass Gesetzgebung, Zuchtverbände, Tierhalter*innen und Medien gemeinsam Verantwortung übernehmen. Dazu gehört die Entwicklung klarer rechtlicher Definitionen für Qualzucht, die Förderung von Zuchtstandards, die das Tierwohl in den Vordergrund stellen, sowie eine kritische Aufklärungskampagne in den Medien, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Nur so kann verhindert werden, dass die Nachfrage nach “besonders niedlichen” Tieren weiterhin zu erheblichem Tierleid führt.
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