Börsenbericht: Aktien unter Druck – Valneva, Novavax & Co. am 02.12.2021

Grafik zum Börsenbericht über Valneva, Novavax, Teamviewer und Nordex

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am 2. Dezember 2021 weiterhin stark beeinflusst von der Unsicherheit rund um die Omikron-Variante des Coronavirus. Diese neue Variante sorgte für eine spürbare Nervosität an den Börsen, da die Sorge vor neuen globalen Einschränkungen und deren potenziellen wirtschaftlichen Folgen wuchs. Die Reaktionen der Politik auf die sich schnell verbreitende Variante befeuerten diese Ängste zusätzlich und führten zu einem insgesamt schwachen Handelstag. Investoren zeigten sich vorsichtig und zogen Kapital aus risikoreicheren Anlagen ab, was den DAX deutlich unter Druck setzte und die Stimmung an den Märkten trübte.

Der Handelstag im Detail: Omikron dominiert die Stimmung

Die globale Unsicherheit, die durch die Omikron-Variante ausgelöst wurde, erwies sich einmal mehr als Bremse für die Entwicklung des Aktienmarktes. Der noch dichte Prognosenebel über die tatsächliche Gefährlichkeit und die Auswirkungen der Variante hielt die Anleger in Atem. Gleichzeitig sorgten die schnellen und teils drastischen politischen Reaktionen weltweit für die Befürchtung neuer ökonomischer Belastungen und Lockdowns, die das gerade erst wieder an Fahrt gewinnende Wirtschaftswachstum gefährden könnten. Zum Handelsschluss verzeichnete der DAX einen Verlust von 210 Zählern und schloss bei 15.263 Punkten. Diese Entwicklung spiegelte die allgemeine Zurückhaltung und die gestiegene Risikowahrnehmung wider, wobei vor allem zinssensitive Sektoren und Branchen mit hoher Reiseabhängigkeit litten.

Grafik zum Börsenbericht über Valneva, Novavax, Teamviewer und NordexGrafik zum Börsenbericht über Valneva, Novavax, Teamviewer und Nordex

Einzelwerte im Fokus: Impfstoffhersteller und Technologiewerte

Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen an diesem Handelstag insbesondere die Hersteller von Corona-Impfstoffen, deren Kursbewegungen direkt von Nachrichten zur Pandemie und den Zulassungsprozessen beeinflusst wurden. Aber auch andere Einzelwerte zeigten signifikante Bewegungen.

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Valneva mit beschleunigter Zulassungsprüfung

Die Aktie des französischen Impfstoffherstellers Valneva (FR0004056851) erlebte einen volatilen Handelstag auf Xetra, konnte sich aber trotz des schwachen Marktumfelds stabilisieren und schloss nur leicht mit 0,79 % im Minus bei 27,80 Euro. Positiv wirkte sich hierbei die Nachricht der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) aus, dass der Zulassungsprozess für den COVID-19-Impfstoff von Valneva, VLA2001, beschleunigt geprüft werden soll. Die EMA hatte ein Rolling-Review-Verfahren eingeleitet, um die Daten des Impfstoffs fortlaufend zu bewerten, was die Hoffnung auf eine baldige Marktzulassung nährte. Valnevas Impfstoff, der auf einer inaktivierten Ganzvirus-Technologie basiert, gilt als vielversprechende Alternative zu den mRNA-Impfstoffen und könnte eine wichtige Rolle in der globalen Impfkampagne spielen. Die beschleunigte Prüfung signalisiert Vertrauen der Behörden in die bisher vorgelegten Daten und könnte Valneva einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Novavax unter Druck durch Klage

Gänzlich anders sah die Lage bei Novavax (US6700024010) aus, deren Aktienkurs deutlich unter die Räder kam. Anwälte einer renommierten Kanzlei aus Century City, Kalifornien, reichten eine Klage ein, die Novavax und einigen seiner Führungskräfte vorwirft, wesentliche Informationen über die tatsächlichen Zulassungschancen ihres Corona-Impfstoffes nicht transparent offengelegt zu haben. Diese Anschuldigungen belasten das Unternehmen schwer und führten zu erheblichen Kursverlusten. Die Novavax-Aktie notierte im Handel in New York mit einem Abschlag von 11,77 % bei 169,98 US-Dollar. Die Klage erhöht die Unsicherheit für Anleger und könnte potenzielle Verzögerungen im Zulassungsprozess oder finanzielle Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen, was sich direkt im Vertrauen der Investoren widerspiegelt.

Teamviewer taumelt auf Jahrestief

Auch die Aktie des deutschen Softwareunternehmens Teamviewer (DE000A2YN900) zeigte eine schwache Performance. Die Titel verloren 5,31 % und schlossen bei 11,225 Euro, womit sie ein neues Jahrestief markierten. Aus charttechnischer Sicht präsentierte sich das Bild düster, nachdem der Kurs bereits am 1. November 2021 unter die wichtige Unterstützung bei 12,465 Euro gefallen war und in einer anschließenden Gegenbewegung an dieser Marke abgeprallt war. Dies deutet auf einen anhaltenden Abwärtstrend hin und signalisiert fehlende Käufer im Markt. Teamviewer, bekannt für seine Softwarelösungen für Fernwartung und Online-Meetings, leidet möglicherweise unter einer allgemeinen Neubewertung von Technologieaktien, aber auch unter spezifischen Herausforderungen wie verstärktem Wettbewerb oder Anpassungsschwierigkeiten nach dem Pandemie-bedingten Boom.

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Nordex: Großauftrag kann nicht überzeugen

Der Windenergieanlagenbauer Nordex (DE000A0D6554) konnte ebenfalls kaum von positiven Nachrichten profitieren. Obwohl das Unternehmen einen Großauftrag aus Schottland über die Lieferung von zwölf Turbinen des Typs N133 mit einer Gesamtleistung von rund 50 MW für den Windpark Cumberhead verbuchen konnte, gab die Aktie nach. Die Turbinen, die jeweils eine Leistung von 4,165 MW aufweisen, beinhalten zudem einen Wartungs- und Instandhaltungsvertrag über 25 Jahre. Dieser Auftrag unterstreicht die solide Position von Nordex im Bereich der erneuerbaren Energien. Dennoch gab die Nordex-Aktie im Zuge des allgemein schwachen Marktsentiments um 2,44 % auf 15,21 Euro nach, konnte sich aber von ihrem Tagestief bei 14,81 Euro deutlich erholen. Dies zeigt, wie stark der breitere Markt die Einzelwerte beeinflusste, selbst bei positiven Unternehmensergebnissen.

Weitere Marktindikatoren

Abseits der Einzelaktien gab es auch bei den Währungspaaren und Rohstoffen Bewegung. Der US-Dollar verzeichnete gegenüber dem Euro einen leichten Zuwachs von 0,17 % und notierte bei 1,13 Dollar. Der Schweizer Franken hielt sich stabil und notierte bei 1,0404 Franken je Euro auf dem Niveau des Vortages. Bei den Edelmetallen zeigte sich ein uneinheitliches Bild, während der Ölpreis leicht zulegen konnte, was auf eine weiterhin robuste Nachfrage trotz Omikron-Sorgen hindeuten könnte. Auch die Renditen langer Staatsanleihen in den USA und Deutschland entwickelten sich uneinheitlich, was die divergierenden Erwartungen an die Geldpolitik und die Inflationsentwicklung in den beiden Regionen widerspiegelt. Diese makroökonomischen Indikatoren tragen zusätzlich zur Komplexität der Gesamtmarktsituation bei.

Fazit und Ausblick

Der Handelstag vom 2. Dezember 2021 stand exemplarisch für die Verunsicherung, die die Finanzmärkte im Angesicht der Omikron-Variante erfasste. Während einige Unternehmen wie Valneva von positiven Nachrichten im Kontext der Pandemie profitierten, litten andere wie Novavax unter rechtlichen Problemen oder wie Teamviewer und Nordex unter dem allgemeinen Abwärtssog des Marktes. Die Volatilität bleibt hoch, und die Entwicklung der Pandemie sowie die Reaktion der Politik werden weiterhin entscheidende Faktoren für die Stimmung und die Kursentwicklung an den Börsen sein. Anleger sind gut beraten, die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen und ihre Portfolios entsprechend anzupassen, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.

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