Nach anderthalb enttäuschenden Spielzeiten hat der belgische Erstligist KRC Genk seinen Cheftrainer Thorsten Fink von seinen Aufgaben entbunden. Die Entscheidung fiel nach einem 1:1-Unentschieden gegen Westerlo am Sonntagabend, das die anhaltende Formkrise des Teams unterstrich. Fink, ein ehemaliger Mittelfeldspieler des FC Bayern München, hatte in seiner ersten vollständigen Saison mit Genk zwar die Meisterschafts-Playoffs als Tabellenführer erreicht, doch das Team verlor dort den Anschluss und musste sich letztlich Union Saint-Gilloise und dem späteren Meister Club Brügge geschlagen geben. Die Erwartungen waren hoch, doch die Realität der aktuellen Spielzeit sah anders aus.
Die enttäuschende Saison 2024/25
Die aktuelle Saison verlief für Thorsten Fink und KRC Genk alles andere als zufriedenstellend. Die Mannschaft startete holprig in die Liga, und obwohl es vor einigen Wochen Anzeichen einer Erholung gab, blieben die Mängel aus der frühen Saisonphase bestehen. Das Unentschieden gegen Westerlo war das erste Spiel seit dem 30. November, in dem Genk nicht als Verlierer vom Platz ging – damals gelang ein knapper 2:1-Sieg gegen OH Leuven. Seitdem hagelte es Niederlagen: ein 1:3 gegen Anderlecht, ein 0:3 gegen Antwerpen und eine 0:1-Auswärtsniederlage gegen den FC Midtjylland in der Europa League, die das Aus im europäischen Wettbewerb bedeutete. Es war offensichtlich, dass das 1:1 gegen Westerlo der berühmte Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte; Fink benötigte dringend ein positives Ergebnis, um seinen Job zu retten. Die fehlende Konstanz und die mangelnde Durchschlagskraft in entscheidenden Momenten wurden dem deutschen Trainer zum Verhängnis.
Fink’s Bilanz und vorherige Stationen
Thorsten Fink ist in der belgischen Pro League und darüber hinaus ein bekannter Name und dürfte sicherlich neue Angebote erhalten. In seiner ersten Amtszeit bei Sint-Truiden hatte er die Mannschaft zu einem attraktiven und aufregenden Fußballstil geführt. Auch in seinem ersten Jahr bei Genk zeigte er vielversprechende Ansätze und steuerte das Team an die Spitze der Tabelle vor den Playoffs. Es wird gemunkelt, dass der Abgang seines besten Stürmers, Tolu Arokodare, eine Rolle bei den späteren Schwierigkeiten spielte. Dennoch sollte die Qualität des aktuellen Genk-Kaders mehr als sechs Siege, sechs Unentschieden und sechs Niederlagen in 18 Ligaspielen ermöglichen. Mit bereits 14 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Union Saint-Gilloise sind die Meisterschaftsambitionen der Genker in weite Ferne gerückt.
Fink, der einst als vielversprechender Trainer galt und Stationen bei internationalen Clubs wie dem Hamburger SV, FC Basel (wo er Titel gewann) und Austria Wien hatte, schien in Genk nicht die richtige Mischung gefunden zu haben. Seine taktischen Entscheidungen und die Fähigkeit, die Mannschaft zu motivieren, wurden in den letzten Wochen zunehmend in Frage gestellt. Die Vereinsführung, die für ihre hohen Ansprüche bekannt ist, sah sich gezwungen zu handeln, um einen weiteren sportlichen Abwärtstrend zu verhindern.
Auswirkungen auf KRC Genk und die Suche nach einem Nachfolger
Die Entlassung von Thorsten Fink läutet eine Phase der Ungewissheit für KRC Genk ein. Einige Genk-Fans haben bereits Namen wie Nicky Hayen ins Spiel gebracht, der kürzlich bei Club Brügge durch Ivan Leko ersetzt wurde und somit verfügbar wäre. In der Zwischenzeit haben die Genker die Assistenten Domenico Olivieri und Michel Ribeiro vorübergehend mit der Leitung der Mannschaft betraut. Es wird erwartet, dass der Verein rasch einen neuen Cheftrainer finden wird, der in der Lage ist, das Team wieder auf Kurs zu bringen und die ambitionierten Ziele des Clubs zu verfolgen. Die Herausforderung besteht darin, die Mannschaft zu stabilisieren, verlorenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen und die Saison mit einer ansprechenden Leistung abzuschließen, um sich eventuell noch für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren.
Die Entscheidung, sich von Fink zu trennen, war schmerzhaft, aber angesichts der sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse wohl unvermeidlich. Der KRC Genk steht nun vor der Aufgabe, nicht nur einen neuen Trainer zu finden, sondern auch eine klare Vision für die Zukunft zu entwickeln, um langfristig wieder an die Spitze des belgischen Fußballs zurückzukehren. Die Fans erhoffen sich eine schnelle und wirksame Lösung, die dem Potenzial des Kaders gerecht wird und die Mannschaft wieder zu alter Stärke führt. Es bleibt abzuwarten, welche Richtung der Verein einschlagen wird, um die Wende herbeizuführen und die Erwartungen der Anhänger zu erfüllen.
