In fast jedem deutschen Haushalt findet sich ein Toaster, der uns morgens mit knusprig geröstetem Brot den Tag versüßen soll. Doch immer wieder warnen Verbraucherschützer vor potenziellen Gefahren, die von diesen alltäglichen Küchenhelfern ausgehen können. Brände durch überhitzte Geräte oder defekte Kabel sind keine Seltenheit. Angesichts dieser Meldungen stellt sich die Frage: Wie sicher sind aktuelle Toastermodelle wirklich? Können preisgünstige Geräte aus dem Discounter mit bekannten Markenprodukten mithalten? WDR Markt hat sechs gängige Toaster im Labor und im Praxistest genau unter die Lupe genommen, um Klarheit zu schaffen und Verbrauchern eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.
Getestete Produkte: Vielfalt im Preissegment
Für diesen Test wurden sechs handelsübliche Toaster aus verschiedenen Preiskategorien ausgewählt, um eine breite Marktübersicht zu gewährleisten:
- Action GmbH TO 130612: Ein besonders preiswerter Toaster für nur 9,79 Euro.
- Kodi TecTro TA 171: Ebenfalls im unteren Preissegment für 12,89 Euro.
- Rossmann Ideenwelt TA 1701-GS: Ein Modell für 19,99 Euro.
- Lidl Silvercrest STEC 920 A1: Die Eigenmarke von Lidl für 19,99 Euro.
- Bosch DesignLine TAT3P424DE/01: Ein Markenprodukt im mittleren Preissegment für 69,99 Euro.
- WMF Stelio Toaster Edition: Ein weiteres hochwertiges Markenmodell für 69,99 Euro.
Fünf der getesteten Geräte verfügten über das GS-Siegel für geprüfte Sicherheit, eines trug das VDE-Prüfsiegel. Diese Prüfzeichen sind ein erster Indikator für die Sicherheit der Geräte.
Brandgefahr im Haushalt: Wenn der Toaster zur Gefahr wird
Elektrogeräte sind eine häufige Ursache für Wohnungsbrände in Deutschland. Der Toaster gehört dabei zu den zehn Geräten, die am häufigsten für Küchenbrände verantwortlich gemacht werden. Hendrik Schäfer vom VDE-Prüfinstitut erklärt, dass die häufigste Brandursache oft nicht im Gerät selbst liegt, sondern in der Fehlbedienung durch den Nutzer. Dazu zählt beispielsweise der Betrieb des Toasters zu nah an brennbaren Materialien wie Vorhängen oder unter Oberschränken. Auch das Nichtverwenden des Brötchenaufsatzes kann zu Hitzestau führen, der das Gerät überhitzen und in Brand setzen kann.
Besondere Vorsicht ist bei Geräten geboten, die aus nicht-europäischen Ländern über Online-Billigshops bestellt werden. Diese unterliegen nicht immer ausreichenden Sicherheitskontrollen und können eine erhebliche Gefahrenquelle darstellen.
Die Spotprüfung: Auf der Suche nach Sicherheitsmängeln
Im Labor des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in Offenbach wurden die Toaster einer technischen Prüfung unterzogen. Im Fokus standen dabei Überhitzung, die Gefahr eines Stromschlags und die Anwesenheit von Schadstoffen. Darüber hinaus wurde auf weitere Mängel wie leicht lösbare Kleinteile, die verschluckt werden könnten, und fehlende Bedienungsanleitungen geachtet. Bei einem Gerät wurde ein zu leicht lösbarer Kunststofffuß bemängelt, bei einem anderen das Fehlen einer Online-Bedienungsanleitung.
Keine Überhitzungsgefahr festgestellt
Die Elektroingenieure prüften die Toaster auf ihre tatsächliche Leistung im Vergleich zu den Angaben auf dem Typenschild. Eine Abweichung nach oben könnte zu einer Überhitzung und somit zu einer erhöhten Brandgefahr führen. Erfreulicherweise hielten alle sechs getesteten Geräte die angegebenen Leistungswerte ein, sodass hier keine Überhitzungsgefahr bestand.
Stromschlaggefahr durch mangelhafte Isolierung?
Ein weiterer wichtiger Sicherheitsparameter ist die Isolierung der Geräte. Nur eine einwandfreie Isolierung schützt den Nutzer vor einem Stromschlag. Die Toaster wurden einer Spannungsüberschlagsprüfung bei 1000 Volt und anschließend bei 3000 Volt unterzogen. Auch hier zeigten sich bei keinem der Geräte Sicherheitsmängel oder Lecks.
Schadstoffprüfung: Unbedenkliche Materialien
Parallel zu den technischen Prüfungen untersuchten Chemiker die Materialien der Toaster auf Schadstoffe. Im Fokus standen hormonell wirksame Weichmacher, krebserregende Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und das allergieauslösende Chrom VI. Die Analysen ergaben erfreulicherweise, dass bei keinem der untersuchten Toaster die Grenzwerte für diese Schadstoffe überschritten wurden.
Der Praxistest: Gleichmäßiges Rösten im Fokus
Neben der Sicherheit stand im Praxistest die Qualität des Röstens im Vordergrund. Können die günstigen Discounter-Modelle mit den Markenprodukten mithalten, wenn es um ein gleichmäßig gebräuntes Toastbrot geht? Zunächst wurden alle Geräte auf die mittlere Röststufe eingestellt. Die Ergebnisse fielen erwartungsgemäß unterschiedlich aus, was auf die unterschiedliche Leistung (Wattzahl) der Geräte zurückzuführen ist. Anschließend wurden die Röststufen bei den Modellen angepasst, die in der ersten Runde kein zufriedenstellendes Ergebnis lieferten.
Bräunungskontrolle und Dauerbetrieb
Besonders interessant war die Leistung der Toaster im Dauerbetrieb. Hier konnte der Silvercrest Toaster von Lidl mit einem besonders gleichmäßigen Röstergebnis überzeugen, was auf seine integrierte Bräunungskontrolle zurückzuführen ist. Auch die Toaster von Bosch und WMF lieferten nach mehreren Durchgängen recht gleichmäßige Resultate. Bei den preisgünstigeren Geräten von Action und Kodi fiel das Bräunungsergebnis weniger einheitlich aus.
Auftaufunktion für gefrorenes Brot
Vier der getesteten Toaster waren mit einer Auftaufunktion (Defrost) ausgestattet. Diese Funktion soll sicherstellen, dass gefrorene Toastscheiben bei gleicher Röststufe genauso gut getoastet werden wie frisches Brot. Besonders gut funktionierte diese Funktion bei den Modellen von Lidl, Bosch und Rossmann.
Fazit: Prüfzeichen sind aussagekräftig
Die Stichprobe der sechs Toaster ergab keine gravierenden Sicherheitsmängel im Labor- und Praxistest. Hendrik Schäfer vom VDE-Prüfinstitut bestätigt: “Das Thema ‘Prüfzeichen’ funktioniert über alle Preissegmente vom günstigen Discountergerät bis hin zum Markenprodukt.” Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies, dass sie nicht zwingend auf potenziell unsichere Produkte aus dem nicht-europäischen Ausland zurückgreifen müssen. Wer Wert auf zusätzlichen Komfort und eine besonders gleichmäßige Röstung legt, ist mit mittelpreisigen oder Marken-Toastern gut beraten. Generell bieten die geprüften Modelle, unabhängig vom Preis, ein sicheres Röstvergnügen.
