Als leidenschaftliche Verfechterin der deutschen Esskultur und engagierte Food-Expertin bei Shock Naue freue ich mich, Ihnen heute ein Rezept vorzustellen, das unser Verständnis von Tofu revolutionieren wird. Ursprünglich für mein nächstes Kochbuch vorgesehen, konnte ich dieses Juwel einfach nicht länger für mich behalten. Es ist mehr als nur ein Rezept; es ist ein Game Changer, der selbst eingefleischte Tofu-Skeptiker begeistern wird. Ich bin normalerweise zurückhaltend mit großen Ankündigungen, aber von diesem Tofu bin ich so überzeugt, dass ich es laut verkünden muss: Das ist der weltbeste Tofu, den Sie je probieren werden! Bereiten Sie sich darauf vor, Ihre Meinung über Tofu für immer zu ändern. Wenn Sie generell auf der Suche nach vielseitigen und nährstoffreichen Mahlzeiten sind, könnten auch unsere vegetarische protein rezepte Sie inspirieren.
Bisher fand Tofu bei uns eher selten den Weg ins Rampenlicht. Mein Mann schätzt Räuchertofu, während ich Naturtofu besonders in asiatischen Nudelgerichten liebe. Oft war er jedoch eine Beilage zum Gemüse und selten der Star des Tellers. Das änderte sich schlagartig, als ich mir in den letzten Wochen intensiv mit der optimalen Zubereitung von Tofu widmen konnte. Ich experimentierte mit verschiedenen Techniken und fand so die Methode, die für mich zum perfekten und wirklich weltbesten Tofu führte. Mit den folgenden fünf Tipps werden auch Sie zum absoluten Tofu-Fan. Wetten?
1. Den Tofu richtig pressen – Für die perfekte Konsistenz
Der erste und vielleicht wichtigste Schritt zu einem herausragenden Tofu ist das Pressen. Ich besitze mittlerweile eine Tofupresse und kann bestätigen: Es macht einen riesigen Unterschied! Durch das Pressen wird überschüssiges Wasser effektiv aus dem Tofu entfernt, was zu einer festeren und weniger wässrigen Konsistenz führt, die Marinaden besser aufnimmt und beim Braten wunderbar knusprig wird. Bevor Sie sich jedoch ein weiteres Küchengerät zulegen, hier ein praktischer Tipp: Sie können den Tofu auch in ein sauberes Küchentuch wickeln, ihn zwischen zwei Teller legen und diese mit schweren Büchern beschweren. Der Effekt ist derselbe und kostet keinen Cent.
Eine weitere effektive Methode ist das Einfrieren von Tofu. Beim Auftauen tritt die gesamte Flüssigkeit aus den Poren aus, was den Tofu ebenfalls fester macht. Diese Variante erfordert allerdings etwas mehr Vorlaufzeit, da Sie mindestens 30 Minuten zum Auftauen einplanen müssen.
Frisch gepresster Tofu auf einem Holzbrett, bereit zur weiteren Zubereitung
2. Tofu reißen statt schneiden – Für mehr Geschmack und Textur
Ein wertvoller Tipp, den ich auf der Webseite eines Tofuherstellers entdeckte, ist es, den Tofu zu reißen statt ihn in gleichmäßige Quadrate zu schneiden. Dies habe ich bereits oft bei der Zubereitung asiatischer Nudelgerichte intuitiv gemacht, allerdings meist in sehr kleine, hackfleischähnliche Stücke. Doch wenn man ihn in mundgerechte, ungleichmäßige Stücke reißt, entsteht eine viel rauere Oberfläche. Diese Struktur ermöglicht es der Marinade, viel besser am Tofu zu haften, was zu einem intensiveren Geschmackserlebnis und einer spannenderen Textur führt. Seitdem ich diese Methode anwende, bereite ich meinen Tofu nie wieder anders zu. Wenn Sie noch am Anfang Ihrer veganen Kochreise stehen, finden Sie hier viele weitere vegane rezepte für anfänger, die einfach und köstlich sind.
Gerissener Tofu mit unregelmäßiger Oberfläche in einer Schüssel
3. Die Marinade erst nach dem Braten hinzufügen – Ein Game Changer
Diese Methode mag zunächst kontraintuitiv erscheinen, da man normalerweise davon ausgeht, Tofu vor dem Braten zu marinieren, damit er den Geschmack aufnimmt. Doch ich habe neulich gelesen, dass man die Marinade erst nach dem Anbraten über den Tofu geben soll, und ich kann Ihnen versichern: Es macht einen gewaltigen Unterschied! Mit dieser Technik umschließt die Marinade den knusprig gebratenen Tofu wie ein schützender, geschmackvoller Mantel. Die Konsistenz erinnert fast an kleine Nuggets – ein zugegebenermaßen unpassendes Wort, aber es beschreibt das Ergebnis am besten. Diese Zubereitungsart funktioniert optimal mit Marinaden auf Nussmus- oder Tahini-Basis, und ehrlich gesagt, möchte ich meinen Tofu nie wieder anders essen.
Knusprig gebratener Tofu in einer Pfanne, kurz bevor die Marinade hinzugefügt wird
4. Die Geheimnisse der weltbesten Marinade – Einfach und unwiderstehlich
Um meinen Mann schmunzelnd zu zitieren: „Du hast unser Tofu-Game in den letzten Wochen echt auf ein neues Level gehoben.“ Wir haben diesen Tofu in den letzten Wochen tatsächlich sehr oft gegessen und sind jedes Mal aufs Neue begeistert. Ich habe meinen Tofu schon immer gerne in einer Mischung aus Erdnussmus, Limettensaft und Tamari mariniert. Doch um die perfekte Balance zwischen säuerlich und herzhaft zu erreichen, habe ich es mit Apfelessig probiert. Dieser ist noch etwas säuerlicher als Limettensaft und bei mir immer vorrätig. Obwohl man natürlich noch geriebenen Ingwer und Knoblauch hinzufügen könnte, ist es fast nicht nötig. Die perfekte Harmonie aus salzig (Tamari) und säuerlich (Essig), verbunden durch das cremige Nussmus, ist einfach genial und unglaublich unkompliziert. Wer zudem schnelle vegane rezepte für den Alltag sucht, wird diese Zubereitung lieben!
Drei Schüsseln mit Marinadezutaten: Tamari, Apfelessig und Nussmus, bereit zum Vermengen
5. Ist Soja gesund? Ein kritischer Blick auf die Fakten
Falls Sie Vorbehalte gegenüber Sojaprodukten haben, möchte ich diese gerne ausräumen. Soja hat in den letzten Jahren oft zu Unrecht einen schlechten Ruf bekommen, hauptsächlich durch gentechnisch veränderte Soja und stark verarbeitete Fleischersatzprodukte auf Sojabasis. Doch qualitativ hochwertiger Tofu ist eine äußerst gesunde, pflanzliche Proteinquelle. Achten Sie beim Kauf stets auf Bio-Qualität bei Tofu, Tempeh oder Tamari (einer weizen- und glutenfreien Sojasauce). Mir ist es zudem wichtig, die Herkunft der Sojabohnen zu prüfen und bevorzugt Produkte aus deutschem oder österreichischem Anbau zu kaufen (Tamari ist hier eine Ausnahme). Empfehlenswerte Marken finden Sie in Ihrem Bioladen des Vertrauens, wie zum Beispiel Taifun-Tofu. Auch Rewe Bio bietet einen wirklich guten Naturtofu in Bioland-Qualität. Dies ist keine bezahlte Werbung, sondern eine auf Erfahrung basierende Empfehlung, die aus Ihren zahlreichen Fragen hervorgeht.
Ein wichtiger Hinweis: Sollten Sie unter Schilddrüsenerkrankungen, Hashimoto oder anderen chronischen Krankheiten leiden, ist es ratsam, Tofu nicht im Übermaß zu konsumieren. Ein gelegentlicher Verzehr von Tofu oder Tempeh stellt in der Regel kein Problem dar. Auch bei uns gibt es Tofu nicht täglich, nicht einmal wöchentlich – zumindest nicht, bevor wir diesen “weltbesten Tofu” für uns entdeckt haben.
Reichhaltige Marinade auf Nussmusbasis, bereit für den gebratenen Tofu
Dürfen Kinder Tofu essen?
Ich bin keine Expertin für Kinderernährung und selbst nicht Mutter, doch die Frage kommt häufig auf. Es gibt Quellen, die behaupten, dass die in Soja enthaltenen Isoflavone hormonell wirksam sein könnten und daher für Kinder und Jugendliche weniger geeignet seien. Da ich mich auf diesem Gebiet nicht umfassend auskenne, verweise ich im Zweifelsfall immer an den Kinderarzt. Für Säuglinge würde ich definitiv keine Sojaprodukte empfehlen. Bei Kleinkindern und Jugendlichen spricht meiner Meinung nach jedoch wenig dagegen, ab und zu hochwertigen Tofu oder Tempeh anzubieten. Hierbei spreche ich nicht von hochverarbeiteten Sojaprodukten mit unzähligen Zusatzstoffen, sondern von reinem Soja aus kontrolliertem biologischem Anbau. Wie so oft gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.
Dieser Tofu ist so vielseitig, dass er auch unterwegs eine tolle Mahlzeit ist. Wenn Sie gerne draußen kochen, könnten Sie auch unsere campingküche rezepte für Inspiration nutzen.
Fertig gebratener Tofu mit Marinade und Sesam garniert, in einer Pfanne
Das Rezept für den weltbesten Tofu
Beschreibung
Dieses Rezept zeigt Ihnen, wie Sie Tofu perfekt zubereiten: knusprig, voller Geschmack und unwiderstehlich. Mit speziellen Techniken und einer genialen Marinade wird Ihr Tofu zum absoluten Highlight jeder Mahlzeit.
Zutaten
- 300 g Naturtofu
- 2 gehäufte EL Nussmus oder Tahini (z.B. Erdnuss-, Cashew-, oder Mandelmus)
- 2 EL Apfelessig
- 2 EL Tamari
- 1 TL Limettensaft (optional)
- 2 EL geröstetes Sesamöl zum Braten
- etwas Sesam als Deko
Anleitungen
- Tofu pressen: Den Tofu für mindestens 30 Minuten pressen, damit möglichst viel Flüssigkeit entweicht. Wickeln Sie den Tofu dafür entweder in ein sauberes Küchenhandtuch, legen Sie ihn zwischen zwei Teller und beschweren Sie ihn mit schweren Büchern. Alternativ kann eine Tofupresse verwendet werden.
- Tofu zerreißen & Marinade vorbereiten: Den Tofu mit den Händen in ungleichmäßige Stücke zerreißen. Nussmus, Apfelessig, Tamari und Limettensaft mit einem Schneebesen verrühren und beiseite stellen. Sollte die Marinade zu dickflüssig sein, geben Sie etwas mehr Tamari und 1-2 EL Wasser dazu.
- Tofu anbraten: Das Sesamöl in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Den zerrissenen Tofu dazugeben und von einer Seite ein paar Minuten richtig knackig anbraten. Die Pfanne schwenken und den Tofu nach und nach von allen Seiten goldbraun braten. Nehmen Sie sich hierfür ausreichend Zeit; der Tofu sollte wirklich gut gebräunt sein.
- Marinade hinzufügen: Den Herd ausstellen und die vorbereitete Sauce über dem gebratenen Tofu verteilen. Den Tofu in der Pfanne schwenken, damit die Sauce alle Seiten bedeckt. Sie wird dabei wunderbar am Tofu haften bleiben, sodass die Pfanne fast sauber erscheint. Bevor die Sauce komplett fest geworden ist, den Sesam über dem Tofu verteilen und noch einmal vermengen.
- Servieren: Der Tofu schmeckt warm hervorragend, kann aber auch kalt genossen werden, zum Beispiel in Sommerrollen oder als Salat-Topping.
Anmerkungen
- Wir lieben diesen Tofu mit Erdnussmus, aber Cashewmus schmeckt ebenfalls fantastisch. Bei Tahini müssen Sie eventuell noch etwas Ahorn- oder Reissirup zur Sauce geben, um die Süße auszugleichen.
- Ich wollte das Rezept einfach halten, doch natürlich können Sie auch noch gehackten Knoblauch oder geriebenen Ingwer in die Sauce mischen, um weitere Geschmacksnuancen hinzuzufügen.
- Geröstetes Sesamöl ist jeden Cent wert und verleiht dem Tofu ein wunderbares Aroma. Alternativ können Sie auch normales Sesamöl, Kokosöl oder ein anderes hitzebeständiges Öl verwenden.
Fazit: Entdecken Sie die Vielfalt des Tofus neu!
Wir hoffen, diese Tipps und unser Rezept für den weltbesten Tofu haben Ihre Neugier geweckt und Sie dazu inspiriert, Tofu auf eine ganz neue Art zu entdecken. Von der richtigen Pressmethode über das Reißen statt Schneiden bis hin zum cleveren Zeitpunkt der Marinade – diese kleinen Anpassungen machen einen großen Unterschied. Tofu ist eine unglaublich vielseitige und gesunde Zutat, die mit der richtigen Zubereitung zum absoluten Highlight auf Ihrem Teller wird.
Probieren Sie es am Wochenende unbedingt aus und teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren! Wir freuen uns darauf, von Ihren Tofu-Erfolgen zu hören und den Austausch mit unserer Community zu pflegen.
Eine Nahaufnahme des fertigen Tofus, reich garniert mit Sesamkörnern
