Union Investment Profi Rente: Lohnt sich der Fondstausch?

Viele Inhaber einer Union Investment Profi Rente stehen vor der Entscheidung, in den neueren Fonds “UniGlobal Vorsorge” zu wechseln. Doch verspricht dieser Tausch tatsächlich die erhofften Vorteile? Eine erste Analyse der Performance und der Managementstrategie wirft ein kritisches Licht auf das Angebot und liefert wichtige Anhaltspunkte für Anleger, die eine fundierte Entscheidung treffen möchten. Wir untersuchen, ob das aktive Management sein Geld wert ist oder ob Anleger besser beim bewährten UniGlobal bleiben sollten.

Erster Performance-Check: UniGlobal vs. UniGlobal Vorsorge

Um die Rentabilität des Fondstauschs zu bewerten, ist ein direkter Vergleich der beiden Fonds unerlässlich. Eine Momentaufnahme der Kursentwicklung liefert bereits aufschlussreiche, wenn auch ernüchternde Ergebnisse. Die Daten zeigen, dass der neue Fonds bisher nicht mit der Performance des etablierten Vorgängers mithalten kann.

Bewertung nach Nettoinventarwert (Stand: 16.03.2016)

  • UniGlobal (WKN 849105): 177,55 Euro
  • UniGlobal Vorsorge (WKN A1C81G): 173,78 Euro
  • Differenz: -2,12 %

Bewertung nach Börsenkurs (Stand: 16.03.2016, ca. 16:50 Uhr)

  • UniGlobal (WKN 849105): 177,93 Euro
  • UniGlobal Vorsorge (WKN A1C81G): 173,31 Euro
  • Differenz: -2,6 %

Diese Zahlen belegen, dass der UniGlobal Vorsorge kurz nach seiner Einführung eine deutlich schwächere Leistung zeigte. Obwohl eine umfassende Bewertung von Volatilität und Verlustperioden erst nach einem längeren Zeitraum möglich ist, deuten erste Vergleiche seit der Auflegung des neuen Fonds darauf hin, dass der alte Fonds zwar eine leicht höhere Schwankungsbreite aufweist, dies aber gemäß der Börsenweisheit “erst die Schmerzen, dann das Geld” bisher zu besseren Erträgen geführt hat.

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Das Rätsel des aktiven Managements

Ein zentrales Verkaufsargument für den UniGlobal Vorsorge ist sein “aktives Management”, das in turbulenten Marktphasen für Stabilität und überlegene Renditen sorgen soll. Bisher ist von diesem Versprechen jedoch wenig zu spüren. In der aktuellen Marktsituation wäre eine deutlich bessere Performance von mindestens 5 % gegenüber dem passiver verwalteten Pendant zu erwarten gewesen, um die höheren Kosten und das Vertrauen zu rechtfertigen.

Die Skepsis ist groß, dass die für dieses Management anfallenden Gebühren erst zu einem späteren Zeitpunkt in Rechnung gestellt werden, ohne dass ein erkennbarer Mehrwert geschaffen wurde. Ob die Strategie des aktiven Managements langfristig aufgeht und die damit verbundenen Kosten rechtfertigt, wird sich erst in zwei bis drei Jahren wirklich zeigen. Bis dahin bleibt für Anleger ein hohes Maß an Unsicherheit.

Kritik an der Anlagestrategie der Versicherungsmanager

Ein weiterer entscheidender Kritikpunkt betrifft die Vorgehensweise der für die Profi Rente verantwortlichen Versicherungsmanager. Ihre Strategie scheint einem prozyklischen Muster zu folgen: Wenn die Märkte steigen, werden Aktienfonds aggressiv zugekauft, während bei fallenden Kursen in den sicheren Rentenfonds UniEuroRenta umgeschichtet wird. Dieses Verhalten widerspricht fundamental den Lehren von Börsenlegenden wie André Kostolany, der riet, antizyklisch zu handeln – also dann zu kaufen, wenn andere verkaufen.

Dieses ängstliche oder schlecht durchdachte Vorgehen ist besonders für Anleger mit einem langen Anlagehorizont von über 20 Jahren unverständlich und potenziell ertragsmindernd. Es muss jedoch klar zwischen den Fondsmanagern des UniGlobal und den übergeordneten Versicherungsmanagern der Riester-Rente unterschieden werden. Letztere scheinen durch ihre extrem vorsichtige Haltung das Potenzial des an sich soliden Produkts zu schmälern.

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Ein persönliches Fazit zur Riester Profi Rente

Trotz der genannten Kritikpunkte hat sich das Produkt im Vergleich zu anderen Riester-Sparformen als durchaus konkurrenzfähig erwiesen. Ein direkter Vergleich zeigt die Stärken des fondsgebundenen Modells: Während ein klassischer Riester-Banksparplan im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von etwa 2.000 Euro erzielte, konnte die Profi Rente ein Plus von über 8.000 Euro erwirtschaften.

Diese Performance ist selbst unter Berücksichtigung der hohen Kosten – 5 % Ausgabeaufschlag für den Aktienfonds, 3 % für den Rentenfonds und ca. 1,2 % p.a. an laufenden Kosten – als gut zu bewerten und bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie ein Investment in den MSCI World Index. Wären die Kostenstrukturen schlanker, könnte das Produkt eine hervorragende Bewertung erhalten. Für ältere Anleger, für die ein Wechsel zu einem kostengünstigeren ETF-Riester-Produkt nicht mehr infrage kommt, stellt sich daher umso mehr die Frage nach der richtigen Fonds-Wahl innerhalb des bestehenden Vertrags.

Fazit: Ist der Fondstausch jetzt sinnvoll?

Die bisherigen Ergebnisse legen nahe, dass ein Wechsel zum UniGlobal Vorsorge zum aktuellen Zeitpunkt nicht ratsam ist. Der neue Fonds zeigt eine schwächere Performance, das viel beworbene aktive Management hat seinen Mehrwert noch nicht unter Beweis gestellt und die zugrundeliegende Anlagestrategie der Versicherungsmanager wirft Fragen auf. Anleger, die im bewährten UniGlobal investiert sind, haben derzeit keinen ersichtlichen Grund, überstürzt zu handeln. Es empfiehlt sich, die Entwicklung in den kommenden Jahren genau zu beobachten, bevor eine endgültige Entscheidung über einen Fondstausch getroffen wird.