Pionierarbeit im Schweizer Unihockey: Der CO2-Rechner für Sportvereine

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Themen, die immer stärker in den Fokus der Gesellschaft rücken – auch im Sport. Sportvereine stehen vor der Herausforderung, ihren ökologischen Fußabdruck zu verstehen und aktiv zu reduzieren. Eine wegweisende Initiative aus der Schweiz bietet nun eine konkrete Lösung: ein spezieller CO2-Rechner für Sportvereine, der Unihockey-Clubs ermöglicht, ihre Emissionen präzise zu erfassen und gezielte Maßnahmen zum Klimaschutz zu planen. Dieses innovative Tool, entwickelt in Zusammenarbeit mit myclimate und swiss unihockey, setzt neue Maßstäbe für Umweltmanagement im Sport.

Die Herausforderung der Nachhaltigkeit im Sport

Sportvereine, ob groß oder klein, verursachen durch ihre vielfältigen Aktivitäten Emissionen. Dies beginnt bei der Anreise von Spielern, Trainern und Fans zu Trainings und Wettkämpfen, umfasst den Energieverbrauch in Sporthallen und Clubhäusern, die Beschaffung von Ausrüstung und Verpflegung bis hin zur Abfallentsorgung. Viele Vereine erkennen die Notwendigkeit, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, stehen aber vor einem grundlegenden Problem: Ohne genaue Daten ist es nahezu unmöglich, den eigenen Kohlenstoff-Fußabdruck zu messen und effektive Reduktionsstrategien zu entwickeln. Diese Lücke erschwert es Clubs, verantwortungsvoll zu handeln und ihre Mitglieder für Umweltthemen zu sensibilisieren.

Ein prominentes Beispiel hierfür sind die Bern Capitals. Als erster Sportverein der Schweiz traten sie Ende 2020 der “Sports for Climate Action”-Initiative der Vereinten Nationen bei. Doch schnell wurde klar, dass die praktische Umsetzung, nämlich die Messung des eigenen Kohlenstoff-Fußabdrucks, ohne geeignete Werkzeuge eine enorme Hürde darstellte. Es bedurfte einer maßgeschneiderten Lösung, um die Vision von mehr Nachhaltigkeit in die Tat umzusetzen.

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Der innovative CO2-Rechner: Eine Partnerschaft für den Klimaschutz

Die Antwort auf diese Herausforderung fand sich in einer einzigartigen Kooperation: swiss unihockey, der Dachverband des Schweizer Unihockeysports, und die auf Klimaschutz spezialisierte Stiftung myclimate schlossen sich zusammen, um einen bedarfsgerechten CO2-Rechner für Sportvereine zu entwickeln. Dieses Tool ist speziell auf die Anforderungen von Unihockey-Clubs zugeschnitten und ermöglicht eine detaillierte Erfassung relevanter Treibhausgasemissionen.

Daniel Kasser, Geschäftsführer der Herren-Weltmeisterschaft bei swiss unihockey, betont die Bedeutung dieser Initiative über das bevorstehende Turnier hinaus: “Unser Ziel ist es, dass die Weltmeisterschaft einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet, der auch nach dem Turnier fortbesteht. Mit dem CO2-Rechner haben wir eine vielversprechende Basis geschaffen, die möglicherweise sogar über den Unihockeysport hinaus Wirkung zeigen kann.” Dies unterstreicht das langfristige Engagement und die Vorreiterrolle, die swiss unihockey in Sachen Nachhaltigkeit einnimmt.

So funktioniert der myclimate Web-Rechner für Clubs

Der myclimate Web-Rechner ist eine benutzerfreundliche Anwendung, die es Sportvereinen ermöglicht, ihren Kohlenstoff-Fußabdruck für einen bestimmten Zeitraum zu berechnen. Er ist in sieben übersichtliche Unterbereiche gegliedert, die spezifische Verbrauchs- und Leistungsdaten abfragen:

  1. Heimspiele und Trainingseinheiten: Energieverbrauch in Hallen, Wasserverbrauch.
  2. Mobilität für Training und Auswärtsspiele: Anreise von Spielern, Staff und Fans (Fahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel).
  3. Catering: Emissionen durch die Bereitstellung von Speisen und Getränken bei Veranstaltungen.
  4. Energieversorgung: Strom- und Wärmeverbrauch der Clubinfrastruktur.
  5. Materialien: Emissionen durch die Produktion und Entsorgung von Sportausrüstung und Verbrauchsmaterialien.
  6. Abfall: Emissionen durch die Entsorgung verschiedener Abfallarten.

Für jede Emissionsquelle können spezifische Daten eingegeben oder, zur Vereinfachung, Durchschnittswerte ausgewählt werden, die an die Größe des Clubs angepasst sind. Die Berechnungen basieren auf aktuellen Emissionsfaktoren, wissenschaftlichen Publikationen, internationalen Statistiken und empirisch ermittelten Werten von myclimate, was die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Ergebnisse gewährleistet. Die resultierenden Treibhausgasemissionen werden als CO2-Äquivalente angegeben, die auch in myclimate Klimaschutzprojekten kompensiert werden können.

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Praktische Anwendung und Vorteile für Sportvereine

Der Hauptnutzen des CO2-Rechners liegt in seiner Einfachheit und Effektivität. Cornelia Rutishauser, Corporate Partnerships Managerin und interne Projektleiterin bei myclimate, fasst das Ziel der Entwicklung zusammen: “Unser Ziel war es, den Verantwortlichen eine einfache Anwendung an die Hand zu geben, um mit wenigen Eingaben die Treibhausgasemissionen ihres Clubs zu berechnen, zu analysieren, damit ein Bewusstsein bei den eigenen Mitgliedern zu schaffen und daraus wirksame Maßnahmen zur Reduktion oder Kompensation zu planen.”

Die Bern Capitals haben den Web-Rechner bereits eingesetzt und zeigen sich begeistert von den Möglichkeiten. Mario Teuscher, Nachhaltigkeitsbeauftragter des Vereins, bestätigt den praktischen Wert des Tools: “Wir können nun gezielt an der Reduktion unserer Emissionen arbeiten. Der Bericht aus dem Klimarechner hilft uns dabei enorm.” Diese direkte Rückmeldung eines Anwenders unterstreicht, dass der Rechner nicht nur ein theoretisches Instrument ist, sondern einen echten Mehrwert für Sportvereine schafft, die ihren ökologischen Fußabdruck minimieren möchten.

Durch die detaillierte Analyse der Emissionsquellen können Clubs:

  • Bewusstsein schaffen: Mitglieder und Fans für den Klimaschutz sensibilisieren.
  • Gezielte Maßnahmen planen: Effiziente Strategien zur Reduktion von Emissionen entwickeln, z.B. durch Optimierung der Anreisemodalitäten, Nutzung erneuerbarer Energien oder Reduzierung des Materialverbrauchs.
  • Transparenz zeigen: Ihre Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit kommunizieren und als Vorbild wirken.
  • Kompensation in Betracht ziehen: Unvermeidbare Emissionen durch die Unterstützung von zertifizierten Klimaschutzprojekten ausgleichen.

Ein Modell für die Zukunft des Sports

Die Einführung dieses CO2-Rechners ist mehr als nur ein Werkzeug für Unihockey-Clubs; sie ist ein wegweisendes Modell für den gesamten Sportsektor. Die Initiative zeigt, wie Verbände und Organisationen zusammenarbeiten können, um praktische Lösungen für die drängenden Fragen des Klimawandels zu finden. Durch die Bereitstellung eines solchen Instruments wird der Einstieg in das Umweltmanagement für Vereine erheblich erleichtert und die Tür für eine breitere Bewegung in Richtung nachhaltiger Sport geöffnet.

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Es ist zu hoffen, dass andere Sportarten und Länder diesem Beispiel folgen und ähnliche Tools entwickeln, um Sportvereine weltweit dabei zu unterstützen, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der Sport hat eine enorme Reichweite und das Potenzial, Millionen von Menschen zu inspirieren und für den Umweltschutz zu mobilisieren. Initiativen wie der CO2-Rechner für Sportvereine sind entscheidend, um dieses Potenzial voll auszuschöpfen und eine nachhaltigere Zukunft für den Sport und unseren Planeten zu gestalten.

Fazit

Der CO2-Rechner für Sportvereine, entstanden aus der Zusammenarbeit von myclimate und swiss unihockey, ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Sport aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Er bietet Unihockey-Clubs eine präzise und einfache Methode zur Berechnung ihres Kohlenstoff-Fußabdrucks, ermöglicht die Planung gezielter Reduktionsmaßnahmen und fördert das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Sport. Durch die positiven Erfahrungen der Bern Capitals wird deutlich, welchen praktischen Wert dieses Instrument hat. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu einem umweltfreundlicheren Sport und könnte als Blaupause für andere Verbände dienen, um ebenfalls wirkungsvolle Beiträge zum globalen Klimaschutz zu leisten. Treten auch Sie in Ihrem Verein für mehr Nachhaltigkeit ein und entdecken Sie, wie Sie mit einfachen Mitteln eine große Wirkung erzielen können!