Nedijeljko „Ned“ Zelic, geboren am 4. Juli 1971 in Sydney, Australien, prägte die Verteidigung von Borussia Dortmund zwischen 1992 und 1995. Der junge Australier mit kroatischen Wurzeln fand seinen Weg zum BVB nach Stationen bei Sydney Olympic, Croatia Sydney und dem Australian Institute of Sport. Für Schwarz-Gelb absolvierte er 41 Spiele und erzielte ein Tor, bevor seine Karriere ihn zu einem wahren Fußball-Weltenbummler machte. In einem Gespräch mit Schwatzgelb.com gewährte Zelic Einblicke in seine prägende Zeit bei Borussia Dortmund, sein Leben nach der Profikarriere, die Entwicklung australischer Talente wie Mustafa Amini und Mitch Langerak sowie die australische A-League.
Die Anfänge in Dortmund: Ein australisches Talent im Ruhrpott
Der Wechsel von Ned Zelic zu Borussia Dortmund im Jahr 1992 kam über einen niederländischen Agenten zustande, der enge Kontakte zu Michael Meier pflegte. Vor einem Qualifikationsspiel der australischen Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Barcelona gegen Holland in Utrecht wurde Zelic von Michael Henke beobachtet. Im Anschluss daran traf er sich mit Michael Meier und dem damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld.
Zelic erinnert sich an seine Erwartungen beim Wechsel nach Dortmund: „Ich kam drei Tage vor dem ersten Bundesliga-Spiel nach den Olympischen Spielen in Spanien nach Dortmund, und mein Ziel war es, so schnell wie möglich in die Mannschaft zu kommen. Ich musste drei Wochen auf meine Chance warten.“ Er genoss den Lebensstil, da er stets offen für neue Abenteuer war. Dortmund empfand er als sehr einladend: „In Dortmund war es einfach, sich wohlzufühlen; die Leute im Verein und die Fans waren fantastisch, und ich habe abseits des Fußballs viele Freunde gefunden, mit denen ich noch heute spreche.“
Über Borussia Dortmund und Trainer Ottmar Hitzfeld wusste Zelic schon damals viel. Er kannte den BVB als einen großen Verein mit leidenschaftlichen Fans und hatte das herzzerreißende Saisonfinale 1991/92 verfolgt, das nur durch die herausragende Arbeit von Hitzfeld möglich gewesen war. Zelic war überzeugt: „Ich wusste immer, dass Hitzfeld einer der besten Trainer der Welt sein würde. Er hatte die perfekte Mischung aus Wissen und Disziplin.“
Eine prägende Karriere: Von Dortmund in die Welt und zurück nach Deutschland
Nach seinem Abschied von Borussia Dortmund im Jahr 1995 führte Ned Zelics Karriere ihn durch zahlreiche Länder und Vereine, darunter Queens Park Rangers, Eintracht Frankfurt, AJ Auxerre, TSV 1860 München, Kyoto Sanga, Urawa Red Diamonds, Wacker Tirol, Newcastle United Jets, Helmond Sport und Dinamo Tiflis. Obwohl er sich in Frankreich und Japan sehr wohlfühlte, betont er, dass seine Zeit in Deutschland den größten Einfluss auf seine Karriere hatte. Auch die vier Jahre in München waren eine gute Zeit für ihn, doch „Dortmund ist immer noch die denkwürdigste.“
Seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2008 ist Ned Zelic dem Fußball treu geblieben. Er arbeitet für das Fernsehen und schreibt Kolumnen für zwei australische Websites. Darüber hinaus ist er viel auf Reisen und erkundet die Welt.
Australische Talente im Fokus: Amini, Langerak und die A-League
Borussia Dortmund hat ein Auge auf australische Talente geworfen, wie die Verpflichtung von Mustafa Amini im Sommer 2012 zeigte. Zelic äußert sich zu Amini: „Amini ist ein sehr talentierter Spieler. In Deutschland wird er sich an die Geschwindigkeit des Spiels und die körperliche Seite der Spielweise anpassen müssen.“ Er ist optimistisch, dass Amini den Durchbruch schaffen kann, glaubt aber, dass er dafür Zeit benötigen wird.
Auch Mitchell Langerak, ein weiteres australisches Talent, das beim BVB unter Vertrag stand, erregt in seiner Heimat großes Interesse. „Jeder verfolgt Langeraks Fortschritte bei Borussia, alle haben das Spiel gegen Bayern gesehen, wo er so gut gespielt hat“, berichtet Zelic. Der jüngste Gewinn der deutschen Meisterschaft durch Borussia Dortmund und Langeraks vielversprechende Leistung in der Vorsaison gegen Bayern München haben die Wahrnehmung des BVB in Australien stark verändert. Zelic selbst war ein Jahr zuvor in Dortmund, machte eine Stadiontour und führte ein Interview mit Langerak und Klopp, das in Australien gezeigt wurde. „Das Interesse an Borussia ist hier sehr hoch, und viele sind fasziniert vom fantastischen Titelgewinn in der letzten Saison.“
Hinsichtlich Langeraks Chancen, die Nummer eins im Tor der australischen Nationalmannschaft zu werden, ist Zelic klar: „Ich denke, wenn Schwarzer in Rente geht, wird Langerak die Nummer 1 sein, aber nur, wenn er in einem Verein regelmäßig spielt, sonst wird es schwierig.“
Auf die Frage nach der Stärke der australischen A-League im Vergleich zu europäischen Ligen antwortet Zelic: „Es ist immer schwierig, Ligen zu vergleichen, aber vielleicht kann man sie mit Ligen wie Belgien, Österreich oder der Schweiz vergleichen.“ Er beschreibt die A-League als sehr wettbewerbsintensiv, was auf die Gehaltsobergrenze zurückzuführen ist. Da die Liga im Sommer gespielt wird, sind auch die körperlichen Anforderungen sehr hoch.
Die ewige Verbindung: Ned Zelic und der BVB
Trotz seiner weitreichenden Karriere verfolgt Ned Zelic die Spiele von Borussia Dortmund weiterhin mit großem Interesse. „Ja, wo immer ich auf der Welt bin, verfolge ich Borussia-Spiele im Fernsehen oder über das Internet“, bestätigt er. Diese anhaltende Verbundenheit unterstreicht die besondere Beziehung, die viele ehemalige Spieler zu dem Verein und seinen leidenschaftlichen Fans pflegen.
Ned Zelics Einblicke gewähren einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen seiner aktiven Zeit beim BVB und seine Perspektive auf den modernen Fußball, insbesondere im Hinblick auf australische Talente. Seine Geschichte ist ein Beispiel für die globale Reichweite und die bleibende Faszination, die Borussia Dortmund auf Spieler und Fans weltweit ausübt.
