Der Hallesche FC hat im Abstiegskampf der 3. Liga einen Dämpfer hinnehmen müssen. In einem packenden Montagsspiel unterlag das Team von Trainer André Meyer beim VfL Osnabrück mit 2:3 (2:1) und verpasste damit den zweiten Sieg in Folge. Trotz einer zweimaligen Führung reichte es für den HFC an der Bremer Brücke nicht für Punkte, da die Gastgeber in der zweiten Halbzeit eine beeindruckende Moral bewiesen und das Spiel für sich entschieden. Die Situation im Tabellenkeller bleibt damit für beide Mannschaften angespannt, ähnlich wie bei anderen direkten Duellen, beispielsweise bei der Begegnung elversberg gegen rwe.
Spielverlauf: HFC mit Blitzstart, Osnabrück mit Moral
Die Partie begann für die Gäste aus Halle nach Maß. Bereits nach fünf Minuten brachte Tom Zimmerschied den HFC mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern in Führung, bei dem VfL-Torwart Adamczyk ohne Abwehrchance war. Osnabrück zeigte sich jedoch unbeeindruckt vom frühen Rückstand und unternahm erste Angriffsversuche, die von der halleschen Defensive zunächst souverän verteidigt wurden. In einer Phase, in der beide Teams durch Fehler im Aufbauspiel viele Ballverluste im Mittelfeld produzierten, gelang den Hausherren der Ausgleich. Jannes Wulff fasste sich aus der Distanz ein Herz und traf in seinem Startelf-Debüt zum 1:1 (22.).
Die Freude der Osnabrücker währte jedoch nur wenige Sekunden. Unmittelbar nach dem Anstoß drang der HFC wieder in den Strafraum des VfL ein, wo Hug von Taoré zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Niklas Kreuzer eiskalt zur erneuten Führung für Halle (24.). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Halle drückte auf den dritten Treffer, doch Steczyk scheiterte am Osnabrücker Keeper. Gleichzeitig blieben die Lila-Weißen, angetrieben vom eigenen Publikum, besonders über die linke Angriffsseite stets gefährlich. Mit dem knappen 2:1 für den HFC ging es in einer turbulenten ersten Halbzeit in die Kabinen.
Osnabrück erzwingt die Wende in der zweiten Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der VfL Osnabrück spürbar die Schlagzahl und setzte die Abwehr des HFC zunehmend unter Druck. Die Hallenser schafften es kaum noch, für Entlastung zu sorgen. In der 59. Minute fiel folgerichtig der Ausgleich: Nach einem Querpass von Engelhardt im Fünfmeterraum kam es zu einem unübersichtlichen Duell zwischen Reddemann und Chato, an dessen Ende der Ball zum 2:2 im Tor lag.
Dieser Treffer gab den Gastgebern weiteren Auftrieb. Nur wenig später nutzte Eric Engelhardt eine Unsicherheit von HFC-Keeper Daniel Mesenhöler, der den verletzten Felix Gebhardt vertrat, und staubte zur erstmaligen Führung für Osnabrück ab (68.). Trainer André Meyer reagierte mit mehreren Wechseln und versuchte, die Offensive neu zu beleben. Halle bäumte sich in der Schlussphase noch einmal auf und warf alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzielen. Doch trotz aller Bemühungen blieben klare Torchancen Mangelware, und die Osnabrücker Defensive hielt dem Druck stand. Am Ende sicherten sich die Gastgeber durch ihre Effektivität in der zweiten Hälfte den wichtigen Heimsieg.
Stimmen zum Spiel
Nach der Partie zeigten sich die Trainer entsprechend ihrer Gefühlslage. HFC-Coach André Meyer analysierte bei MagentaSport: “Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht und die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, gut umgesetzt. Das Spiel müssen wir aber nicht verlieren, denn die drei Gegentore sind alle vermeidbar. Individuelle Fehler gehören aber nun einmal zum Fußball dazu.”
Sein Gegenüber, VfL-Co-Trainer Tim Dahneberg, zeigte sich erleichtert: “Wir waren von vorn herein total davon überzeugt, dass wir dieses Spiel heute gewinnen werden. Das haben wir versucht der Mannschaft am Anfang der Woche klarzumachen. Bei all den Niederschlägen die da waren die letzten Wochen. Trotzdem war dieser Optimismus bei uns da, die Mannschaft hat das absolut mitgetragen.”
Fazit: Individuelle Fehler kosten HFC die Punkte
Am Ende steht für den Halleschen FC eine bittere Niederlage, die vor allem auf vermeidbare individuelle Fehler in der Defensive zurückzuführen ist. Trotz eines vielversprechenden Starts und einer zweimaligen Führung gelang es nicht, die nötige Stabilität über 90 Minuten aufrechtzuerhalten. Der VfL Osnabrück belohnte sich für eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang und klettert in der Tabelle am HFC vorbei. Für Halle gilt es nun, diese Niederlage schnell abzuhaken und sich auf die kommenden Aufgaben im engen Abstiegskampf der 3. Liga zu konzentrieren.
