Corona-Booster: Wie viele sind sinnvoll und gibt es Risiken?

Die Diskussion um die Notwendigkeit und mögliche Auswirkungen wiederholter Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus bleibt ein zentrales Thema im Gesundheitswesen. Während einige Expert:innen vor einer potenziellen Überforderung des Immunsystems warnen, sehen andere keine negativen Effekte bei mehreren Impfungen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) gibt dabei klare Empfehlungen, die sich an der aktuellen Studienlage orientieren und die individuelle Situation berücksichtigen. Viele Menschen fragen sich, ob zu viele Corona-Booster möglicherweise negative Auswirkungen haben könnten, insbesondere angesichts der Verfügbarkeit angepasster Omikron-Impfstoffe. Eine ausgewogene Betrachtung der verschiedenen Meinungen ist daher entscheidend, um die Sachlage zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Expertenmeinungen zu mehrfachen Corona-Auffrischimpfungen

Die Frage, wie viele Corona-Booster für den Einzelnen sinnvoll sind und ob eine zu hohe Anzahl an Impfungen das Immunsystem beeinträchtigen könnte, beschäftigt Wissenschaftler:innen und die Öffentlichkeit gleichermaßen. Es gibt hierzu unterschiedliche Ansichten in der Fachwelt, die auf verschiedenen immunologischen Perspektiven basieren.

Die Position der Stiko und Befürworter von Auffrischimpfungen

Nach Ansicht der Stiko ist die derzeitige Studienlage nicht ausreichend, um eine generelle Empfehlung für eine vierte oder gar fünfte Impfung für alle Menschen auszusprechen, selbst mit den neuen Omikron-Impfstoffen. Dennoch ist es auch für junge und gesunde Personen grundsätzlich möglich, sich mehrfach impfen zu lassen.

Immunologe Andreas Thiel von der Berliner Charité betonte im Juli, dass es bezüglich mehrerer Corona-Booster keine Studien gäbe, die “negative Effekte auf Immunitäten” aufzeigten. Er sagte weiter: “Immunologische Risiken wiederholter Booster sind bisher nicht bekannt.” Thiel erklärte, dass in einem bereits gut geschützten Immunsystem, das über ausreichend Antikörper verfügt, eine erneute Impfung oft keine starke Reaktion hervorrufe. Die vorhandenen Antikörper könnten den Impfstoff so effizient abfangen, dass nur eine geringe erneute Aktivierung des immunologischen Gedächtnisses stattfinde. Dies deutet darauf hin, dass der Körper in solchen Fällen nicht übermäßig belastet wird, sondern die Immunantwort auf einem stabilen Niveau bleibt.

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Professor Onur Boyman, Direktor der Klinik für Immunologie am Universitätsspital Zürich, stimmte dieser Einschätzung im Juli zu und äußerte, dass mehrere Booster seiner Ansicht nach wahrscheinlich nicht schadeten. Er betonte, dass “eine relevante Zunahme von immunologischen Nebenwirkungen mit jeder Auffrischimpfung ist nicht zu erwarten, was auch durch erste Studien zur vierten Impfung bestätigt werden konnte.” Diese Perspektive stützt die Annahme, dass die Sorge vor einer Überlastung des Immunsystems durch Booster-Impfungen möglicherweise unbegründet ist, zumindest in Bezug auf bekannte schädliche Auswirkungen.

Warnungen vor einer “Überforderung des Immunsystems”

Im Gegensatz zu diesen Ansichten warnte Marco Cavaleri von der Europäischen Gesundheitsbehörde EMA bereits im Januar 2022 vor zu vielen Corona-Boostern. Er mahnte zur Vorsicht und erklärte: “Wir sollten vorsichtig sein, das Immunsystem nicht zu überfordern mit immer neuen Impfungen.” Diese Aussage legte den Grundstein für eine Debatte über die langfristigen Auswirkungen wiederholter Immunstimulation. Um die Gesundheit zu fördern und den stoffwechsel ankurbeln zu können, ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu achten.

Professorin Christine Falk, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, erläuterte wenig später im “Spiegel”, was mit einer solchen Überforderung gemeint sein könnte. Sie erklärte, dass B- und T-Zellen schrittweise ein immunologisches Gedächtnis aufbauen, das Krankheitserreger langfristig erkennen und unschädlich machen kann. Wenn dieser Prozess jedoch zu oft und zu früh unterbrochen wird, könnte er gestört werden. Insbesondere bei den T-Zellen könnte eine Art Erschöpfung eintreten, was die Effizienz der Immunantwort mindern könnte. Eine solche Erschöpfung würde bedeuten, dass das Immunsystem bei zukünftigen Infektionen möglicherweise nicht mehr so robust reagiert wie gewünscht.

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Professor Andreas Radbruch vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin ergänzte im Juli, dass “wiederholte nutzlose ‘blinde’ Booster” mehrere Risiken bergen, selbst wenn das Antikörper-produzierende adaptive Immunsystem nicht mehr anspringe. Er wies darauf hin, dass auch bei einer vierten Impfung oft Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen auftreten können, was zumindest unangenehm sei. Darüber hinaus könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Körper bei einzelnen Geimpften auf andere Inhaltsstoffe des Impfstoffs reagiere als die gewünschten. Dies könnte zu “Unverträglichkeiten für zukünftige Impfungen mit ähnlich aufgebauten Impfstoffen” führen. Radbruch brachte zudem die Überlegung ein, ob nicht doch Autoimmunerkrankungen entstehen könnten, ein Aspekt, der weitere Forschung erfordert. Eine ausgewogene Herangehensweise an die eigene Gesundheit kann auch durch die Anwendung von hausmittel bei verstopfung gefördert werden, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Die verschiedenen Ansichten zeigen, dass die Wissenschaft noch keine abschließenden Antworten auf alle Fragen bezüglich der Langzeitwirkungen und der optimalen Anzahl von Corona-Boostern hat. Die Forschung entwickelt sich jedoch ständig weiter.

Können die vierte Corona-Impfung und die Grippe-Impfung miteinander verbunden werden?

Ja, die vierte Corona-Impfung und die Grippe-Impfung können problemlos miteinander verbunden werden und quasi gleichzeitig erfolgen. Diese Empfehlung kommt direkt von der Stiko, der Ständigen Impfkommission. Eine gleichzeitige Verabreichung ist nicht nur praktikabel, sondern auch sicher und kann dazu beitragen, die Impfquoten für beide wichtigen Schutzimpfungen zu erhöhen. Das ist besonders vorteilhaft für Risikogruppen, die von beiden Impfungen besonders profitieren.

Fazit

Die Frage nach der optimalen Anzahl von Corona-Boostern und den potenziellen Risiken bleibt Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Während einige Expert:innen, wie Andreas Thiel und Onur Boyman, keine bekannten immunologischen Risiken sehen und betonen, dass das Immunsystem bei bereits bestehendem Schutz nicht überfordert wird, warnen andere, wie Marco Cavaleri, Christine Falk und Andreas Radbruch, vor einer möglichen Erschöpfung des Immunsystems oder ungewollten Reaktionen. Die Stiko empfiehlt derzeit nicht allen eine vierte oder fünfte Impfung, lässt diese jedoch zu. Ein positiver Aspekt ist die Möglichkeit, die Corona-Impfung mit der Grippe-Impfung zu kombinieren, was die Logistik vereinfacht und den Schutz erhöht. Es ist ratsam, die offiziellen Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu verfolgen und bei individuellen Fragen ärztlichen Rat einzuholen, um die beste Entscheidung für die eigene Gesundheit zu treffen. Für die allgemeine Pflege des Körpers ist es immer ratsam, sich über gesunde Ernährung und mögliche darmsanierung ernährungsplan zu informieren, da ein gesunder Darm eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt.

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