Mpox: Aktuelle Informationen, Übertragung, Symptome und Prävention

Die weltweite Gesundheitslandschaft ist ständig in Bewegung, und es ist entscheidend, über aufkommende oder wiederkehrende Krankheiten informiert zu bleiben. Mpox, ehemals als Affenpocken bekannt, hat in den letzten Jahren globale Aufmerksamkeit erregt. Insbesondere die Entwicklung neuer Varianten wie die Klade Ib erfordert Wachsamkeit und fundiertes Wissen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Mpox, einschließlich der jüngsten Entwicklungen, Übertragungswege, Symptome und wirksamer Präventionsmaßnahmen. Bleiben Sie informiert, um sich selbst und Ihr Umfeld bestmöglich zu schützen.

Anfang April wurde in der Schweiz bei einem Reisenden, der aus Afrika zurückkehrte, der erste Fall von Mpox der Klade Ib nachgewiesen. Die betroffene Person wurde umgehend isoliert, und es wird eingeschätzt, dass keine unmittelbare Ansteckungsgefahr für das Umfeld besteht. Trotzdem ist es wichtig, die Risiken zu verstehen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Sollten Sie den Verdacht haben, an Mpox erkrankt zu sein, suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf. Vermeiden Sie bis zum Arzttermin engen Hautkontakt mit anderen Menschen oder Tieren. Im Falle einer bestätigten Mpox-Infektion befolgen Sie bitte strikt die Anweisungen Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes sowie der zuständigen Gesundheitsbehörden. Haben Sie engen Hautkontakt mit einer an Mpox erkrankten Person gehabt, melden Sie sich ebenfalls bei den regionalen Gesundheitsämtern.

Erreger und Übertragungswege des Mpox-Virus

Das Mpox-Virus gehört zur Familie der Orthopoxviren und ist eng mit dem ehemaligen Pockenvirus verwandt. Aktuell sind zwei Hauptkladen des Mpox-Virus bekannt: die Klade I, die primär in Afrika verbreitet ist, und die Klade II, die sich in Europa und der Schweiz ausgebreitet hat. Angesichts eines Anstiegs der Mpox-Fälle der Klade I in mehreren afrikanischen Staaten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC) für Mpox erklärt.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich über direkten Haut- und Schleimhautkontakt. Insbesondere sexueller Kontakt spielt eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung. Das Virus kann auch über infiziertes Sekret von Bläschen oder Läsionen auf der Haut oder Schleimhaut der erkrankten Person übertragen werden.

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Darüber hinaus können Mpox-Viren über Schorf, Atemwegssekrete und Körperflüssigkeiten verbreitet werden. Bei infizierten Schwangeren ist auch eine Übertragung über die Plazenta auf den Fötus möglich. Es ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, ob das Mpox-Virus auch durch Sperma, Vaginalsekret, Urin oder Stuhl übertragen werden kann.

Krankheitsbild und Symptome einer Mpox-Infektion

Die Inkubationszeit für Mpox liegt zwischen 5 und 21 Tagen nach engem Kontakt mit einer infizierten Person. Die Ausprägung der Symptome kann individuell stark variieren. Bei einigen Betroffenen treten nur einzelne oder schwach ausgeprägte Symptome auf, oft mit einem unauffälligen Hautausschlag, der nur wenige Bläschen oder Pusteln zeigt.

Typische Symptome können sein:

  • Hautausschlag: Bläschen oder Pusteln (Läsionen), die schmerzhaft sein, jucken und sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden können. Sie treten häufig im Gesicht, an Händen und Füßen, aber auch im Genital- und Analbereich auf.
  • Grippeähnliche Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- und Rückenschmerzen, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten.
  • Symptome im Genital- und Analbereich: Schmerzen, Blutungen oder Entzündungen.

Die Ansteckungsfähigkeit beginnt möglicherweise bereits mit dem Auftreten erster Symptome und hält an, bis der Hautausschlag vollständig abgeheilt ist und die letzten Hautkrusten abgefallen sind. Aktuell sind keine langfristigen Folgen einer Mpox-Infektion bekannt. Allerdings besteht für immungeschwächte Personen, Säuglinge, Kinder und Schwangere ein höheres Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf. Die Behandlung konzentriert sich hauptsächlich auf die Linderung der Symptome. In besonders schweren Fällen kann eine antivirale Therapie zum Einsatz kommen.

Verbreitung und Häufigkeit von Mpox

Ursprünglich wurde angenommen, dass Nagetiere in West- und Zentralafrika das Mpox-Virus in sich trugen und auf den Menschen übertrugen. Bis Mai 2022 gab es in diesen Regionen nur gelegentlich einzelne Fälle oder kleinere Ausbrüche. Außerhalb dieser Gebiete wurden vor einem größeren Ausbruch im Jahr 2003 in den USA nur vereinzelte Fälle bei Reisenden aus Risikogebieten beobachtet.

Im Sommer 2022 wurden weltweit, und auch in der Schweiz, erstmals außergewöhnlich viele Infektionen mit der Mpox-Klade II festgestellt. Seit Herbst 2022 werden diese Fälle nur noch sporadisch gemeldet. Es wurde beobachtet, dass insbesondere (aber nicht ausschließlich) Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie trans Personen mit wechselnden männlichen Sexualpartnern vom Mpox-Virus betroffen sind. In der Schweiz ist die epidemiologische Lage mit wenigen gemeldeten Klade-II-Fällen weiterhin stabil. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung wird als gering eingeschätzt.

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Die Klade I zirkuliert endemisch in Zentralafrika. Seit September 2023 beobachtet die WHO in der Demokratischen Republik Kongo eine Zunahme der Infektionen, insbesondere mit einer neuen Mpox-Variante, der Klade Ib, die sich auf mehrere Nachbarländer ausgebreitet hat. Die WHO hat diese epidemische Ausbreitung am 14. August 2024 zur “gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite” erklärt. Am 15. August 2024 wurde der erste positive Klade-Ib-Mpox-Fall von Schweden gemeldet, und seitdem wurden in mehreren Ländern außerhalb Afrikas Fälle der Klade Ib identifiziert. In der Schweiz wurde Anfang April bei einem Reisenden aus Afrika ebenfalls ein erster Fall von Mpox der Klade Ib festgestellt. Für die allgemeine Bevölkerung wird derzeit kein erhöhtes Risiko gesehen.

Vorbeugung: Schutz vor einer Mpox-Infektion

Personen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko können sich durch eine Anpassung ihres Verhaltens vor einer Übertragung schützen. Dazu gehört vor allem, den Kontakt mit infizierten Personen zu vermeiden.

Neben Verhaltensmaßnahmen steht auch ein Impfstoff zur Verfügung. Der Impfstoff Jynneos® von Bavarian Nordic kann vorbeugend verabreicht werden. Aktuell wird davon ausgegangen, dass dieser Impfstoff auch gegen die neue Klade I wirksam ist. Er gilt als sicher und hochwirksam bei der Vorbeugung schwerer Mpox-Erkrankungen.

Eine Impfung wird empfohlen für:

  • Personen mit möglicher beruflicher Exposition gegenüber dem Virus (z. B. Laborpersonal, das mit dem Mpox-Virus arbeitet).
  • MSM und trans Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.

Zudem ist eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach einem Risikokontakt mit einem bestätigten oder mutmaßlichen Mpox-Fall möglich und empfohlen. Die Impfung sollte idealerweise innerhalb von 4 Tagen, aber spätestens bis zu 14 Tagen nach der Exposition erfolgen. Personen, die bereits eine Mpox-Infektion mit Klade II durchgemacht haben oder vollständig geimpft sind, dürften auch gegen schwere Erkrankungen durch Mpox der Klade I geschützt sein. Eine Auffrischimpfung wird empfohlen, wenn das Expositionsrisiko fortbesteht, wobei ein Mindestabstand von zwei Jahren nach der zweiten Mpox-Impfdosis einzuhalten ist. Wer sich impfen lassen möchte, sollte sich zuvor von einer spezialisierten ärztlichen Fachperson beraten lassen. Die Kosten für die Mpox-Impfung (Impfstoff und Verabreichung) werden in Deutschland von den Krankenkassen übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Informationen zu Impfmöglichkeiten und spezialisierten Ärztinnen und Ärzten erhalten Sie bei Ihren lokalen Gesundheitsbehörden oder niedergelassenen Ärzten.

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Empfehlungen bei Reisen nach Afrika

Eine Ansteckung mit dem Mpox-Virus kann sowohl durch den Kontakt mit Tieren, insbesondere Nagetieren, die das Virus tragen, als auch durch den Kontakt mit infizierten Personen erfolgen. Bei Reisen in Gebiete, die von der aktuellen Epidemie betroffen sind, ist das Risiko einer Ansteckung bei Einhaltung grundlegender Präventionsmaßnahmen (z. B. Vermeidung des Kontakts mit Wildtieren und potenziell infizierten Personen) weiterhin sehr gering.

Allerdings erhöhen enge körperliche und insbesondere sexuelle Kontakte das Risiko erheblich. Es wird dringend geraten, solche Situationen während der Reise möglichst zu meiden. Weitere spezifische Hinweise und Empfehlungen für Reisende finden sich auf den Webseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Globale Gesundheit (DTG). Insbesondere Mitarbeitenden von Hilfsorganisationen, die im Rahmen humanitärer Einsätze in Risikogebieten dem Virus ausgesetzt sein könnten, wird eine Impfung gemäß den aktuellen Empfehlungen dringend empfohlen. Reiseimpfungen werden von der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) in der Schweiz oder der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland nicht grundsätzlich erstattet. Im Falle einer beruflichen Indikation erfolgt die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber.

Weitere Informationsquellen

Für aktuelle Informationen zu Mpox, Präventionsmaßnahmen und Impfmöglichkeiten in Deutschland kontaktieren Sie bitte Ihr örtliches Gesundheitsamt oder besuchen Sie die Websites des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Für alle Menschen, die Sex haben, gilt der Grundsatz: Praktizieren Sie Safer Sex und informieren Sie sich über Schutzmaßnahmen, die Ihre Gesundheit schützen.