Brandy und Cognac: Mehr als nur ein Unterschied im Namen

Victor Hugo nannte Cognac einst den „Branntwein der Götter“. Im Laufe der Zeit hat er sich zu einem Symbol französischen Luxus und zum Inbegriff des besten Brandys entwickelt, den man für Geld kaufen kann – ja, Cognac ist ein Brandy. Doch viele vergessen, dass Cognac zwar eine Art von Brandy ist, aber nur unter strengen Auflagen in einer bestimmten Region Frankreichs und nach spezifischen Methoden hergestellt werden darf. Dies ist eine wichtige Erinnerung für die große Mehrheit, die diese beiden Spirituosen oft noch getrennt betrachtet und Cognac im Vergleich zur breiteren Kategorie des Brandys auf ein Podest stellt. Die wesentliche Trennung zwischen beiden liegt darin, dass Cognac durch die Appellation d’Origine Contrôlée (AOC) streng reguliert wird. Diese Vorschriften legen die Produktionsregion, die Rebsorten, die Destillation, die Reifung und die Mischprozesse des Destillats fest. Armagnac, eine weitere Unterkategorie des Brandys, unterliegt ähnlichen Beschränkungen, wobei die Produktion auf die Armagnac-Region Frankreichs beschränkt ist.

Im Gegensatz dazu genießen Brandy-Produzenten außerhalb dieser Regionen größere kreative Freiheiten. Doch während Hersteller in den USA, Indien, Südafrika und sogar Australien freier mit Grundzutaten, zusätzlichen Aromen und Fassveredelungen experimentieren können, hat die mangelnde Regulierung des Brandys dessen Ansehen bei den Verbrauchern vielleicht auch geschmälert. Wäre eine Regulierung der gesamten Kategorie wünschenswert – oder überhaupt umsetzbar? Diese Fragen beleuchten das Spannungsfeld zwischen Tradition, Qualitätssicherung und Innovationsfreiheit im Spirituosenmarkt.

Was ist Brandy oder Weinbrand? Die EU-Regulierung im Fokus

Die europäische Gesetzgebung spielt eine entscheidende Rolle bei der Definition und dem Schutz von Spirituosen. Gemäß der EU-Verordnung Nummer 110/2008 gibt es klare Richtlinien für „Brandy oder Weinbrand“. Diese Vorschriften bilden die Grundlage für die Produktion und den Vertrieb dieser Spirituose innerhalb der Europäischen Union und darüber hinaus.

  1. Herstellung: Brandy oder Weinbrand ist ein Destillat, das aus Weingeist hergestellt wird. Es kann zusätzlich Weindestillat enthalten, das jedoch zu weniger als 94,8 Volumenprozent destilliert wurde. Dabei darf das hinzugefügte Destillat maximal 50 % des Alkoholgehalts des fertigen Produkts ausmachen.
  2. Reifung: Für die Reifung gelten spezifische Mindestzeiten. Er muss entweder mindestens ein Jahr in Eichenholzbehältern oder mindestens sechs Monate in Eichenfässern mit einem Fassungsvermögen von weniger als 1000 Litern reifen. Diese Reifezeit ist entscheidend für die Entwicklung des komplexen Geschmacks und Aromas, das man von einem guten Brandy erwartet.
  3. Flüchtige Stoffe: Die Qualität des Brandys wird auch durch seinen Gehalt an flüchtigen Stoffen bestimmt. Dieser muss mindestens 125 Gramm pro Hektoliter Reinalkohol (100 % vol.) betragen und ausschließlich aus der Destillation oder erneuten Destillation der verwendeten Rohstoffe stammen.
  4. Methanolgehalt: Ein Höchstgehalt an Methanol von 200 Gramm pro Hektoliter Reinalkohol ist vorgeschrieben, um die Sicherheit und Reinheit des Produkts zu gewährleisten.
  5. Mindestalkoholgehalt: Der Brandy oder Weinbrand muss einen Mindestalkoholgehalt von 36 Volumenprozent aufweisen.
  6. Zusatz von Alkohol: Es ist strengstens untersagt, zusätzlichen Alkohol, wie in Anhang 5 der Verordnung definiert, hinzuzufügen, ob verdünnt oder nicht.
  7. Aromatisierung: Brandy oder Weinbrand darf grundsätzlich nicht aromatisiert werden. Dies schließt jedoch traditionelle Herstellungsverfahren nicht aus, die bestimmte Geschmacksnuancen auf natürliche Weise einbringen.
  8. Farbanpassung: Lediglich die Zugabe von Karamell zur Farbanpassung ist erlaubt.
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Diese detaillierten Vorschriften stellen sicher, dass Verbraucher in Europa einen Weinbrand oder Brandy erhalten, der gewissen Qualitätsstandards entspricht. Für weitere Informationen über die Vielfalt und Herstellung von weinbrand sorten können Sie unsere spezialisierten Artikel durchsuchen.

Cognac: Herkunft und strenge Vorgaben

Während Brandy global produziert werden kann, ist Cognac geografisch und methodisch streng limitiert. Cognac muss aus weißen Trauben aus einem von sechs spezifischen Terroirs hergestellt werden, wobei die Rebsorte Ugni Blanc die primäre Zutat ist. Nur Spirituosen, die aus Trauben geerntet und fermentiert wurden, die aus dem abgegrenzten Cognac-Gebiet stammen, dürfen die geschützten Ursprungsbezeichnungen „Cognac“, „Eau-de-vie de Cognac“ oder „Eau-de-vie des Charentes“ tragen. Dieses Gebiet umfasst fast das gesamte Département Charente-Maritime, einen großen Teil des Départements Charente und einige Dörfer in den Départements Dordogne und Deux-Sèvres.

Woher stammen sie?

  • Cognac muss aus der Cognac-Region im Südwesten Frankreichs stammen, die für ihr überlegenes Terroir – die Kombination aus Boden, Klima und Topografie, die zu den Traubenanbaubedingungen beiträgt – bekannt ist.
  • Brandy kann überall auf der Welt hergestellt werden.

Was ist mit Blending und Reifung?

Nach der Destillation wird die Flüssigkeit gemischt und gereift, was Cognac wirklich besonders macht. Bei Hennessy beispielsweise trifft sich ein Verkostungsausschuss von 7 Personen täglich von 11 bis 13 Uhr, um etwa 40 verschiedene Proben von „Eaux-de-vie“ zu verkosten. So werden die einzelnen destillierten Spirituosen vor dem Blending genannt. Es erfordert eine 10-jährige Ausbildung, bevor man dem Ausschuss beitreten kann, wie der Markenbotschafter Jordan Bushell berichtet.

Die Qualität und Altersstufen des Cognacs

Die strenge Regulierung des Cognacs zeigt sich auch in seinen klar definierten Qualitäts- und Altersstufen, die auf jeder Flasche angegeben sein müssen und dem Verbraucher Aufschluss über die Reifezeit des jüngsten Eau-de-vie in der Assemblage geben.

  • VS steht für „Very Special“
    Auch als ✯✯✯ (drei Sterne) bekannt, bedeutet VS dasselbe. Eine Mischung gilt als VS Cognac, wenn sie aus Eaux-de-vie besteht, die mindestens 2 Jahre in Eichenfässern gereift sind.

  • VSOP bedeutet „Very Superior Old Pale“
    Offiziell steht V.S.O.P. laut BNIC für „Very Superior Old Pale“, wird aber oft auch als „Very Special Old Pale“ bezeichnet. Ein VSOP Cognac enthält das jüngste Eau-de-vie der Mischung, das mindestens vier Jahre in Fässern gereift ist. Das Durchschnittsalter der Cognacs in der VSOP-Kategorie kann jedoch deutlich höher sein. Die Bezeichnung wird durch das jüngste Eau-de-vie in der Mischung bestimmt. Die Bezeichnung V.S.O.P. geht auf eine Bestellung des britischen Königshofs im Jahr 1817 zurück, der einen „Cognac Pale“ verlangte – einen Cognac, der nicht durch Zucker oder Karamell gesüßt oder gefärbt wurde. Zu dieser Zeit war die Verwendung solcher Zusatzstoffe sehr verbreitet, und so entstand der Begriff. Andere Bezeichnungen für VSOP sind „Reserve“ oder einfach „Old“.

  • XO bedeutet „Extra Old“
    XO steht für „Extra Old“ und beschreibt einen Cognac, der aus Eaux-de-vie besteht, die mindestens 10 Jahre in Eichenfässern gereift sind. Oft haben XOs jedoch ein viel höheres Durchschnittsalter, wobei viele XO Cognacs 20 Jahre und älter sind. Wenn Sie hochwertige spirituosen kaufen möchten, achten Sie auf diese Qualitätsbezeichnungen.

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Cognac ist ein Brandy, aber der Beste

Wir sehen, dass die Regeln für einen Cognac sehr streng und gut vom BNIC (Bureau National Interprofessionnel du Cognac) kontrolliert werden. Für einen Brandy in Europa ist er durch die EU-Verordnung Nummer 110/2008 geregelt, die eine gute Grundlage bietet, aber hinsichtlich der Reifung und der Kennzeichnungspflichten auf dem Etikett sehr leicht ist. Was bedeuten „Brandy VSOP“ oder „Napoleon“? Nicht viel.

Was bedeutet „French Brandy“? Nun, auch nicht viel. Die meisten „French Brandys“ stammen tatsächlich aus Spanien und werden schnell in Frankreich verschnitten, um das Etikett „French Brandy“ zu erhalten. Es gibt jedoch keinen Text, der klar definiert, was ein „French Brandy“ sein muss.

Wir sind stolz darauf, uns mit französischen Destillateuren und Winzern, hauptsächlich aus Südfrankreich, zusammengetan zu haben, was uns erlaubt zu sagen, dass unser „French Brandy“ in Frankreich produziert, destilliert und gereift wird. Die Trauben sind französisch, er wird in Frankreich fermentiert und destilliert, und sogar unser Eichenholz ist französisch. Dies gewährleistet eine Transparenz und Qualität, die über die Mindestanforderungen der EU-Verordnung hinausgeht und unseren Kunden ein authentisches Produkt bietet. Entdecken Sie unser Sortiment im spirituosen online shop.

Fazit

Der Vergleich zwischen Brandy und Cognac offenbart eine Welt voller Nuancen, in der Tradition, Regulierung und geografische Herkunft eine entscheidende Rolle spielen. Während Brandy eine breite Kategorie von Destillaten darstellt, die aus vergorenem Fruchtsaft hergestellt werden können, ist Cognac eine streng geschützte Bezeichnung für einen Brandy, der spezifische Kriterien hinsichtlich Anbaugebiet, Rebsorte, Destillation und Reifung erfüllen muss. Diese strengen Regeln machen Cognac zu einem Symbol für französisches Handwerk und höchste Qualität, aber sie schränken auch die Innovationsfreiheit ein. Für Liebhaber feiner Spirituosen bietet das Verständnis dieser Unterschiede nicht nur eine Bereicherung des Wissens, sondern auch eine bewusstere Wahl beim Genuss. Ob Sie sich für die regulierte Exzellenz eines Cognacs oder die vielfältige Kreativität eines Brandys entscheiden, der Schlüssel liegt im verantwortungsvollen Genuss.

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