Der Beruf des Rettungssanitäters ist von entscheidender Bedeutung für die Notfallversorgung und den qualifizierten Krankentransport in Deutschland. Er erfordert nicht nur medizinisches Fachwissen und praktische Fertigkeiten, sondern auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Empathie. Wenn Sie eine Karriere im Gesundheitswesen anstreben und aktiv Leben retten sowie Menschen in Notsituationen unterstützen möchten, bietet die Ausbildung zum Rettungssanitäter eine hervorragende Grundlage. Dieser Artikel beleuchtet die umfassende Weiterbildung, wie sie beispielsweise von der WBS TRAINING SCHULEN gGmbH am Standort Dresden-Mitte angeboten wird, und zeigt Ihnen, welche Schritte auf dem Weg zu dieser wichtigen Qualifikation liegen.
Was macht ein Rettungssanitäter?
Rettungssanitäter sind die erste professionelle Hilfe am Einsatzort und unverzichtbare Teammitglieder im Rettungsdienst. Ihre Hauptaufgaben umfassen den Patiententransport, den qualifizierten Krankentransport sowie die aktive Unterstützung von Notfallsanitätern und Notärzten bei der Versorgung von Notfallpatienten auf einem Rettungswagen. Sie sind in verschiedenen Funktionen im Bereich der Notfallrettung und des Bevölkerungsschutzes tätig und tragen maßgeblich zur Sicherstellung einer optimalen Patientenversorgung bei.
Struktur und Dauer der Ausbildung zum Rettungssanitäter
Die Weiterbildung zum Rettungssanitäter, die sich über insgesamt 520 Stunden erstreckt, ist nach den Empfehlungen für eine Verordnung über die Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern (RettSan-APrV) des Ausschusses Rettungswesen vom Februar 2019 konzipiert. Sie gliedert sich in mehrere aufeinanderfolgende Phasen, die sowohl theoretisches Wissen als auch umfangreiche praktische Erfahrungen vermitteln.
Der Grundlehrgang (240 Stunden)
Dieser erste Abschnitt legt das theoretische Fundament. Die Teilnehmer erhalten umfassendes Wissen über Aufbau und Funktionsweise des menschlichen Körpers. Darauf aufbauend werden häufige Erkrankungen und Verletzungen aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen wie Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Pädiatrie besprochen. Es werden geeignete notfallmedizinische Maßnahmen vorgestellt und intensiv trainiert. Zusätzlich werden Grundkenntnisse zur Organisation des Rettungsdienstes, relevanten Gesetzen, Hygienemaßnahmen, Gefahren an Einsatzstellen sowie zur professionellen Patientenbetreuung vermittelt. Der Lehrgang endet mit einer schriftlichen und praktischen Lernerfolgskontrolle, der Rettungshelferprüfung.
Praktikum im Krankenhaus/Pflegebereich (80 Stunden)
Im geschützten Umfeld einer Klinik oder einer anderen geeigneten Ausbildungseinrichtung üben die angehenden Rettungssanitäter unter Anleitung von Ärzten und Fachpflegepersonal wichtige Verfahren und Maßnahmen zur Beurteilung, Überprüfung, Überwachung, Betreuung und Versorgung von Patienten. Dieses Praktikum ist entscheidend, um die im Grundlehrgang erlernten theoretischen Kenntnisse in einem klinischen Kontext zu vertiefen.
Praktikum auf der Rettungswache (160 Stunden)
Dieses praxisnahe Praktikum findet auf einer Rettungswache statt. Hier wird das in der schulischen und klinischen Ausbildung erworbene Wissen und die Fertigkeiten unter Anleitung erfahrener Notfallsanitäter vertieft und direkt im Einsatz umgesetzt. Die Teilnehmer lernen den realen Praxisbetrieb einer Rettungswache kennen und sammeln wertvolle Erfahrungen in der Notfallrettung und im Krankentransport.
Abschlusslehrgang und staatliche Prüfung (40 Stunden)
Im letzten Teil der Ausbildung werden alle wesentlichen Inhalte aus den vorangegangenen Abschnitten wiederholt und vertieft. Diese Phase dient der intensiven Vorbereitung auf die bevorstehende praktische und theoretische staatliche Prüfung. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Prüfung erhalten die Teilnehmer ihr Zertifikat als staatlich geprüfte Rettungssanitäterin oder Rettungssanitäter.
Zugangsvoraussetzungen und Sprachkenntnisse
Um an der Ausbildung zum Rettungssanitäter teilnehmen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
- Mindestens ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.
- Nachweis einer Hepatitis B-Impfung (nicht älter als 10 Jahre).
- Gesundheitliche und persönliche Eignung für die Ausübung der Tätigkeit.
- Erforderliche Kenntnisse der deutschen Sprache, um die Ausbildungsinhalte zu verstehen und sicher im Einsatz kommunizieren zu können.
Lernziele und Kernkompetenzen
Die Ausbildung zielt darauf ab, die Teilnehmer zu befähigen, Notfallsituationen zu erkennen, zu erfassen und zu bewerten. Sie lernen, lebensrettende und lebenserhaltende Maßnahmen eigenständig durchzuführen und bei Diagnostik und Therapie mitzuwirken. Weitere wichtige Kompetenzen umfassen die Unterstützung betroffener Personen, die Zusammenarbeit in Gruppen und Teams, die Tätigkeit in Notfallrettung und qualifiziertem Krankentransport sowie die Sicherung von Qualitätsstandards im Rettungsdienst.
Deine Karriereperspektiven im Rettungsdienst
Nach der erfolgreichen Qualifizierung eröffnen sich vielfältige berufliche Perspektiven im Rettungsdienst und angrenzenden Bereichen. Rettungssanitäter können als Fahrer oder Helfer des Notfallsanitäters in der Notfallrettung, im qualifizierten Krankentransport, bei der Bergrettung, Wasserrettung, im Sanitätsdienst, Katastrophenschutz oder bei der Feuerwehr tätig werden. Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal in diesen Bereichen ist konstant hoch.
Ein Pluspunkt für angehende Medizinstudenten
Für Abiturienten mit dem Studienwunsch Medizin oder Zahnmedizin bietet die Qualifizierung zum Rettungssanitäter eine einzigartige Möglichkeit, schon vor dem geplanten Studienbeginn wertvolle Einblicke in die medizinische Praxis zu erhalten. Sie können Wartezeiten sinnvoll nutzen und grundlegende Vorkenntnisse sowie praktische Erfahrungen sammeln, die im späteren Studium und Berufsleben von großem Nutzen sein werden.
Die Ausbildung zum Rettungssanitäter ist eine Investition in eine sinnstiftende und spannende Karriere. Sie qualifiziert Sie für einen Beruf, der nicht nur Fachwissen, sondern auch Menschlichkeit erfordert und Ihnen die Möglichkeit gibt, in kritischen Momenten einen echten Unterschied zu machen. Erkunden Sie die Möglichkeiten und beginnen Sie Ihren Weg in den Rettungsdienst!
