Die Welt des Kunstturnens blickte im Oktober 2025 gespannt nach Jakarta, Indonesien, wo die 53. Kunstturn-Weltmeisterschaften stattfanden. Erstmals war die pulsierende Millionenmetropole Gastgeber dieses globalen Sportevents, das 454 Kunstturnerinnen und Kunstturner aus allen fünf Kontinenten zusammenbrachte, um sich in Eleganz, Kraft und Präzision zu messen. Für Österreich stellte sich ein bemerkenswert junges Team der Herausforderung, das mit einem Durchschnittsalter von unter 20 Jahren das jüngste österreichische WM-Team seit Jahrzehnten und das drittjüngste aller 83 teilnehmenden Nationen war. Diese Weltmeisterschaft war mehr als nur ein Wettkampf; sie war eine wichtige Bühne für die Entwicklung des Turnsports und bot jungen Talenten die Chance, internationale Erfahrung zu sammeln und sich für zukünftige Höhepunkte wie die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu empfehlen.
Österreichs vielversprechende Turnriege in Jakarta
Das österreichische Team, bestehend aus drei Turnerinnen und drei Turnern, reiste mit hohen Erwartungen und dem Wunsch an, wertvolle Erfahrungen auf der größten Bühne des Kunstturnens zu sammeln. Die Zusammensetzung des Teams spiegelte eine bewusste Strategie wider, auf Nachwuchstalente zu setzen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich gegen die Weltelite zu beweisen. Ein solches Engagement für junge Athleten ist entscheidend für die langfristige Entwicklung des Sports in Österreich und unterstreicht die Bedeutung von Veranstaltungen wie der Kunstturn-WM für die Förderung zukünftiger Stars.
Die Athletinnen und Athleten:
- Turnerinnen: Leni Bohle (V), Charlize Mörz (B) und Aurea Wutschka (V)
- Turner: Martin Miggitsch (K), Paul Schmölzer (OÖ) und Gino Vetter (V)
Begleitet wurde das Team von erfahrenen Trainer*innen, Wertungsrichter*innen und einem engagierten Management, das die bestmöglichen Bedingungen für die jungen Sportler*innen sicherstellte.
Höhepunkte und Herausforderungen des Wettkampfs
Die Weltmeisterschaft in Jakarta war für die österreichischen Athlet*innen eine Achterbahn der Gefühle, geprägt von herausragenden Erfolgen und lehrreichen Momenten. Der Druck, auf dieser internationalen Plattform Bestleistungen abzurufen, ist immens und erfordert nicht nur physische Stärke, sondern auch mentale Widerstandsfähigkeit. Kunstturnen zählt zu den besondere sportarten, die höchste Disziplin und jahrelanges Training erfordern, um die komplexen Bewegungsabläufe an den Geräten zu meistern.
Der größte Erfolg aus österreichischer Sicht gelang Charlize Mörz. Sie schaffte als erste österreichische Turnerin überhaupt die Qualifikation für ein WM-Gerätefinale und belegte im Sprung-Bewerb einen beeindruckenden siebten Platz. Diese Leistung ist ein historischer Meilenstein für das österreichische Turnen und ein Beweis für Charlizes außergewöhnliches Talent und ihren Fleiß. Ihr Erfolg im Finale des Sprungs, einer Disziplin, die explosive Kraft und perfekte Technik verlangt, hat sie in der internationalen Turnszene etabliert und ihr Potenzial für die Zukunft unterstrichen.
Andere Teammitglieder, darunter Leni Bohle und Aurea Wutschka, hatten hingegen mit Patzern zu kämpfen und konnten nicht ganz ihre Bestform abrufen. Auch Martin Miggitsch, Paul Schmölzer und Gino Vetter zahlten in Jakarta „viel Lehrgeld“. Viele Schlüsselübungen misslangen, was die zuvor erhofften Chancen auf Finalqualifikationen zunichtemachte. Solche Erfahrungen sind jedoch ein unvermeidlicher Teil der sportlichen Entwicklung, insbesondere für so junge Athlet*innen. Sie bieten wertvolle Einblicke und motivieren, noch härter an der Perfektionierung ihrer Fähigkeiten zu arbeiten.
Bemerkenswerte Leistungen und Zukunftsaussichten
Trotz der Herausforderungen gab es auch bemerkenswerte Einzelleistungen, die das Potenzial des österreichischen Teams aufzeigten. Paul Schmölzer erzielte mit dem 31. Platz das drittbeste rot-weiß-rote WM-Mehrkampf-Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Mehrkampf, der alle sechs (Männer) bzw. vier (Frauen) Geräte umfasst, ist eine umfassende Prüfung der turnerischen Fähigkeiten und Kondition. Schmölzers Leistung ist daher besonders hervorzuheben und zeigt seine Vielseitigkeit und sein Durchhaltevermögen.
Die Weltmeisterschaften bieten nicht nur eine Plattform für Wettkämpfe, sondern auch eine Gelegenheit zum Austausch und zur Weiterentwicklung im kunstturnen. Für junge Athlet*innen ist es von unschätzbarem Wert, sich mit den Besten der Welt zu messen, neue Techniken zu sehen und von erfahrenen Trainer*innen zu lernen. Solche globalen Events sind vergleichbar mit anderen Großereignissen wie der weltmeisterschaft 2022 leichtathletik, bei denen Sportler ihre Grenzen austesten und über sich hinauswachsen.
Der detaillierte Zeitplan der WM gab den Athlet*innen und Zuschauer*innen einen klaren Überblick über die Qualifikationsrunden und Finals:
| Tag | Ortszeit | Ö-Zeit | Wettkampf |
|---|---|---|---|
| So. 19. Okt. 2025 | 10:00 – 22:00 | 05:00 – 17:00 | Qualifikation Männer (Subdivisionen 1-6 von 8) |
| 11:50 – 13:30 | 06:50 – 08:30 | Wettkampf der Österreicher (Subdiv. 2, Startgerät Reck) | |
| Mo. 20. Okt. 2025 | 10:00 – 13:30 | 05:00 – 08:30 | Qualifikation Männer (Subdivisionen 7-8) |
| 17:00 – 21:15 | 12:00 – 16:15 | Qualifikation Frauen (Subdivisionen 1-3 von 10) | |
| 17:00 – 18:15 | 12:00 – 13:15 | Wettkampf d. Österreicherinnen (SD. 1, Start am Stufenb.) | |
| Di. 21. Okt. 2025 | 10:00 – 21:15 | 05:00 – 16:15 | Qualifikation Frauen (Subdivisionen 4-10) |
| Mi. 22. Okt. 2025 | 18:30 – 21:00 | 13:30 – 16:00 | Mehrkampf-Finale Männer (Top 24) |
| Do. 23. Okt. 2025 | 18:30 – 21:00 | 13:30 – 16:00 | Mehrkampf-Finale Frauen (Top 24) |
| Fr. 24. Okt. 2025 | 14:00 – 18:00 | 09:00 – 13:00 | Geräte-Finale Tag 1 (5x Top 8); W: VT+UB; M: FX+PH+SR |
| Ca. 14:30 Uhr | Ca. 09:30 Uhr | Sprung-Finale mit Charlize Mörz | |
| Sa. 25. Okt. 2025 | 14:00 – 18:00 | 09:00 – 13:00 | Geräte-Finale Tag 2 (5x Top 8); W: BB+FX; M: VT+PB+HB |
Die Teilnahme an der Kunstturn-WM 2025 in Jakarta war für das junge österreichische Team eine wichtige Etappe auf ihrem Weg zu zukünftigen Erfolgen. Obwohl nicht alle Erwartungen erfüllt werden konnten, lieferte die Weltmeisterschaft wertvolle Erkenntnisse und zeigte, wo die Stärken liegen und wo noch Potential zur Verbesserung besteht. Solche Erfahrungen sind für Sportarten, die oft als exotische sportarten wahrgenommen werden, von entscheidender Bedeutung, um die Athleten auf höchste Wettbewerbsniveaus vorzubereiten.
Fazit: Ein Blick in die Zukunft des österreichischen Turnsports
Die Kunstturn-Weltmeisterschaft 2025 in Jakarta war eine lehrreiche und zugleich inspirierende Erfahrung für das junge österreichische Team. Charlize Mörz’ historischer Erfolg im Sprung-Finale ist ein leuchtendes Beispiel für das Potenzial, das in diesen jungen Athlet*innen steckt. Auch wenn andere ihr Bestes gaben und wertvolle Erfahrungen sammelten, zeigten die Ergebnisse, dass der Weg an die Weltspitze lang und steinig ist, aber mit harter Arbeit und Entschlossenheit erreichbar ist.
Für den österreichischen Turnsport bedeutet diese Weltmeisterschaft eine Investition in die Zukunft. Die gesammelten Erfahrungen, die Erkenntnisse aus den Wettkämpfen und die Motivation, die aus solchen Großevents resultiert, werden die Athlet*innen auf ihrem weiteren Weg begleiten. Wir dürfen gespannt sein, welche Erfolge diese vielversprechenden Talente in den kommenden Jahren noch erzielen werden und wie sie Österreich in der internationalen Kunstturnszene weiterhin repräsentieren werden. Verfolgen Sie die Entwicklung des österreichischen Kunstturn-Teams und bleiben Sie dran, um keine Neuigkeiten zu verpassen!
