Weltreise im Expeditionsfahrzeug: Unser individuelles Reisetempo verstehen

Expeditionsfahrzeug Shujaa fährt durch eine weite, staubige Landschaft

Seit 2015 sind wir auf Weltreise, mal für kürzere, mal für längere Zeitabschnitte. In diesen Jahren haben wir viel gelernt, und vor allem hat sich unser Leben massiv verändert – nicht bewusst von uns gesteuert, sondern durch die unterschiedlichen Lebensbedingungen, die wir in dieser Zeit erlebt haben. Die Bedeutung vieler Themen hat sich neu kalibriert, was uns einen frischen Blick auf das Reisen und das Leben ermöglicht.

Besonders schwer fiel uns der Abschied vom Berufsleben, von verantwortungsvollen Positionen, Machtstrukturen, politischen Kontexten und den Mitarbeitern, die mit uns gewachsen sind. Für mich war es schwieriger als für Oliver, da er schon früh den Plan hatte, sich aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen. Doch eine Eigenschaft ist uns erhalten geblieben, eine, die so tief in uns verankert ist, dass es sinnlos wäre, sie aus unserer Persönlichkeit zu entfernen, und die wir beide sehr stark in uns tragen. Sie hat uns zweifellos in unseren früheren Berufen immens geholfen und zum Erfolg geführt. Wir ähneln uns hier so stark, dass es manchmal fast zu viel des Guten ist, aber wir haben uns daran gewöhnt. Es ist die Geschwindigkeit, mit der wir Dinge umsetzen, To-Dos sofort erledigen, keine Zeit verschwenden und einzelne Komponenten effizient abwägen, um sie dann in der richtigen und schnellsten Reihenfolge zu implementieren.

Diese Eigenschaft begleitet uns natürlich auch auf Reisen und beeinflusst maßgeblich unser Reisetempo. Auf den über 200.000 Kilometern, die wir mit Shujaa in Südamerika, Afrika und dem Nahen Osten erkundet haben, kamen wir auf einen Tagesdurchschnitt von 150 km – und das bei entsprechendem Einsatz von Shujaa und vielen Offroad-Strecken. Viele beobachten dies und sitzen wohl kopfschüttelnd vor unserem Blog und unseren Karten. Wir erhalten auch Anfragen und Kommentare, warum wir „viel zu schnell“ seien. Nicht zuletzt deshalb schreiben wir diesen Blog. Nicht zur Rechtfertigung, sondern um Verständnis für unterschiedliche Reisearten zu schaffen. Und weil wir diese Bewertung und das voreingenommene Urteil nicht mögen. Wir fragen andere Reisende ja auch nicht, warum sie so langsam sind und letztendlich nur bis nach Afrika kommen, denn unsere wunderbare Welt ist so groß. Es gibt nicht nur einen Weg, um eine [aida weltreise](https://shocknaue.com/aida-weltreise/) zu gestalten!

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Abschied vom Berufsleben und die Prägung durch Effizienz

Der Übergang vom strukturierten Arbeitsalltag zum freien Leben auf Weltreise war eine große Umstellung. Insbesondere die Verantwortung und die Dynamik im Beruf prägten unsere Arbeitsweise. Diese Effizienz und Schnelligkeit, die uns im Job erfolgreich machte, ist ein integraler Bestandteil unserer Persönlichkeit geworden. Sie spiegelt sich heute in unserer Herangehensweise an die Reiseplanung und -durchführung wider. Wir sind keine Menschen, die lange zögern; stattdessen analysieren und handeln wir zielorientiert, um unsere Reiseerlebnisse zu maximieren.

Warum wir so „schnell“ sind – Eine Frage der Vorbereitung

Warum sind wir so „schnell“? Wir empfinden es gar nicht so. Während andere nach Buenos Aires verschiffen und bei der Ankunft eine Münze werfen, ob sie nach Norden oder Süden fahren sollen, sich für den Süden entscheiden, dann später in Feuerland feststellen, dass es dort im Juli ziemlich kalt ist und sie in Nordargentinien den Frühling verpassen, sitzen wir oder besser gesagt Oliver während unserer Reisepausen zu Hause fast täglich über Büchern und Blogs, um die nächste Etappe unserer [reiseziele märz fernreise](https://shocknaue.com/reiseziele-marz-fernreise/) vorzubereiten. Sicherlich investieren wir hier mehrere Stunden pro Tag, damit dies unterwegs kein Thema mehr ist. Die Reise ist dann fertig geplant und die Planung macht uns Spaß.

Expeditionsfahrzeug Shujaa fährt durch eine weite, staubige LandschaftExpeditionsfahrzeug Shujaa fährt durch eine weite, staubige Landschaft

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir unterwegs nicht flexibel sind und andere Routen als geplant nehmen. Die Planung ist selbstverständlich nur ein Rahmen, aber einer, der unterwegs keine zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Straßen, regionale Gegebenheiten, Klimate, Spritkosten, Mautgebühren, Zollformalitäten, relevante Dokumente, Beschaffung von Ersatzreifen, sogar tolle Restaurants – alles ist in unseren Excel-Tabellen verzeichnet. Und unterwegs konzentrieren wir uns darauf, zu schauen, zu genießen und zu leben – und auch Flexibilität für Unvorhergesehenes zuzulassen.

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Dasselbe gilt für den Truck und die Technik. Wenn wir zu Hause sind, lassen wir unseren Shujaa akribisch warten, und er erhält intensive Wellness-Behandlungen, damit er unterwegs wirklich gut in Schuss ist. Natürlich kann trotzdem etwas passieren, aber selbst dann haben wir unsere Kontakte und potenziellen Werkstätten in unseren Listen. Oliver hat zum Beispiel bereits Reifen für unsere nächste Nordamerika-Tour in den USA bestellt (unsere Reifengröße ist dort eher schwer zu bekommen), die er erst in einigen Monaten montieren lassen wird … an einem Punkt der Reise, wenn die aktuellen Reifen abgefahren sind. Und auch hier gibt es unterwegs nichts zu recherchieren oder gar aus Deutschland liefern zu lassen und zu warten und zu warten und zu warten … Bisher hat es immer reibungslos funktioniert. Klar, das kann sich ändern, aber dann werden wir das dankbar annehmen.

Flexibilität und das Konzept der Heimatbasis

Ein weiterer wichtiger Punkt ist unser Lebens- und Reisekonzept: Wir sind in der Regel 6-8 Monate im Jahr unterwegs und den Rest zu Hause. Zuerst dachten wir, wir würden Deutschland mit Shujaa verlassen und erst nach Beendigung der gesamten [kreuzfahrt weltreise 365 tage](https://shocknaue.com/kreuzfahrt-weltreise-365-tage/) nach 7 oder 10 Jahren zurückkommen. Doch unsere erste Etappe in Südamerika zeigte uns, dass wir Zeit brauchen, um all die Reiseeindrücke zu verdauen. Und das bedeutet nicht zwei Wochen am Strand zu faulenzen und neue Energie zu tanken. Das reicht uns nicht. Wir verbringen mehrere Monate im Jahr auf Mallorca, unserer ausgewählten Heimatbasis, und leben dort ein völlig anderes Leben. Dies bedeutet jedoch, dass wir jedes Mal Abstand zum Reisen gewinnen, die Erfahrungen verarbeiten und uns wieder darauf freuen, weiterzureisen. Im Gegensatz zu anderen Reisenden, die vielleicht ihren gesamten Besitz aufgegeben haben und ausschließlich in ihrem Fahrzeug leben, haben wir glücklicherweise die Luxusoption, an einem Traumort zu pausieren. Das bedeutet aber auch, dass wir auf unserer Weltreise nicht wochenlang an mittelmäßigen Orten bleiben, um zu organisieren, zu reparieren oder uns von der Reise zu erholen … weil wir die Wahl haben.

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Das unbeschreibliche Gefühl des Unterwegs-Seins

Wir wollen die Welt bereisen, wir wollen die Erde mit ihren Wundern bestaunen, wir wollen Menschen treffen, Sehenswürdigkeiten besuchen, durch Städte fahren, ein paar Tage in Wüsten leben und all den Genuss spüren, der damit einhergeht. Und genau das tun wir mit unserer Art zu reisen ziemlich gut. Nicht zuletzt ist es eine Freude, dem sonoren Motorengeräusch in der Fahrerkabine zu lauschen und einfach stundenlang durch die Landschaft zu gondeln. Das ist für uns Meditation. Wir lieben es einfach, unseren Expeditions-Truck zu fahren. Unsere [aida weltreise 2022](https://shocknaue.com/aida-weltreise-2022/) ist eine fortwährende Quelle der Freude und des Staunens.

Wir vermissen nichts, im Gegenteil. Wir treffen oft Reisende, die unsere Routen kopieren und in einem Land ganz neu anfangen, weil sie etwas verpasst haben. Im Vergleich zu den Routen und Berichten, die andere Reisende viel langsamer gefahren sind, sehen wir keinen Unterschied, nur dass wir vielleicht nach einem Besuch einfach weiterfahren und nicht noch zwei Tage auf dem heißen Parkplatz bleiben. Ein Wort zur Entschleunigung, die uns alle dieser Tage bewegt und beschäftigt und die viele von uns „praktizieren“. Auch wir haben diese Gedanken. Aber wir sehen das in völlig anderen Bereichen, nicht ob wir 150 km am Tag fahren oder nicht, denn im Auto beschleunigen wir am meisten. Wenn wir über das [reisen englisch](https://shocknaue.com/reisen-englisch/) sprechen, betonen wir oft die persönliche Freiheit, die es uns schenkt.

Jeder findet sein eigenes Tempo

Fazit: Jeder Reisende muss sein eigenes Tempo finden. Wir haben heute unseren Standpunkt erklärt, weil oft Fragen auftauchen und es nicht in einem Satz erklärt werden kann. Und während ich schreibe, merke ich, dass wir genau das Richtige für uns tun. Und jetzt freuen wir uns auf die nächste Etappe. Die letzte Woche auf Mallorca hat begonnen und wir sind schon gespannt, die Welt wieder zu entdecken … die ersten Tage werden unseren Tagesdurchschnitt sicherlich wieder anheben 😉. Wir sind wirklich begeistert, wenn wir unsere geliebte Finca abschließen und die Tür zu unserem geliebten Shujaa wieder öffnen. Im etwas kühleren Kanada.