Mönchengladbach desolat: Werder Bremen setzt ein klares Ausrufezeichen

Stand: 14.09.2025 • 20:45 Uhr

Werder Bremen hat einen souveränen Auftritt hingelegt und gegen eine erschreckend schläfrige Abwehr von Borussia Mönchengladbach den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga eingefahren. Die Fohlen warten nach diesem Spiel weiterhin auf das erste eigene Tor in der aktuellen Spielzeit, während die Hanseaten am Sonntag mit einem überzeugenden 4:0 (2:0)-Erfolg drei wichtige Punkte an die Weser mitnahmen. Dieser klare Sieg unterstreicht Bremens Ambitionen in der Liga und dürfte die Fans von Bremen Bundesliga begeistern.

Der frühe zweite Bremer Angriff führte bereits in der 15. Minute zur 1:0-Führung, als Samuel Mbangula den Ball aus etwa 15 Metern kompromisslos unter die Latte drosch. Nur elf Minuten später erhöhte Jens Stage auf 2:0 (26.). Obwohl diese Treffer durch beeindruckende Einzelleistungen zustande kamen, war vor allem das Gladbacher Abwehrverhalten auffallend passiv. Als Romano Schmid in der 74. Minute einen berechtigten Foulelfmeter sicher verwandelte, verließen zahlreiche frustrierte Gladbach-Fans das Stadion. Den Schlusspunkt setzte Justin Njinmah, der nach einem Zuspiel von Victor Boniface eine weitere Abwehrschwäche nutzte und den Ball zum 4:0 ins Netz chippte.

Stimmen zum Spiel: Lob für Werder, Frust in Gladbach

Werder-Trainer Horst Steffen zeigte sich nach dem Spiel sichtlich zufrieden und lobte sein Team am Mikrofon der Sportschau: “Ich finde immer, dass man die Mannschaftsleistung hervorheben muss, weil sie hervorragend zusammengearbeitet hat, Lücken schließen musste, Meter gemacht und alles zu Ende verteidigt hat. Das war eine ganz hervorragende Teamleistung.”

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Ganz anders die Stimmung bei Heimtrainer Gerardo Seoane, der der ARD erklärte: “Wir sind alle enttäuscht über das Resultat.” Angesprochen auf die frustrierte Reaktion der Zuschauer meinte er verständnisvoll: “dass der Zuschauer, wie wir auch, da emotional reagiert, das gehört zu diesem Business dazu.” Seine Analyse war schonungslos: “Die Abschlussqualität in den ersten drei Spielen war nicht zufriedenstellend. Es ist die Basis des Fußballs, dass man es schafft, Tore zu erzielen. Aber es ärgert mich auch, dass wir in den ersten zwei Spielen sehr konsequent und konzentriert verteidigt haben, das haben wir heute nicht gezeigt.” Wer das nächste Spiel der Bremer Werder live verfolgen möchte, findet hier alle Informationen.

Gladbachs Offensive weiterhin torlos und ideenlos

Nach zwei torlosen Auftaktpartien in dieser Saison hatte Trainer Gerardo Seoane sein Team von Beginn an auf hohes Pressing eingestellt. Besonders Bremens Keeper Mio Backhaus geriet unter Druck und zeigte prompt einige Unsicherheiten, die die Gastgeber jedoch nicht nutzen konnten.

In der Offensive zeigte sich einmal mehr, wie schmerzlich der verletzte Torjäger Tim Kleindienst vermisst wird. Die Gladbacher Angriffsreihe konnte kaum wirkliche Torgefahr entwickeln. Einzig ein Schuss von Kevin Diks sorgte für kurze Aufregung und wilde Proteste, als Werder-Innenverteidiger Karim Coulibaly den Ball an den angelegten Ellbogen bekam. Die Unparteiischen entschieden schnell, dass es sich nicht um ein strafbares Handspiel handelte. Dies sollte die einzige annähernd gefährliche Situation im gegnerischen Strafraum bleiben. Im eigenen Sechzehner der Borussia hingegen ging es drunter und drüber.

Reynas Akzente reichen nicht aus

Nachdem Werder in den ersten zehn Minuten vorrangig mit Abwehraufgaben beschäftigt war, testete Cameron Puertas Gladbach-Schlussmann Moritz Nicolas mit einem ersten Schuss. Kurz darauf tauchte Shuto Machino im Bremer Strafraum auf, drosch den Ball aber aus spitzem Winkel von links ans Außennetz.

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Neuzugang Giovanni Reyna versuchte sich als Mittelfeld-Regisseur der Hausherren und setzte durchaus Akzente, konnte das Spiel aber (noch) nicht an sich reißen und die fehlende Durchschlagskraft im Angriff kompensieren.

Werder gegen eine “Pappkameraden-Abwehr”

Bremen hingegen nutzte seine Chancen eiskalt aus. Samuel Mbangula fasste sich aus 15 Metern in halbrechter Position ein Herz und hämmerte den Ball unhaltbar unter die Latte. Nicolas riss zwar noch die Arme hoch, war aber gegen das Geschoss chancenlos. Besonders bitter für die Gladbacher Anhängerschaft war die Art und Weise, wie Mbangula verteidigt wurde: nämlich so gut wie gar nicht.

Wenig später vereitelte Backhaus mit den Fingerspitzen eine Chance gegen den heranlaufenden Robin Hack nach einer Honorat-Flanke. Doch danach braute sich hinten erneut Ungemach zusammen. Nach einer geblockten Flanke von der linken Seite schien die Situation eigentlich unter Kontrolle, und die Gladbacher Abwehrspieler waren im eigenen Strafraum sogar in Überzahl. Doch Stage konnte ein Zuspiel halbrechts unbedrängt annehmen, legte sich den Ball auf den rechten Fuß und schoss zielgenau flach ins lange Eck. Fans, die gerne die Spannung der Bundesliga miterleben, können sich auch an einem Deichstube Tippspiel beteiligen.

Gladbachs Hack glücklos, Werder bleibt konzentriert

Für die besten Offensivakzente auf Gladbacher Seite sorgte Robin Hack, der jedoch nach Zuspielen von Reyna und später auch von Franck Honorat kein Abschlussglück hatte. Bremen setzte in der zweiten Hälfte dort fort, wo es im ersten Spielabschnitt aufgehört hatte: konzentriert und effizient.

Die Gäste aus Norddeutschland blieben geduldig, hatten Ball und Gegner im Griff. Die Zuschauer mischten sich teilweise lautstark ins Gladbacher Abwehrspiel ein und riefen im Chor “Geh doch hin!”. Doch als Diks in der 73. Minute “hinging”, traf er Mbangula am Fuß, und Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck zeigte auf den Punkt. Schmid verlud Nicolas sicher, woraufhin viele Borussia-Anhänger sich mit Grausen abwandten und den Heimweg antraten.

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So verpassten sie den vierten Treffer der Gäste, für den die beiden eingewechselten Victor Boniface und Justin Njinmah verantwortlich zeichneten. Boniface bediente Njinmah, der Nicolas mit einem präzisen Chipball überwand. Borussia Mönchengladbach kam noch zu einer Kopfballchance nach einer schnell ausgeführten Ecke durch Haris Tabakovic. Aber das Ergebnis dieses Versuchs spiegelte die aktuelle Situation des Traditionsklubs vom Niederrhein wider: Die Borussia ist nach drei Spieltagen torlos auf Tabellenplatz 16 und steht vor schwierigen Zeiten. Auch andere Clubs wie Eintracht Frankfurt heute live im TV haben ihre Herausforderungen in der Saison.

Ausblick: Gladbach in Leverkusen, Bremen in Freiburg

Für Borussia Mönchengladbach steht am Sonntagabend (17:30 Uhr) ein weiteres schweres Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen an, während Werder Bremen am Samstagnachmittag (15:30 Uhr) den SC Freiburg empfängt. Es bleibt abzuwarten, ob die Gladbacher in den kommenden Partien ihre Torflaute beenden können. Fußballfans können sich auf spannende Begegnungen freuen, und vielleicht gibt es ja bald wieder Highlights wie den DFB Pokal heute live ZDF zu sehen.