Der BUND Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen: Wegweiser für nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland

In einer Zeit, in der die Grenzen unseres Planeten immer deutlicher werden, ist die Frage nach einem zukunftsfähigen Wirtschaftsmodell dringlicher denn je. Der Arbeitskreis (AK) Wirtschaft und Finanzen des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Seit Jahrzehnten setzt sich dieser engagierte Kreis von Experten dafür ein, ökonomische Prinzipien neu zu denken und eine sozialverträgliche sowie ökologisch nachhaltige Transformation der deutschen Wirtschaft voranzutreiben. Ihre Arbeit ist entscheidend, um die Weichen für ein nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland zu stellen, das sowohl Wohlstand sichert als auch die natürlichen Lebensgrundlagen schützt. Der AK trifft sich regelmäßig, um betriebs- und volkswirtschaftliche Themen zu erörtern, den Bundesvorstand zu beraten und Stellungnahmen zu ökonomierelevanten Fragen zu erarbeiten, deren Ergebnisse in Publikationen und Fachzeitschriften verbreitet werden.

Jenseits des Wachstums: Ein Paradigmenwechsel für die Wirtschaft

Ein zentrales und wegweisendes Thema, das den AK in den letzten Jahren maßgeblich beschäftigt hat, ist das Konzept des Postwachstums oder Degrowth. Hierbei geht es um die Vision einer sozialverträglichen, physischen Verschlankung der Gesamtwirtschaft. Nach der Veröffentlichung eines grundlegenden Papiers im Jahr 2011 hat der AK kritische Dialoge mit Firmeninhabern und Managern unter der Fragestellung “Brauchen Unternehmen Wachstum?” geführt. Ebenso wurde mit Gewerkschaftern und Expertinnen für Reproduktionsarbeit die essentielle Frage erörtert, ob “gute Arbeit ohne Wachstum möglich” ist. Diese Diskussionen sind von immenser Bedeutung, um etablierte ökonomische Denkmuster zu hinterfragen und neue Perspektiven für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu eröffnen.

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Aktuell konzentriert sich der Arbeitskreis verstärkt auf das Konzept der Suffizienzpolitik. Diese versteht sich als eine politische Querschnittsaufgabe, die darauf abzielt, allen Menschen die Freiheit zu garantieren, ihren selbstgewählten Lebensstil innerhalb der ökologischen und sozialen Grenzen frei gestalten zu können. Diese Ausrichtung war ein Kernpunkt der Herbsttagung 2016 und bildete gemeinsam mit der BUND Jugend das Thema eines Workshops auf der internationalen Degrowth-Konferenz in Budapest im September 2016. Bereits 2014 hatte der AK zusammen mit der BUND Jugend die Beteiligung des BUND an der Degrowth-Konferenz in Leipzig koordiniert, was die Bedeutung dieser Themen für die Nachwuchsförderung und die Breite der Bewegung unterstreicht.

Ein weites Feld der ökonomischen und ökologischen Gestaltung

Das Spektrum der Themen, mit denen sich der Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen auseinandertreibt, ist breit und vielschichtig. Dazu gehört beispielsweise das entschlossene Engagement gegen Handels- und Deregulierungsabkommen wie TTIP, die weitreichende Auswirkungen auf Umwelt- und Sozialstandards haben können. Des Weiteren positioniert sich der AK kritisch zur Rolle ökonomischer Instrumente im Umweltschutz und setzt sich aktiv für nachhaltige Geldanlagen ein, unter anderem durch die Bankwechselkampagne.

Ein Dauerbrenner in der Arbeit des AK ist die nachhaltige Finanzreform, früher weithin bekannt als Ökosteuer. Trotz fortschreitender Debatten gibt es nach wie vor massive staatliche Subventionen für fossile Energieträger, die die Energiewende signifikant untergraben. Ebenso werden Subventionen für eine nicht zukunftsfähige Landwirtschaft kritisiert, die Umwelt- und Tierschutzbedenken oft nicht ernst nimmt. Besonders in Zeiten historisch niedriger Ölpreise besteht hier akuter Handlungsbedarf. Es geht nicht nur darum, Sparanreize für Verbraucherinnen und Verbraucher aufrechtzuerhalten, sondern auch Unternehmen, die in Ressourceneffizienz investieren möchten, die notwendigen ökonomischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um langfristig ein robustes und nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland zu gewährleisten.

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Unternehmen in der Verantwortung: Für eine nachhaltige Wirtschaft

Ein weiteres wichtiges Themenfeld des AK widmet sich den Möglichkeiten, die Unternehmen selbst besitzen, um ein nachhaltiges Wirtschaften aktiv zu fördern. Der Arbeitskreis erarbeitet Stellungnahmen zur Umsetzung der EU-Corporate Social Responsibility (CSR) Regelungen in Deutschland und übt konstruktive Kritik am Unternehmensindex des Nachhaltigkeitsrates. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge zur Verbesserung von Normen und VDI-Richtlinien für eine zukunftsfähige Unternehmensführung entwickelt. Es ist klar, dass der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft nur gelingen kann, wenn auch die Privatwirtschaft ihre Verantwortung wahrnimmt und aktiv zu dieser Transformation beiträgt.

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und der Entstehung neuer Finanzprodukte stellt sich auch die Frage, wie sich Unternehmen und Privatpersonen in diesem Wandel positionieren. Es geht darum, innovative Wege zu finden, die ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen, ohne dabei die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Dies kann bedeuten, sich mit neuen Finanzierungsinstrumenten auseinanderzusetzen oder zu verstehen, wie man Werte in einer zunehmend digitalen Welt sichert. Digitale Währung kaufen ist beispielsweise ein Thema, das in den allgemeinen wirtschaftlichen Kontext der Vermögensanlage fällt und im Rahmen breiterer Finanzdiskussionen relevanter wird.

Der AK betrachtet diese Entwicklungen aus einer kritischen Perspektive, um sicherzustellen, dass finanzielle Innovationen auch dem Ziel der Nachhaltigkeit dienen. Krypto in Euro umwandeln oder das Kaufen und Verkaufen von Krypto sind Vorgänge, die zwar nicht direkt dem Umweltschutz zuzuordnen sind, aber Teil des modernen Finanzmarktes sind, dessen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft nicht ignoriert werden können. Selbst ein Sparkasse Krypto Wallet zeigt, dass diese Technologien zunehmend in traditionelle Finanzstrukturen integriert werden.

Ein langer Schatten und die Zukunft des Engagements

Der Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen kann seine Ursprünge bis in die Gründungszeit des BUND zurückverfolgen. Seit vier Jahrzehnten setzt er sich unermüdlich für eine Abkehr vom überholten Wachstumsparadigma ein. Seit 30 Jahren engagiert sich der AK für die ökologische Steuerreform, deren Initialzündung er bereits 1983 mit angestoßen hat. Von diesem Arbeitskreis gingen wesentliche Impulse für die wegweisende Studie “Zukunftsfähiges Deutschland” aus, die 1996 von BUND und Misereor veröffentlicht wurde und deren Ideen bis heute nachwirken und die Grundlage für viele weitere Diskussionen über nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland bilden.

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Die kontinuierliche Arbeit des Arbeitskreises zeigt, dass die Herausforderungen im Bereich Wirtschaft und Umwelt komplex sind und langfristiges Engagement erfordern. Obwohl der AK tief in diesen etablierten Themen verwurzelt ist, bleibt er stets offen für neue Felder und drängende Fragestellungen. Wer an einer Mitarbeit interessiert ist und sich aktiv an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Wirtschaft beteiligen möchte, findet beim Arbeitskreissprecher alle notwendigen Informationen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und auf spannende Diskussionen, die dazu beitragen, die Vision eines nachhaltigeren Deutschlands Realität werden zu lassen. Die Diskussion um die neueste Kryptowährung 2022 mag weit entfernt scheinen, aber auch solche Entwicklungen sind Teil des größeren Wirtschafts- und Finanzgeflechts, das von einem solch engagierten Arbeitskreis kritisch begleitet werden sollte.

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Tagungsbände des AK Wirtschaft und Finanzen

  • “Wachstum, Wachstum über alles. Ein ökonomisches Leitbild auf dem Prüfstand von Umwelt und Gerechtigkeit.” (bestellbar im Metropolis Verlag)
  • “Der Markt im Klimaschutz. Welchen Beitrag leisten Emissionshandel und Ökosteuern zur Erreichung der Klimaziele in Deutschland und Europa? (bestellbar im Metropolis Verlag)