Der Sommer 2026 wird im Zeichen des Fußballs stehen, wenn die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Mit 48 teilnehmenden Nationen bricht das Turnier alle Rekorde, doch an der Spitze der Favoritenrolle kämpfen einige wenige Teams um den prestigeträchtigen Titel. Buchmacher und Experten sehen vor allem drei europäische Schwergewichte im Vorteil, während Titelverteidiger Argentinien und Rekordweltmeister Brasilien in Lauerstellung sind. Die WM-Favoriten im Check.
Spanien – Der Top-Favorit mit junger Dynamik
Die spanische Nationalmannschaft hat unter Trainer Luis de la Fuente eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Nach dem Triumph bei der Europameisterschaft 2024 gilt Spanien als Top-Favorit für den WM-Titel 2026. Das Team zeichnet sich durch eine perfekte Mischung aus technischer Finesse und jugendlicher Unbekümmertheit aus, angeführt von aufstrebenden Stars wie Lamine Yamal und Nico Williams. Die Zeiten des reinen Ballbesitz-Fußballs sind vorbei; die Spanier agieren nun zielstrebiger und gefährlicher als in der vergangenen Dekade.
England – Ein starker Herausforderer mit taktischer Disziplin
Der Traum von „It’s coming home“ lebt bei den Engländern weiter. Mit Thomas Tuchel, einem Trainer, der nachweislich Titel gewinnen kann, an der Spitze, verfügen die „Three Lions“ mit Spielern wie Jude Bellingham, Harry Kane und Bukayo Saka über einen der wertvollsten Kader der Welt. Besonders die stabile Defensive während der Qualifikation gibt Anlass zur Hoffnung, dass die 60-jährige Durststrecke ohne einen großen Titel im Jahr 2026 enden könnte. Tuchel hat der Mannschaft taktische Disziplin vermittelt, die in K.o.-Spielen entscheidend sein kann.
Frankreich – Deschamps’ letzter Streich?
Auch wenn die spielerische Leichtigkeit zuletzt gelegentlich zu wünschen übrigließ, bleibt Frankreich dank seiner unglaublichen Kadertiefe eine absolute Macht. Didier Deschamps, der pragmatische Erfolgsgarant, kann aus einem schier unerschöpflichen Talentpool schöpfen, allen voran Kylian Mbappé, der auf der größten Bühne der Welt stets zu Höchstform aufläuft. Die „Équipe Tricolore“ ist auch 2026 ein heißer Anwärter auf den WM-Pokal. Für Deschamps könnte es der letzte große Auftritt als Nationaltrainer sein, wobei Zinédine Zidane bereits als Top-Kandidat für seine Nachfolge gehandelt wird.
Südamerikas Giganten und Portugals Ambitionen
Hinter dem europäischen Spitzentrio lauern die südamerikanischen Schwergewichte. Titelverteidiger Argentinien steht vor einem Umbruch und muss beweisen, dass das Team auch ohne die absolute Abhängigkeit von Lionel Messi bestehen kann, auch wenn viele Fans auf einen letzten großen Auftritt des Superstars hoffen. Trainer Lionel Scaloni hat jedoch bereits gezeigt, dass er ein funktionierendes Kollektiv formen kann.
Brasilien, der Rekordweltmeister, kämpft aktuell mit ungewohnter Inkonsistenz in der Qualifikation und sucht nach seiner Form. Dennoch darf eine Offensive mit Spielern wie Vinicius Junior und Rodrygo niemals unterschätzt werden. Portugal zählt mit Cristiano Ronaldo und Bruno Fernandes ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis. Die Mannschaft hat durch den Gewinn der Nations League Selbstvertrauen getankt und verfügt über enorme individuelle Qualität.
Deutschland – Eine Wundertüte mit Potenzial
Die deutsche Nationalmannschaft geht nicht als Top-Favorit in das Turnier, wird aber von den Buchmachern als gefährlicher Außenseiter gehandelt. Nach den Enttäuschungen der letzten Weltmeisterschaften (Vorrundenaus 2018 und 2022) arbeitet Julian Nagelsmann am Wiederaufbau. Die Heim-Europameisterschaft 2024 hat gezeigt, dass die Lücke zur Weltspitze kleiner geworden ist. Mit Ausnahmetalenten wie Jamal Musiala und Florian Wirtz besitzt Deutschland das kreative Potenzial, jeden Gegner zu schlagen. Die große Unbekannte bleibt die Konstanz. Findet das Team seine Balance, ist der fünfte Stern möglich; fehlt die Stabilität, droht erneut ein früher Abschied.
Geheimfavoriten und Überraschungsteams
Die Niederlande sind zwar kein klassischer Geheimfavorit mehr, haben aber Anschluss an die absolute Spitze verloren. Mit Virgil van Dijk und einer starken Defensive haben die „Oranje“ stets das Potenzial, weit zu kommen, auch wenn ihnen oft der entscheidende Punch fehlt. Ein besonderes Augenmerk gilt Norwegen, das mit Superstürmer Erling Haaland über eine echte Weltklassestürmer verfügt, der Spiele im Alleingang entscheiden kann.
Kolumbien hat sich unter Trainer Nestor Lorenzo zu einer starken Mannschaft entwickelt. Angeführt von James Rodríguez und Luis Díaz spielten sie eine beeindruckende Qualifikation und erreichten 2024 das Finale der Copa América. Die Mischung aus technischer Finesse und körperlicher Robustheit macht „Los Cafeteros“ zu einem unangenehmen Gegner. Uruguay sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Unter Marcelo Bielsa spielen die „Urus“ einen mitreißenden Offensivfußball und haben in der Qualifikation bereits Brasilien und Argentinien geschlagen.
Was ist mit Italien, Kroatien und Belgien?
Einige traditionsreiche Fußballnationen fehlen in der obersten Favoritenliste. Italien kämpft noch um die WM-Teilnahme über die Playoffs und muss nach dem Wegfall defensiver Stabilität erst wieder seine Identität finden. Unter Gennaro Gattuso ist zwar der Unterhaltungswert gestiegen, doch die Ergebnisse sind wechselhaft.
Belgien steht vor einem ähnlichen Szenario. Die Ära der „Goldenen Generation“ ist vorbei, und der Fokus liegt nun auf Spielern wie Kevin De Bruyne. Ob die neu formierte Defensive dem Druck einer Weltmeisterschaft standhalten kann, ist das große Fragezeichen hinter den „Roten Teufeln“.
Kroatien sollte man jedoch niemals abschreiben. Der Vizeweltmeister von 2018 und Dritte von 2022 beweist auch auf dem Weg zur WM 2026 beeindruckende Konstanz. Luka Modrić führt eine Mannschaft an, die Turnier-Mentalität im Blut hat und mit jungen Talenten wie Petar Sučić gut für die Zukunft aufgestellt ist. Die „Kockasti“ bleiben ein Gegner, den niemand in der K.o.-Runde haben möchte.
Die Quoten: Wer wird Weltmeister 2026?
Die Wettquoten spiegeln die Einschätzung der Experten wider: Spanien (5,50), England (6,50) und Frankreich (8,50) führen die Liste an. Dahinter folgen Brasilien und Argentinien (jeweils 9,00), während Deutschland mit einer Quote von 13,00 als ernstzunehmender Außenseiter gehandelt wird. Quotenänderungen sind vorbehalten.
