WM 2018: Kolarovs Traumfreistoß sichert Serbien den Sieg gegen Costa Rica

Aleksandar Kolarov erzielt per Freistoß das entscheidende Tor für Serbien gegen Costa Rica bei der WM 2018.

Ein weiterer Tag bei der Weltmeisterschaft, ein weiterer atemberaubender Freistoß. Wenn Cristiano Ronaldos eiskalter Treffer, der Portugal am zweiten Spieltag einen Punkt gegen Erzrivalen Spanien rettete, bisher als Top-Tor des Turniers galt, dann hat der Portugiese gerade seinen Meister gefunden. Aleksandar Kolarov, zieh deinen Hut! Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland lieferte schon früh faszinierende Momente und dieses Duell in Gruppe E sollte keine Ausnahme bilden.

Eine Kombination aus mangelhafter Chancenverwertung und hervorragenden Torhüterleistungen hatte den Spielstand lange Zeit ausgeglichen gehalten, bis Serbiens Nummer 11 seinen magischen Moment produzierte. Kolarovs kraftvoller linker Fuß ist kein Geheimnis, doch nur wenige im Stadion hätten einen so donnernden Schuss erwartet, als der Verteidiger der Roma Mitte der zweiten Halbzeit zu einem Freistoß antrat.

Sein Schuss war unhaltbar; ein präzises Geschoss, das in den oberen Winkel des Tores von Costa Rica einschlug. Keylor Navas, der sein Team mit mehreren entscheidenden Paraden vor und nach der Halbzeit im Spiel hielt, hatte nicht den Hauch einer Chance.

Nur wenige dürften dankbarer gewesen sein, den Ball im Netz zappeln zu sehen, als Aleksandr Mitrović. Der bullige Stürmer hatte in diesem Spiel mehrere hochkarätige Möglichkeiten vergeben und hätte wohl heftige Kritik einstecken müssen, hätte Kolarov den Tag nicht gerettet. Es war ein hart erkämpfter Sieg, der Serbien wichtige Punkte in einer anspruchsvollen Gruppenphase der WM sicherte.

Costa Rica, das bei der Weltmeisterschaft 2014 für eine der größten Überraschungen sorgte, steht nun vor einer gewaltigen Aufgabe, wenn sie sich für die K.-o.-Phase qualifizieren wollen. Ihre verbleibenden zwei Spiele gegen die Schweiz und Brasilien dürften sich als noch schwieriger erweisen.

Serbien hingegen wird wissen, dass ein Punkt aus einem ihrer letzten beiden Gruppenspiele ihnen eine hervorragende Chance auf die Qualifikation geben wird. Sie führen die WM Gruppe B vorerst an und werden den Showdown zwischen Brasilien und der Schweiz heute Abend mit einer riesigen Last von den Schultern verfolgen.

Spielverlauf und entscheidende Szenen

Die Partie begann vielversprechend in Samara. Bereits in der zweiten Minute kam Mitrović nach einer frühen Ecke zum Kopfball, konnte ihn aber nicht genug platzieren. Auf der anderen Seite stürmte Ureña davon, wurde aber schnell eingeengt, und die folgende Ecke wurde leicht geklärt.

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Nach sieben Minuten testete Kolarov mit seinem tödlichen linken Fuß das erste Mal und sein Schuss zischte knapp am Pfosten vorbei. In der 12. Minute hatte Costa Rica eine große Chance: Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam González am langen Pfosten völlig frei zum Kopfball, zielte aber direkt auf Stojković. Der Ball lag leicht hinter ihm, und es fehlte an Tempo, aber das hätte ein Tor sein müssen.

In der 13. Minute fand Milinković-Savić Mitrović, dessen Schuss jedoch leicht abgewehrt wurde. Ureña kam in der 15. Minute fast an einem Steilpass vorbei, wurde aber im letzten Moment gestoppt. Tadić spielte in der 16. Minute Ivanović frei, der auf rechts durchbrach und den Ball zurücklegen wollte, aber Navas wehrte ihn ab. Calvo sah in der 20. Minute die erste Gelbe Karte des Spiels, nachdem er Tadić hart gefoult hatte.

Tadić, der bisher agil wirkte, spielte in der 24. Minute einen Außenristpass die Linie entlang, der jedoch knapp vor Ljajić landete, der seine Flanke nicht kontrollieren konnte. In der 27. Minute nahm Milinković-Savić einen langen Ball über die Abwehr Costas Ricas gekonnt an. Seine erste Ballberührung war gut, sein Abschluss jedoch nicht – er schoss den Ball aus zehn Metern direkt auf Navas. Serbien begann, das Spiel zu dominieren.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase war es nun Serbien, das das Spiel bestimmte. Costa Rica fand keinen Weg aus der eigenen Hälfte. Tadić holte in der 36. Minute einen Freistoß auf der rechten Seite heraus, und Navas stürmte heraus, um die resultierende Flanke wegzufausten. In der 39. Minute rutschte Tošić im eigenen Strafraum aus und verlor den Ball. Ureña zeigte einige geschmeidige Bewegungen, schoss aber deutlich über das Tor.

Costa Rica kam in der 42. Minute nach einer Phase des serbischen Drucks wieder ins Spiel zurück. Calvo zog von der Strafraumgrenze knapp am Tor vorbei. In der 44. Minute produzierte Milinković-Savić nach einem langen Ball einen brillanten Fallrückzieher, den Navas mit einer Hechtparade parierte. Der Serbe wurde zwar wegen Abseits zurückgepfiffen, doch die Wiederholungen deuteten darauf hin, dass er nicht im Abseits stand. Dies spielt jetzt keine Rolle mehr, aber wäre er reingegangen, wäre der VAR sicherlich konsultiert worden. Die erste Halbzeit endete mit einem unterhaltsamen Spiel.

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Zweite Halbzeit und der entscheidende Moment

Die zweite Halbzeit begann, und in der 50. Minute hatte Mitrović eine RIESIGE Chance. Er legte den Ball auf Milinković-Savić ab und lief hinter die Abwehr, um den Rückpass aufzunehmen. Er stand eins-gegen-eins mit Navas, schoss den Ball aber zu nah an den Keeper. Das hätte ein Tor sein müssen.

In der 54. Minute flankte Kolarov einen gefährlichen Ball auf den hinteren Pfosten, der auf Milinković-Savić zielte, aber knapp über den Kopf des Lazio-Spielers flog und zur Ecke führte, die jedoch nichts einbrachte.

Aleksandar Kolarov erzielt per Freistoß das entscheidende Tor für Serbien gegen Costa Rica bei der WM 2018.Aleksandar Kolarov erzielt per Freistoß das entscheidende Tor für Serbien gegen Costa Rica bei der WM 2018.

56′ – Was für ein Schuss von Kolarov! Er trat zu einem Freistoß etwa 25 Meter vor dem Tor auf der rechten Seite an und zirkelte den Ball kraftvoll an Navas’ rechter Hand vorbei. Ein weiterer sensationeller Freistoß, der dritte im Turnier.

Costa Rica reagierte ordentlich auf diesen Rückschlag und drängte Serbien etwas zurück, ohne jedoch klare Chancen zu kreieren. Außer dem schlechten Fehlschuss in der ersten Halbzeit war Milinković-Savić heute sehr beeindruckend. Er scheint diese seltene Kombination aus Physis und echter technischer Fähigkeit zu besitzen. In der 67. Minute wurde Joel Campbell für Ureña eingewechselt, Costa Rica hatte in der zweiten Halbzeit noch nichts wirklich Gefährliches geschaffen. Serbien wechselte in der 70. Minute Filip Kostić vom HSV für Adem Ljajić ein.

Campbell brach in der 73. Minute für Costa Rica durch, konnte den Ball aber nicht kontrollieren, und der Verteidiger kam dazwischen. Costa Rica begann, Serbien nun in Bedrängnis zu bringen. Sie spielten seit der Führung tiefer, und das funktionierte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so gut. Milinković-Savić schoss in der 75. Minute aus der Distanz, aber der Schuss war wild.

Serbien hatte in der 76. Minute das Tempo erhöht und hätte beinahe auf 2:0 erhöht. Tadić kam auf der rechten Seite frei und versuchte, den Ball auf Kolarov zu passen, aber Navas bekam noch eine entscheidende Fingerspitze an die Flanke. Der Real Madrid-Keeper hatte seine Mannschaft am Leben erhalten. Serbien nahm seinen letzten Wechsel vor, Tadić wurde durch den erfahrenen Rechtsverteidiger Rukavina ersetzt. Mladen Krstajić schien diesen knappen Vorsprung schützen zu wollen. Es ist wichtig, bei allen WM-Spiele die Übersicht zu behalten.

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In der 87. Minute fand Mitrović nach einem weiteren hervorragenden Pass von Milinković-Savić viel Platz im Strafraum, aber seine erste Ballberührung war schlecht und er konnte keinen Schuss abgeben. Er ging zu Boden und suchte nach einem Elfmeter, aber das war nur, um seine Fehler zu vertuschen. Zwei große vergebene Chancen für ihn an diesem Tag. Würde es eine Rolle spielen? Mitrović wurde in der 89. Minute für Prijović ausgewechselt.

In der 90+1. Minute versuchte Gamboa einen Schuss aus weiter Entfernung, aber Stojković hielt ihn problemlos. Es gab fünf Minuten Nachspielzeit. Eine kleine Rangelei ereignete sich in der 90+3. Minute, als ein Mitglied des costaricanischen Trainerstabs den Ball aufhob, um ihn Matic vorzuenthalten. Der Mittelfeldspieler von Manchester United reagierte wütend, und es kam zu Schubsen und Gerangel – sehr merkwürdig angesichts der Spielsituation.

In der 90+4. Minute schoss Bolaños aus sechs Metern über das Tor, stand aber meterweit im Abseits. In der 90+8. Minute wurde der VAR konsultiert, um zu sehen, ob Prijović für einen Zwischenfall abseits des Balles vom Platz gestellt werden sollte. Es blieb jedoch bei einer Gelben Karte. Serbien hatte den Start in ihre Gruppenphase der WM 2022 erfolgreich gemeistert.

Fazit

Serbien machte es sich unnötig schwer und vergab mehrere große Chancen, startete aber erfolgreich in die Gruppe E-Kampagne. Kolarovs Freistoß war ein absoluter Knaller in einem Turnier, das bereits einige davon zu bieten hatte. Ein wichtiger Sieg, der Serbien in eine gute Ausgangsposition bringt, um die K.o.-Phase zu erreichen.

Die Weltmeisterschaft 2018 bot viele solcher packenden Geschichten. Während Serbien seinen Sieg feierte, bereiteten sich die deutschen Titelverteidiger auf ihr Eröffnungsspiel gegen Mexiko vor, welches ebenfalls mit Spannung erwartet wurde. Dieses Turnier unterstrich einmal mehr die unvorhersehbare Natur des Fußballs und wie ein einziger Geniestreich ein Spiel entscheiden kann. Solche Momente machen das Spiel Südkorea gegen Portugal und andere Begegnungen so unvergesslich.