Die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 werfen ihre Schatten voraus, und während sich die Sportwelt auf das Großereignis in Marokko, Spanien und Portugal freut, rücken zunehmend ethische Fragen in den Fokus. Insbesondere die Pläne Marokkos, die Population von Straßenhunden drastisch zu reduzieren, alarmieren Tierschutzorganisationen weltweit. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich, gemeinsam mit der europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals und weiteren internationalen Partnern, eindringlich an den Weltfußballverband FIFA gewandt. Ihr gemeinsamer Appell ist klar: Die FIFA muss ihren Einfluss nutzen, um sich gegen die geplante Tötung von bis zu drei Millionen Straßenhunden in Marokko einzusetzen und stattdessen tierfreundliche, nachhaltige Lösungen zu fördern. Viele Tierfreunde, die sich auch für deutsche Vereine wie Mainz RB Leipzig begeistern, fordern ein klares Bekenntnis der FIFA zu ethischen Standards, die über den Sport hinausgehen.
FIFA WM 2030 und die Schattenseiten des Plans in Marokko
Marokko, als einer der drei Ausrichterstaaten der Fußball-Weltmeisterschaft 2030, steht vor der Herausforderung, bis zum Turnier Millionen von Besuchern zu empfangen. Medienberichten zufolge plant das nordafrikanische Land im Rahmen dieser Vorbereitungen, die hohe Anzahl von Straßenhunden durch Massentötungen zu kontrollieren. Schätzungen sprechen von bis zu drei Millionen Tieren, die in den kommenden fünf Jahren getötet werden sollen – ein Vorhaben, das unter dem Deckmantel der öffentlichen Sicherheit und Hygiene begründet wird, aber bei Tierschützern auf vehemente Ablehnung stößt. Luca Secker, Fachreferentin für Auslandstierschutz beim Deutschen Tierschutzbund, betont die Grausamkeit und Sinnlosigkeit solcher Maßnahmen. Sie fordert, dass die verbleibenden Jahre bis zur WM genutzt werden, um tiergerechte und wissenschaftlich fundierte Methoden zur Populationskontrolle zu implementieren. Die FIFA, als globaler Akteur, trägt hier eine immense Mitverantwortung, nicht nur für den sportlichen Erfolg, sondern auch für die Einhaltung ethischer Grundsätze in den Gastgeberländern.
Die Forderung des Tierschutzes: Humane Lösungen statt Massentötung
Die Tierschutzorganisationen sind sich einig: Das Töten von Tieren ist keine effektive und schon gar keine ethische Methode, um die Population von Straßenhunden langfristig zu kontrollieren. Diese Haltung wird durch wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert und ist auch die Basis der Forderung, die an die FIFA gerichtet wurde.
Fangen, Kastrieren, Freilassen (CNR) als bewährte Methode
Anstatt auf brutale Tötungsaktionen zu setzen, plädieren die Tierschützer für das international anerkannte und bewährte Konzept „Fangen, Kastrieren, Freilassen“ (Capture, Neuter, Release – CNR). Diese Methode beinhaltet das humane Einfangen der Straßenhunde, ihre tierärztliche Versorgung und Kastration, gefolgt von der Freilassung in ihrem ursprünglichen Revier. Durch die Kastration wird die Geburtenrate langfristig und nachhaltig gesenkt. Dieser Ansatz verhindert nicht nur unnötiges Leid, sondern führt auch zu einer stabilen und gesünderen Hundepopulation. Er ermöglicht es den Tieren, ein würdevolles Leben zu führen, und schützt gleichzeitig die öffentliche Gesundheit, indem er die Verbreitung von Krankheiten eindämmt. Fußballfans, die den Eintracht Frankfurt Spielplan verfolgen, zeigen oft auch ein hohes Maß an sozialem Engagement und würden solche humanen Ansätze sicherlich begrüßen.
Widerspruch zu marokkanischem Recht und FIFA-Zusagen
Besonders brisant ist die Tatsache, dass die geplanten Tötungen dem geltenden marokkanischen Recht widersprechen. Marokko hat selbst eine Gesetzgebung verabschiedet, die die humane Methode des Fangens, Kastrierens und Freilassens vorsieht. Diese Gesetzeslage war sogar ein Argument Marokkos bei seiner Bewerbung um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft. Der Deutsche Tierschutzbund und die Eurogroup for Animals weisen in ihrem Schreiben an die FIFA darauf hin, dass eine Abkehr von diesen Prinzipien nicht nur ethisch fragwürdig, sondern auch ein Bruch mit den eigenen Zusagen wäre. Eine nachhaltige und tiergerechte Reduzierung der Hundepopulation erfordert Kontinuität und die Einhaltung bestehender Gesetze.
Gesundheit und Sicherheit: Effektiver Seuchenschutz durch humane Maßnahmen
Das Argument des Seuchenschutzes wird oft als Rechtfertigung für die Tötung von Straßenhunden angeführt. Die Tierschützer betonen jedoch, dass gerade hier die humane Methode des CNR überlegen ist.
Tollwutprävention und Herdenimmunität
In einer durch Kastration kontrollierten, aber stabilen Hundepopulation sinkt das Risiko für Tollwut erheblich. Wenn die ansässigen Tiere geimpft werden, tragen sie dauerhaft zur Herdenimmunität bei. Dies schützt nicht nur die Hunde selbst, sondern auch die Menschen vor einer Ansteckung. Durch gezielte Impfprogramme im Rahmen von CNR-Projekten kann eine wirksame und nachhaltige Tollwutprävention gewährleistet werden, die den Schutz der gesamten Gemeinschaft sicherstellt. Ein ähnliches Verantwortungsbewusstsein ist auch im deutschen Profifußball gefragt, wo Spieler wie die vom VfB Stuttgart für ihre Vereine und die Fans einstehen.
Risiken und Ineffizienz der Tötungspraktiken
Im Gegensatz dazu sind Hundetötungen im Hinblick auf die in Marokko vorkommende Tollwut nicht nur ineffizient, sondern können die Situation sogar verschärfen. Wenn geimpfte Tiere getötet werden und ungeimpfte Tiere aus angrenzenden Gebieten nachrücken, wird die Krankheit niemals effektiv bekämpft. Die frei gewordenen Lebensräume und Nahrungsressourcen ziehen neue Tiere an, die möglicherweise infiziert sind und die Seuche weiterverbreiten. Dies führt zu einem Teufelskreis, der weder dem Tierschutz noch der öffentlichen Gesundheit dient. Die FIFA und die marokkanischen Behörden sollten sich auf die Reduzierung der Geburtenrate und eine umfassende gesundheitliche Versorgung der Straßenhunde konzentrieren, wie es Marokko in seiner Bewerbung zugesagt hatte.
Die Verantwortung der FIFA und die Erwartungen der Fans
Die FIFA hat eine globale Verantwortung, die über das Spielfeld hinausgeht. Als Ausrichter eines der größten Sportereignisse der Welt hat sie die moralische Pflicht, sicherzustellen, dass die Weltmeisterschaft unter ethischen und humanen Bedingungen stattfindet. Millionen von Tierfreunden weltweit, darunter auch viele Fußballbegeisterte, die Spiele wie Bayern München Leverkusen verfolgen, werden die Maßnahmen Marokkos und die Reaktion der FIFA aufmerksam beobachten. Sie erwarten von einem Weltverband, dass er sich für den Schutz unschuldiger Lebewesen einsetzt und nachhaltige Lösungen unterstützt, die dem Ansehen des Fußballs gerecht werden. Prominente Persönlichkeiten des Sports, wie der für seine klaren Worte bekannte Ewald Lienen, könnten sich ebenfalls zu solchen ethischen Fragen äußern und den Druck auf die FIFA erhöhen. Eine Weltmeisterschaft sollte nicht nur ein Fest des Sports, sondern auch ein Beispiel für Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein sein.
Fazit: Für eine nachhaltige und ethische Weltmeisterschaft
Die Zeit bis zur FIFA WM 2030 in Marokko ist ausreichend, um eine grundlegende Änderung in der Herangehensweise an die Straßenhundepopulation zu bewirken. Der Deutsche Tierschutzbund und seine europäischen Partner appellieren eindringlich an die FIFA, ihren Einfluss geltend zu machen und die marokkanischen Behörden zu drängen, die Pläne zur Massentötung aufzugeben. Stattdessen sollten sie die wissenschaftlich fundierte und humane Methode des Fangens, Kastrierens und Freilassens konsequent umsetzen. Dies wäre nicht nur ein Sieg für den Tierschutz, sondern auch ein Zeichen für eine zukunftsorientierte und ethische Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft, die dem Geist des Sports und den Erwartungen einer aufgeklärten Gesellschaft gerecht wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass die WM 2030 in Marokko nicht nur sportlich, sondern auch moralisch ein Erfolg wird und ein positives Erbe hinterlässt.
