Fussball-WM 2022: SRF erzielt hohe Zuschauerzahlen und Online-Rekorde in der Deutschschweiz

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, die erstmals in den Wintermonaten stattfand, stellte die Medienlandschaft vor besondere Herausforderungen. Dennoch gelang es Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), in der Deutschschweiz beeindruckende Zuschauerzahlen zu erreichen und im Online-Bereich neue Rekorde aufzustellen. Die detaillierte Analyse der Quoten zeigt ein nuanciertes Bild der Mediennutzung, geprägt von starken Online-Zuwächsen und einer soliden TV-Präsenz trotz des ungewöhnlichen Turnierzeitpunkts.

WM-Finale 2022: Ein packendes Spektakel mit Spitzenwerten im TV

Der Höhepunkt des Turniers, das Finalspiel zwischen Argentinien und Frankreich am 18. Dezember 2022, fesselte in der Deutschschweiz bis zu 1,54 Millionen Menschen vor die Bildschirme von SRF zwei. Dieser Spitzenwert wurde exakt beim entscheidenden Penalty von Gonzalo Montiel erreicht und entsprach einem sensationellen Marktanteil von 72,9 Prozent. Über die gesamte Spielzeit ab 16:00 Uhr verfolgten durchschnittlich 1.149.000 Personen aus der Deutschschweiz das dramatische Finale, was einem Marktanteil von 70,9 Prozent gleichkam.

Diese Zahlen übertrafen nicht nur alle anderen WM-Partien ohne Schweizer Beteiligung, sondern lagen auch über den Werten des Endspiels von 2018, welches durchschnittlich 1.039.000 Zuschauende bei einem Marktanteil von 68,9 Prozent auf SRF zwei verzeichnete. Dies unterstreicht die ungebrochene Anziehungskraft eines Fussball-WM-Finales, selbst in einem herausfordernden Sendeschema.

Beeindruckende Reichweite: SRF erreicht Grossteil der Deutschschweizer Bevölkerung

SRF übertrug vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 alle 64 Spiele der Fussball-Weltmeisterschaft live. Insgesamt erreichte der Sender mit seinen TV-Liveübertragungen rund 3,5 Millionen Personen in der Deutschschweiz. Dies entspricht beachtlichen 66 Prozent der Deutschschweizer Bevölkerung ab drei Jahren, die über einen Zugang zu einem TV-Gerät verfügen. Gemessen wurde hierbei die Anzahl der Personen, die mindestens 15 Minuten ununterbrochen eine Liveübertragung verfolgten. Im Vergleich dazu erreichte SRF beim Turnier 2018 in Russland rund 3,9 Millionen TV-Zuschauende oder 76 Prozent der Bevölkerung. Der leicht geringere Wert 2022 kann auf die starke Konkurrenz durch Wintersport und vorweihnachtliche Aktivitäten zurückgeführt werden, die in diesem Zeitraum stattfanden.

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Das grösste Interesse im Deutschschweizer TV-Publikum weckte der Achtelfinal der Schweiz gegen Portugal am 6. Dezember 2022. Durchschnittlich 1.301.000 TV-Zuschauende fieberten ab 20:00 Uhr mit Murat Yakins Team mit, was einem Marktanteil von 63,6 Prozent entsprach. In der Spitze schalteten 1,49 Millionen Personen auf SRF zwei ein.

K.o.-Spiele und Gruppenphase: Unterschiede in der Zuschauergunst

Die K.o.-Spiele ohne Schweizer Beteiligung verfolgten durchschnittlich 536.000 Personen aus der Deutschschweiz im Fernsehen auf SRF zwei. Dies entsprach einem Marktanteil von 46,0 Prozent. Bei den Gruppenspielen ohne Beteiligung des Schweizer Nationalteams waren durchschnittlich 260.000 Zuschauende bei einem Marktanteil von 32,9 Prozent zugeschaltet.

Ein Vergleich mit den Zahlen von 2018 zeigt einen Rückgang in diesen Segmenten: Damals verzeichneten vergleichbare K.o.-Spiele einen Durchschnitt von 651.000 Zuschauenden und einen Marktanteil von 54,0 Prozent, während die Gruppenphase ohne Schweiz 318.000 Personen bei einem Marktanteil von 40,6 Prozent anzog. Dieser Rückgang unterstreicht die besondere Relevanz der Schweizer Beteiligung für die TV-Quoten bei Fussballgrossereignissen.

Digitale Triumphzüge: Online-Plattformen von SRF brechen alle Rekorde

Während die TV-Nutzung im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2018 leicht nachliess, erlebte die Online-Nachfrage während der diesjährigen WM einen beispiellosen Höhenflug. Die Livestreams der 64 WM-Spiele in Katar verzeichneten insgesamt 24,5 Millionen Starts – mehr als doppelt so viele wie bei der Endrunde vor vier Jahren (11,1 Millionen Livestream-Starts). Der meistgenutzte Stream war das Schweizer Startspiel gegen Kamerun mit 980.000 Starts, ein neuer Höchstwert für einen einzelnen SRF-Livestream.

Das gesamte Online-Angebot auf srf.ch/sport und in der SRF Sport App erreichte vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 unglaubliche 55,1 Millionen Visits. Dies markiert einen neuen Zugriffsrekord für das Online-Sportangebot von SRF während eines Grossevents. Erstmals übertrafen die Sportangebote am Tag des Schweizer WM-Auftaktspiels zudem die Marke von drei Millionen Visits pro Tag. Auch das SRF-Tippspiel zur FIFA WM 2022 erzielte eine neue Bestmarke: Über 250.000 Userinnen und User nahmen daran teil, verglichen mit gut 200.000 im Jahr 2018.

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Fazit: Eine erfolgreiche WM-Bilanz für SRF

Roland Mägerle, Leiter SRF Sport, zieht ein positives Fazit: „Erstmals überhaupt durften sich die Leute zwischen den Livespielen einer Fussball-Endrunde, Wintersport und Weihnachtsessen entscheiden. Und trotzdem erreichten wir mit den WM-Livepartien im Fernsehen zwei Drittel der Deutschschweizer Bevölkerung. Dass das Interesse am Turnier gross war, belegen auch die rekordhohen Online-Zugriffswerte. Besonders freut mich, dass uns der Spagat zwischen kritischer Beleuchtung der vielfältigen Rahmenbedingungen und der Vermittlung sportlicher Leistungen gelungen ist. Und schliesslich war der spektakuläre Final mit über 1,5 Millionen TV-Zuschauenden in der Spitze ein toller Abschluss. In der Gesamtbetrachtung fällt unser WM-Fazit darum positiv aus.“

Die Zahlen belegen, dass SRF die Herausforderungen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 erfolgreich gemeistert hat. Durch die Anpassung an veränderte Mediennutzungsgewohnheiten, insbesondere im digitalen Bereich, konnte eine breite Zielgruppe erreicht und ein wichtiger Beitrag zur Sportberichterstattung in der Deutschschweiz geleistet werden. Die beeindruckenden Online-Rekorde zeigen, dass die Zukunft der Sportmedien auch stark im digitalen Raum liegt.