Ein impulsiver Kauf in einer New Yorker Galerie, ein Kunstwerk, das gleichermaßen fasziniert und verstört – so beginnt oft die Begegnung mit der Kunst von Gary Baseman. Seine Ausstellung „Walking Through Walls“ (Durch Wände gehen) in der Jonathan LeVine Gallery in Manhattan war ein solches Erlebnis, eine Sammlung von 40 Werken, die den Betrachter in Basemans bizarre, cartoonhafte und oft gespenstische Gedankenwelt entführen. Diese Gemälde, bevölkert von seltsamen Charakteren, außerirdischen Landschaften und Bildern der jüdischen Folklore, bieten einen tiefen Einblick in die Psyche eines Künstlers, der die Grenzen zwischen Hochkunst und kommerzieller Kunst fließend macht. Es ist eine Reise, die das Publikum in ihren Bann zieht und zum Nachdenken anregt, ähnlich wie eine faszinierende last minute ferien eine unverhoffte Entdeckung sein kann.
Gary Baseman steht in einer Reihe mit Künstlern wie Gary Panter, Banksy und Shephard Fairey, die sich nicht auf ein einziges Medium beschränken. Ob Illustration, Vinyl-Spielzeug, Malerei oder Animation – alles ist erlaubt. Seine früheren Projekte umfassen Werbekampagnen für Marken wie Nike und Mercedes-Benz, das Design des Brettspiels Cranium, limitierte Spielzeuge für Kid Robot und die Emmy-prämierte Zeichentrickserie „Teacher’s Pet“, die auch verfilmt wurde. Die Ausstellung „Walking Through Walls“, die bis zum 2. April zu sehen war, zeigte jedoch eine dunklere Seite Basemans Werks. Die „Wände“ sind hier metaphorisch zu verstehen, sie existieren in ihm selbst, und die zugleich anziehenden und unheimlichen Bilder sind auf subtile Weise verstörend.
Installation von Gary Baseman in der Jonathan LeVine Gallery
Die Wiederentdeckung der Kindheit und künstlerische Freiheit
Baseman erklärte, der Titel „Walking Through Walls“ sei eine Metapher für die Wiederentdeckung seiner Kindheit. Er reflektierte darüber, wie diese seine Entwicklung als Künstler und Mensch beeinflusst hat. Als Schlüsselkind wuchs er ohne strenge elterliche Kontrolle auf, legte sich aber aus irgendeinem Grund selbst viele strikte Regeln auf. Er glaubte an einen „objektiven Wahrheitspfad“: gut sein, in der Schule glänzen, eine erfolgreiche Karriere haben, heiraten, ein Haus kaufen. Innerhalb dieser selbstgeschaffenen „Wände“ lebte er, bis er in seinen Mittzwanzigern erkannte, dass Wahrheit subjektiv ist. „Durch Wände gehen“ bedeutet für ihn, Freiheit zu finden und das Leben in vollen Zügen zu leben.
Jüdisches Erbe und der Golem als Inspiration
Einige der Kunstwerke Basemans enthalten jüdische Schriftzeichen und Ikonografie. Obwohl er nicht streng religiös aufwuchs, feierte seine Familie die Hohen Feiertage, und er hatte seine Bar Mitzwa in einer orthodoxen Synagoge. Seine Eltern waren Holocaust-Überlebende aus Polen, die ihre Familien, Häuser und Sprachen verloren hatten. Baseman besuchte im Alter von vier und zwölf Jahren Israel, was seine Überzeugungen stark prägte. Heute identifiziert er sich vor allem durch Essen mit seiner jüdischen Herkunft, sei es durch die wöchentlichen Latkes seiner Mutter oder das frisch zubereitete Gefilte Fisch während der Feiertage.
Die Figur des Golems entdeckte er erst später für sich. Die „Frankenstein-ähnliche“ Qualität des Golems sprach ihn an. Schon als Neunjähriger erschuf er in seiner ersten illustrierten Geschichte „Gary and the Monsters“ ein Monster namens Frankinsing, das viel sang. In dieser Geschichte wurde er selbst zu einem Monster, was ihn erkennen ließ, dass er sich als Kind mehr mit Monstern als mit „normalen“ Menschen identifizierte – eine Parallele zum Künstlerdasein, dem „Anderssein“. Der Golem, eine gedankenlose Kreatur, die Befehle ausführte, wenn man „emet“ (hebräisch für „Wahrheit“) auf seine Stirn schrieb, spiegelte Basemans eigene kindliche Befolgung dieses „Wahrheits“-Gefühls wider.
Gary Baseman Kunstwerk mit jüdischen Motiven
Vaters Erbe und die Grenzen des Ausdrucks
Die Ausstellung war auch vom Tod seines Vaters inspiriert, zu dem er nach eigener Aussage keine „enge“ Beziehung im Sinne eines Vertrauten oder Freundes hatte, der ihn jedoch stark prägte. Sein Vater, ein Überlebender des Holocaust, drückte stets seine Wertschätzung für das Leben aus, war bescheiden und nahm nichts als selbstverständlich hin. Gegen Ende seines Lebens erzählte er Baseman viele Geschichten aus dem Krieg, wie er drei Jahre lang mit russischen Fallschirmjägern im Wald lebte. Er „durchschritt Wände“, indem er andere bezauberte und feindliche Linien überquerte, um Essen für Familie und Freunde zu finden. Diese Erlebnisse können uns daran erinnern, wie wichtig es ist, stets schöne reise ticket für neue Abenteuer zu haben und offen für die Welt zu sein.
In der Ausstellung ehrt Baseman seinen Vater auf verschiedene Weisen. Eine kleine Installation zeigt Objekte aus dem Zuhause des Vaters – Nippes, der auf seinem Fernseher stand, sowie eine Karaffe mit Kahlua und Kirschwein, die er zu besonderen Familienessen hervorholte. Was ihn einst peinlich berührt hätte, liebt er heute als Ausdruck der skurrilen und feierlichen Seite seines Vaters. Konzeptionell würdigt Baseman das Risikobereitschaft seines Vaters durch seine eigene Experimentierfreudigkeit mit Materialien und Techniken in dieser Ausstellung, um die vertrauten visuellen Grenzen zu überschreiten.
Gary Baseman zeigt ein Kunstwerk
Mächtige Archetypen und die menschliche Verfassung
Basemans Werke behandeln mächtige Archetypen und Themen wie Kontrolle, Verlangen und in dieser Ausstellung die Sterblichkeit. Die menschliche Verfassung ist für ihn die einfachste Quelle der Inspiration. Jeder Mensch erlebt Schmerz und Leid, und Baseman übersetzt diese und andere Themen in humorvolle oder überirdische Charaktere und Bilder. Als emotional sehr sensibler Mensch verarbeitet er verschiedene Themen durch seine Kunst. Menschen fühlen sich zu seinen Werken hingezogen, weil selbst dunkle, ernste Themen visuell in spielerische, fantastische Bilder übersetzt werden.
Für „Walking Through Walls“ jedoch verdunkelte Baseman seine Farbpalette, was die Show wesentlich ernster macht. Die Hauptfigur der Ausstellung ist „Lil Miss Boo“, eine Figur, die direkt einem Foto von kostümierten Kindern aus den 1950er Jahren entnommen ist. Baseman ist fasziniert von maskierten Menschen, insbesondere von einem Geistermädchen in einem selbstgemachten Kostüm. Dieses Foto stammt aus seiner persönlichen Sammlung von Tausenden originaler Vintage-Fotos von maskierten Personen. Er erinnert sich an Casper, den freundlichen Geist, der nicht wahrhaben wollte, dass er tot war, und der Freunde suchte. Dieses Paradoxon des scheinbar fröhlichen Geistes, der seine eigene Sterblichkeit leugnet, spiegelt sich in den tiefgründigen Themen seiner Kunst wider.
Werk von Gary Baseman mit dem Charakter Lil Miss Boo
Ein weiteres Kunstwerk von Gary Baseman
Das Skizzenbuch: Tagebuch und Labor zugleich
Seit 1997 hat Gary Baseman über 50 Skizzenbücher gefüllt, die ihm fast immer begleiten. Auf Reisen zeichnet er in Cafés, in Meetings entstehen Skizzen. Für ihn ist Zeichnen ein Denkprozess, eine Methode zur Verarbeitung von Ideen. Er lässt seinen Gedanken freien Lauf und beobachtet, was er schafft. Es ist gleichzeitig Tagebuch und Laborbuch, das Momente und Orte dokumentiert oder neue Charaktere brainstormt. Die Geburtsstunde vieler seiner ikonischen Figuren, wie ChouChou im Jahr 2006, der als Seehund begann, lassen sich in diesen Skizzenbüchern zurückverfolgen. Viele seiner Zeichnungen sind „komplett“ und nicht nur grobe Entwürfe. Für Kreative auf der Suche nach neuen Inspirationen könnten auch günstige Flüge zu inspirierenden Orten eine große Hilfe sein, um neue Ideen zu entwickeln.
Kunst und Kommerz: Ein Balanceakt
In der heutigen Zeit verschmelzen Kunst und Unternehmensinteressen zunehmend. Baseman betont, dass er sich stets bemüht, seiner künstlerischen Botschaft treu zu bleiben. Die Aufrechterhaltung der eigenen Ästhetik ist das Mantra der „pervasive art“ – ein von ihm geprägter Begriff, der grenzüberschreitende Kunst in Bereichen wie bildender Kunst, Mode, Spielzeug, Illustration und Animation beschreibt.
Baseman begann seine Karriere als kommerzieller Künstler. Seine visuellen Problemlösungsfähigkeiten und sein unverwechselbarer Stil führten zu großen Werbekampagnen für Nike, AT&T und Mercedes-Benz sowie zu redaktionellen Arbeiten für The New Yorker, The Atlantic Monthly, TIME und Rolling Stone. Obwohl er noch illustriert, hat er sich in den letzten sechs Jahren, seit dem Ende seiner Zeichentrickserie, verstärkt der bildenden Kunst zugewandt.
Die bildende Kunst unterscheidet sich geschäftlich von der kommerziellen Kunst. Baseman wechselte, weil er experimentieren und seine eigenen Ideen entwickeln wollte. Sein Vermächtnis sollte ein Werkkörper sein, der nicht kompromittiert wurde. Er lernte, dass dies riskanter ist; es gibt keine Garantie, nach der Produktion eigener Kunst bezahlt zu werden, während man in der Illustration bezahlt wird, selbst wenn das Werk letztendlich nicht veröffentlicht wird.
Gary Baseman sitzt umgeben von seinen Kunstwerken
Zukunftsprojekte: Performance und Partizipation
Was steht als Nächstes an für Gary Baseman? Er hat mit der Band Nightmare and the Cat zusammengearbeitet, wobei er malt, während die Band singt. Er liebt den Austausch, die Reaktion auf die Musik und die Musiker, die auf die visuellen Elemente reagieren.
Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit den Designern von Frau Blau aus Israel. Eine Ausstellung im Holon Design Museum, die im Mai eröffnet wird, präsentiert Basemans Kunst, übersetzt in Mode – nicht nur auf traditionelle Weise. Die Museumsausstellung wird konzeptuellere Modekunstwerke zeigen, aber man hofft, bald tragbare Kunst in Produktion und verfügbar zu haben. Für alle, die die Welt der Kunst und Mode selbst erkunden möchten, könnten aktuelle lidl reisen 2025 Angebote eine gute Gelegenheit bieten, Inspirationen im Ausland zu sammeln.
Im Juni wird er „Giggle and Pop!“ beim Culver City Artwalk neu inszenieren. Seine Wild Girls und ChouChous werden lebendig und interagieren mit den Menschen, um sie zum Tanzen und Spielen zu animieren. Viele seiner neuen Projekte sind performativer und partizipativer Natur – Kunst, die nicht nur an der Wand hängt, sondern das Publikum aktiv einbezieht. Es ist eine Entwicklung hin zu einem noch immersiveren Erlebnis, das die Zuschauer auf eine persönliche Reise mitnimmt.
Fazit: Eine fortwährende künstlerische Entdeckungsreise
Gary Basemans Werk ist eine fortwährende Entdeckungsreise in die Tiefen der menschlichen Psyche, seine persönliche Geschichte und die universellen Themen, die uns alle bewegen. Durch seine einzigartige visuelle Sprache, die das Dunkle mit dem Verspielten verbindet, schafft er Kunstwerke, die zum Nachdenken anregen und zugleich emotional berühren. Seine Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten, sowohl in Bezug auf die Wahl der Medien als auch die Konfrontation mit persönlichen Wahrheiten, macht ihn zu einem herausragenden Künstler der Gegenwart. Seine Ausstellungen sind mehr als nur eine Präsentation von Kunstwerken; sie sind Einladungen an das Publikum, die eigenen „Wände“ zu hinterfragen und sich auf eine Reise der Selbstfindung einzulassen. Egal ob man sich auf eine künstlerische Entdeckungsreise begibt oder einfach nur nach günstige reiseziele februar sucht, Basemans Werk lehrt uns, dass die größten Abenteuer oft im Inneren beginnen.
