Für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg steht heute Abend (18.45 Uhr) im heimischen Allerparkstadion ein absolutes Schlüsselspiel in der UEFA Women’s Champions League an. Taktieren ist keine Option mehr: Nur ein Sieg gegen AS Rom hält die Hoffnung auf das Viertelfinale am Leben. Angesichts der komplexen Tabellensituation und des bevorstehenden Auswärtsspiels beim Gruppenfavoriten Olympique Lyon ist klar: Die Niedersächsinnen müssen gegen die Italienerinnen liefern.
Ein Remis würde die Chancen des VfL auf ein Minimum reduzieren, da am letzten Spieltag ein schweres Auswärtsspiel gegen den Tabellenführer Olympique Lyon wartet, während Rom das bisher chancenlose Schlusslicht Galatasaray Istanbul empfängt. Die Devise lautet daher unmissverständlich: “Siegen oder fliegen”. Diese Mentalität ist entscheidend, nicht nur in der Champions League, sondern im gesamten deutschen Fußball, der immer wieder auf dem globalen Parkett glänzt, wie man am Beispiel der [fußball weltmeister 2022](https://shocknaue.com/fussball-weltmeister-2022/) sehen kann.
Alles auf Sieg: Warum Wolfsburg liefern muss
In der Champions League entscheidet bei Punktgleichheit der direkte Vergleich. Da die “Wölfinnen” die Partie in Rom mit 0:1 verloren, müssen sie heute Abend mindestens mit einem Tor Unterschied gewinnen, um im Rennen zu bleiben. Gelingt dies, würde dem Team von Trainer Tommy Stroot in Lyon ein Punkt genügen, um Rom auf Distanz zu halten und das Weiterkommen zu sichern. Ein höherer Erfolg gegen Rom wäre jedoch ideal, um frühzeitig Fakten zu schaffen und den Druck für das letzte Gruppenspiel zu minimieren. Die Anspannung ist greifbar, wie VfL-Verteidigerin Hendrich betont: “Wir wissen, worum es geht. Alle sind fokussiert.”
Torhüterin Frohms appelliert an das Team: “Ein Endspiel steht an”
Die komplizierte Ausgangslage ist allen Beteiligten beim VfL bewusst. Torhüterin Merle Frohms bringt es auf den Punkt: “Alles andere als ein Sieg ist einfach unmöglich.” Die 29-Jährige fordert von ihren Teamkolleginnen höchste Konzentration und den unbedingten Willen, die eigenen Aufgaben zu erfüllen. “Wir müssen uns alle mal zusammenreißen und unsere Aufgaben erledigen. Ein Endspiel steht an”, so Frohms.
An den fußballerischen Qualitäten der “Wölfinnen” für ein solches Alles-oder-nichts-Spiel bestehen grundsätzlich keine Zweifel. Die entscheidende Frage wird sein, ob das Nervenkostüm der Niedersächsinnen dem Druck standhalten kann. Die größere Last liegt zweifellos auf ihren Schultern. Umso wichtiger wird die Unterstützung der eigenen Fans sein. Trainer Stroot setzt auf den Heimvorteil: “Es ist ein absoluter Vorteil für uns, das gilt es mit Leben zu füllen und Torchancen zu erspielen.” Die Energie von den Rängen kann den entscheidenden Unterschied in solch engen Partien machen.
Stroots Forderung: Mehr Aggressivität und fußballerische Wucht
Die Generalprobe für diesen “Königsklassen-Krimi” verlief am vergangenen Freitag weniger erfolgreich. Bei Bayer Leverkusen unterlagen die Wolfsburgerinnen mit 0:1 und rutschten zum Abschluss der Hinrunde vom ersten auf den vierten Tabellenplatz ab. Eine bittere Pleite, die jedoch das Selbstvertrauen des Teams nicht erschüttern sollte. Allrounderin Svenja Huth erklärte entschlossen: “Ich glaube an die Mannschaft, ich glaube an uns, von daher geht es immer weiter.”
Gegen Rom wird neben der richtigen Einstellung auch eine Portion mehr fußballerische Raffinesse und vor allem Wucht im Angriff erforderlich sein, um das vorzeitige Aus in der Champions League zu verhindern. Trainer Stroot gab die Marschroute für den Vergleich mit den Italienerinnen klar vor: “Da müssen wir Steps machen in der Aggressivität.” Die Mannschaft muss von Beginn an dominieren, Chancen kreieren und eiskalt nutzen, um die Defensive der AS Rom zu knacken und den wichtigen Sieg einzufahren.
Der Weg ins Viertelfinale: Ein Blick auf die Konstellation
Nachdem die Wolfsburgerinnen bereits einen Pflichtsieg gegen Galatasaray Istanbul verbuchen konnten, stehen sie nun vor der wohl größten Herausforderung der Gruppenphase. Der Druck ist hoch, doch die Möglichkeit, das Viertelfinale zu erreichen, ist greifbar. Ein Erfolg gegen Rom würde eine hervorragende Ausgangsposition für das finale Duell gegen Lyon schaffen und die Stärke des deutschen Frauenfußballs einmal mehr unter Beweis stellen. Die Erfahrung aus der bitteren 0:1-Niederlage im Hinspiel gegen Rom, bei der die Wolfsburgerinnen zweimal Aluminium trafen und ein verwandelter Elfmeter den Unterschied machte, wird dabei sicherlich als Motivation dienen.
Fazit: Nervenstärke und Heimvorteil entscheidend
Das Spiel gegen AS Rom ist mehr als nur ein Gruppenspiel; es ist ein Lackmustest für die Wolfsburgerinnen. Ihre Fähigkeit, unter extremem Druck zu bestehen, ihre taktische Disziplin und die Unterstützung der Fans im Allerpark werden ausschlaggebend sein. Wenn das Team die von Stroot geforderte Aggressivität auf den Platz bringt und die Nerven behält, stehen die Chancen gut, dass der Traum vom Champions-League-Viertelfinale weiterlebt. Fußball-Deutschland blickt gespannt nach Wolfsburg und hofft auf einen packenden Abend, der den Weg in die nächste Runde ebnet.
