Premier League: ManCity stolpert in Wolverhampton – Titelträume in Gefahr?

Manchester City musste im Titelrennen der Premier League einen herben Rückschlag hinnehmen und verspielte in Unterzahl einen lange möglichen Sieg bei den Wolverhampton Wanderers. Das Team von Trainer Pep Guardiola unterlag nach der frühen Roten Karte für Torhüter Ederson (12. Minute) mit 2:3 (1:0) und verharrt damit auf dem dritten Tabellenplatz, bereits 14 Punkte hinter Spitzenreiter Liverpool. Die Reds hatten zuvor am Boxing Day ihren direkten Verfolger Leicester City deutlich deklassiert und ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Für die Skyblues wird es nun extrem schwierig, den Anschluss an die Tabellenspitze wiederherzustellen, was die Meisterschaftsambitionen ernsthaft bedroht.

Die Partie im Molineux Stadium begann turbulent und nahm früh eine dramatische Wendung. Bereits in der 12. Minute eilte City-Torhüter Ederson weit aus seinem Kasten, um einen durchgebrochenen Diogo Jota abzufangen. Sein Eingreifen außerhalb des Strafraums wurde von Schiedsrichter Martin Atkinson als regelwidrig eingestuft, was die sofortige Rote Karte zur Folge hatte. Guardiola musste reagieren und opferte überraschenderweise seinen Top-Stürmer Sergio Agüero, um Ersatztorwart Claudio Bravo einzuwechseln. Dieser Schachzug sollte sich trotz der Notwendigkeit im weiteren Verlauf als taktisch klug erweisen, da er City auch mit zehn Mann die Möglichkeit für schnelle Konter bot.

Dramatischer Elfmeter und Sterling-Doppelpack

Trotz der Unterzahl und eines mehrfach ausgeführten Elfmeters gelang Manchester City die glückliche Führung. Raheem Sterling scheiterte zunächst vom Punkt an Portugals Nationalkeeper Rui Patricio. Der Schiedsrichter revidierte jedoch seine Entscheidung und ließ den Elfmeter wiederholen, da Wolves-Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen waren. Auch beim zweiten Versuch scheiterte Sterling erneut an Patricio, konnte den Abpraller jedoch im Tor unterbringen (25.). Ein unkonventioneller Führungstreffer für die “Citizens”, die in dieser Phase des Spiels mit weniger als 40 Prozent Ballbesitz agierten – ein für Guardiola-Teams ungewöhnlich niedriger Wert.

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Zu Beginn der zweiten Halbzeit baute Sterling die Führung mit einem blitzschnellen Tempogegenstoß aus (50.), nachdem Jota auf der Gegenseite aus kürzester Distanz die Chance zum Ausgleich vergeben hatte. Die individuellen Qualitäten Sterlings hielten ManCity in dieser schwierigen Phase im Spiel und ließen die Fans kurzzeitig von einem unwahrscheinlichen Sieg träumen.

Wolverhampton schlägt zurück und dreht das Spiel

Die Gastgeber aus Wolverhampton gaben sich jedoch nicht geschlagen und erhöhten den Druck. Adama Traore, der mit seiner Schnelligkeit und Physis ein ständiger Unruheherd war, gelang in der 55. Minute der hochverdiente Anschlusstreffer, nachdem er zu zögerlich angegangen wurde. Dieses Tor beflügelte die Wolves, die nun mit voller Wucht auf den Ausgleich drängten.

Nach 67 Minuten brachte Guardiola den deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan für den sichtlich entkräfteten Kevin De Bruyne, um das Mittelfeld zu stabilisieren und für frische Impulse zu sorgen. Doch Wolverhamptons Drangphase wurde immer stärker, und Traore scheiterte exemplarisch in der 69. Minute an einer Glanzparade von Bravo.

Als es schien, als könnte Manchester City den unwahrscheinlichen Sieg doch noch über die Zeit retten, leistete sich Benjamin Mendy einen spielentscheidenden individuellen Aussetzer. Der teuerste Außenverteidiger der Welt verlor den Ball an der eigenen Torauslinie in peinlicher Manier an Traore. Dieser musste den Ball nur noch nach innen spielen, wo Raul Jimenez freistehend zum 2:2-Ausgleich einschieben konnte (82.). Ein Geschenk, das die Wolves dankend annahmen und ihre Moral weiter stärkte.

In der letzten regulären Spielminute krönte Matt Doherty die Aufholjagd der Wolves und erzielte das verdiente Siegtor (89.), indem er den Ball nach einer schönen Kombination gekonnt ins Netz beförderte. Sterlings letzter großer Versuch auf der anderen Seite rasierte nur noch die Latte, was die Niederlage für ManCity besiegelte.

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Guardiolas Kampfansage und die nächsten Aufgaben

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Pep Guardiola kämpferisch: “Wir können jetzt nicht aufgeben, denn sonst werden wir nicht in Europa spielen.” Der Trainer betonte die kurze Erholungszeit bis zum nächsten Spiel und die Notwendigkeit, sich schnellstmöglich vorzubereiten. “Unsere Antwort war immer gut und wir sind es gewohnt, Erster zu sein. Jetzt müssen wir kämpfen”, fügte er hinzu.

Die “Citizens” stehen vor anspruchsvollen Aufgaben: Am Sonntagabend um 19 Uhr treffen sie auf den starken Aufsteiger Sheffield United, gefolgt von einem Spiel am Mittwoch gegen Everton und Guardiolas Nachfolger beim FC Bayern, Carlo Ancelotti. Diese Partien werden entscheidend sein, um zu sehen, wie Manchester City auf diesen Rückschlag reagiert und ob sie die mentale Stärke besitzen, sich im Kampf um die Champions-League-Plätze zu behaupten. Die Meisterschaft scheint nach diesem Spieltag in weite Ferne gerückt, doch die Saison ist noch lang und im Fußball ist bekanntlich alles möglich. Fans und Experten werden gespannt verfolgen, ob Guardiola und sein Team eine erneute Aufholjagd starten können.