Bei strahlendem Spätsommerwetter und milden 20 Grad hat Dynamo Dresden am Samstagnachmittag seine Pflichtaufgabe im Fußball-Sachsenpokal souverän erfüllt. Der Drittligist deklassierte den ATSV Frisch Auf Wurzen vor 1118 Zuschauern im Dresdner Jägerpark mit einem beeindruckenden 11:0 (5:0) und zog damit mühelos in die nächste Pokalrunde ein. Dieses Ergebnis unterstreicht die Dominanz der Schwarz-Gelben und gibt dem Trainerteam wichtige Erkenntnisse über die Breite des Kaders.
Zehn Wechsel in der Startelf: Anfang rotiert, doch Dynamo dominiert früh
Vor dem Anpfiff heizte ATSV-Trainer Marcus Fischer seine Amateure noch einmal richtig an und forderte sie auf: „Zeigt euren Freundinnen, zeigt euren Familien, was in euch steckt!“ Auf der Gegenseite mahnte Dynamo-Coach Markus Anfang seine Profis, das Spiel gegen den Siebtligisten ernst zu nehmen. Angesichts der angespannten Personalsituation aufgrund von Verletzungen bot Anfang vielen Anschlusskadern eine Einsatzchance. Er änderte seine Startformation im Vergleich zum 1:1 gegen den FC Ingolstadt auf gleich zehn Positionen. Lediglich Stefan Kutschke, der in Abwesenheit des erkrankten Tim Knipping die Kapitänsbinde trug, stand erneut von Beginn an auf dem Feld. Die umfassende Rotation stellte für den Favoriten gegen den Vertreter aus der Landesklasse Nord jedoch kein Problem dar, da Dynamo frühzeitig klarmachte, wer als Sieger aus diesem ungleichen Duell hervorgehen würde.
Frühe Tore sichern komfortable Halbzeitführung
Die Schwarz-Gelben starteten wie in der Liga in einer 3-5-2-Formation und hatten in der 7. Minute die erste vielversprechende Chance durch Jonas Oehmichen, dessen Abschluss gerade noch von Lucas Kabelitz und Keeper Tobias Herber geblockt werden konnte. Drei Minuten später fiel das 1:0, als Herber einen Schuss von Ahmet Arslan abprallen ließ und Julius Kade im Nachsetzen traf (10.). Arslan erhöhte schnell mit einem präzisen Rechtsschuss auf 2:0 (12.), ehe Kade nach Arslan-Zuspiel aus spitzem Winkel mit links ins lange Eck zum 3:0 einnetzte (22.). Dynamo vergab weitere Gelegenheiten durch Oliver Batista Meier (28., vorbei) und Arslan (29., gehalten), bevor Jan Shcherbakovski per Direktabnahme das 4:0 beisteuerte (30.). Ein Kopfball von Kapitän Kutschke brachte das 5:0 (32.). Offensiv war von den Wurzenern kaum etwas zu sehen; nach 34 Minuten hatten sie immerhin einen Eckball, der jedoch folgenlos blieb. Torhüter Herber musste indes vor der Pause noch einmal gegen Kutschke entschlossen zupacken, um das 0:6 zu verhindern (35.).
Torfestival nach der Pause: Hoffmann und Shcherbakovski glänzen
Das 6:0 für Dynamo ließ nach Wiederanpfiff nicht lange auf sich warten. Nachdem Herber noch einmal gegen Arslan hatte parieren können (48.), traf Michael Akoto nach einer Ecke von Kade mit dem rechten Fuß (49.). Nur zwei Minuten später durfte Einwechselspieler Julius Hoffmann – er war zu Beginn der zweiten Hälfte für Kutschke gekommen – das erste Mal jubeln, als er von rechts kommend ins kurze Eck traf und das 7:0 erzielte (51.). Als dann Oehmichen Herbers Reflexe erneut prüfte und dieser den Ball abprallen lassen musste, gelang Shcherbakovski sein zweiter Treffer in diesem Spiel (53.). Das Torfestival ging munter weiter: Arslan traf mit einem schönen Rechtsschuss halbhoch zum 9:0 (61.).
Das Dutzend knapp verpasst
Danach hatte „Ahmo“ Arslan sein Tagwerk verrichtet. Er und Oehmichen verließen in der 63. Minute das Feld; die erfahrenen Akaki Gogia und der junge Jonas Saliger kamen frisch ins Spiel. Später durfte auch noch Jonathan Meier eingreifen, Kade hatte nach 78 Minuten Feierabend. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Dennoch fielen noch zwei weitere Tore: Zuerst traf Hoffmann mit dem rechten Fuß zum 10:0 ins linke Eck (80.), dann legte Shcherbakovski aus acht Metern den 11:0-Endstand nach (86.). Zum „Dutzend“, also zwölf Treffern, reichte es am Ende zwar nicht mehr, doch das trübte die Freude der Fans keineswegs.
Stimmen zum Spiel: Anfang zufrieden, Fischer stolz
Markus Anfang hätte sich im Großen und Ganzen noch mehr Tore gewünscht: „Wir haben schon in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegen gelassen. Wenn du so eine Möglichkeit hast, ein Spiel so zu gestalten, dass du viele Chancen kreieren und Tore machen kannst, dann tut es halt auch gut, wenn du deine Tore machst.“ Er habe der Mannschaft in der Halbzeitpause mit auf den Weg gegeben, im zweiten Durchgang noch mehr Treffer zu erzielen, was mit sechs Toren auch gelang und Anfang letztlich zufriedenstellte: „Ich finde, die Jungs haben das ganz gut gemacht.“ Sein Wurzener Kollege Marcus Fischer konnte mit der Leistung seiner Mannschaft ebenfalls gut leben und berichtete aus der Kabine: „Die Jungs haben es genossen – das ist das Wichtigste.“
Die Aufstellung von Dynamo Dresden
Dynamo: Müller – Akoto, Lewald, Weyh – Batista Meier, Arslan (63. Gogia), Kulke, Oehmichen (63. Saliger), Shcherbakovski – Kutschke (46. Hoffmann), Kade (78. Meier)
Mit diesem deutlichen Sieg zieht Dynamo Dresden souverän in die nächste Runde des Sachsenpokals ein und kann sich nun wieder voll auf die Aufgaben in der 3. Liga konzentrieren. Die breite Rotation und die souveräne Leistung zeigen, dass der Kader gut aufgestellt ist, um die Herausforderungen der Saison zu meistern. Bleiben Sie auf Shock Naue dran für weitere Berichte und Analysen rund um Dynamo Dresden und den Sachsenpokal!
