Der Morgen beginnt für viele mit einem Ritual: Ein Glas lauwarmes Wasser, vermischt mit dem Saft einer halben Zitrone. Dieser einfache Brauch wird oft als Geheimrezept für Schönheit, Gesundheit und sogar zur Unterstützung beim Abnehmen beworben. Insbesondere in den sozialen Medien, befeuert durch Influencer und prominente Persönlichkeiten, hat dieser Trend in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist Zitronenwasser am Morgen tatsächlich ein Wundermittel, oder handelt es sich eher um einen Mythos? Wir beleuchten die wissenschaftlichen Fakten und Expertenmeinungen zu diesem populären Gesundheits-Hack.
Der Ursprung dieses Trends findet sich teilweise in der ayurvedischen Heillehre, die Zitronenwasser schon lange eine wichtige Rolle für die Körpergesundheit zuschreibt. Berichte, wonach Hollywoodstars wie Beyoncé oder Jennifer Aniston darauf schwören, haben den Hype weiter angefacht. Prof. Dr. Johannes Georg Wechsler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM), bestätigt, dass dies einen regelrechten Trend um Zitronenwasser ausgelöst hat.
Was bewirkt ein Glas Zitronenwasser am Morgen wirklich?
Generell ist es vorteilhaft, den Tag mit einem großen Glas Wasser auf nüchternen Magen zu beginnen. Prof. Dr. Karsten Müssig, Chefarzt am Franziskus-Hospital Harderberg und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), erklärt, dass Wasser die Flüssigkeitsspeicher des Körpers wieder auffüllt und entscheidend für die Verdauung ist. Da viele Leitungswasser oder Mineralwasser als geschmacklos empfinden, wird oft Zitronensaft hinzugefügt, um den Geschmack aufzupeppen.
Der Zusatz von Zitronensaft kann die Verdauung zusätzlich anregen, indem er die Magensekretion und -entleerungsrate steigert. Zitronensaft ist zudem reich an Vitamin C, mit etwa 51 Milligramm pro 100 Gramm, und enthält wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Kalzium. Vitamin C ist für die Haut von Bedeutung, da es den Aufbau von Kollagen unterstützt und freie Radikale abfängt, die das Gewebe schädigen können. Dies macht es zu einem natürlichen Anti-Aging-Mittel, das Haut, Bindegewebe und Knochen festigt. Als Antioxidans neutralisiert Vitamin C Schadstoffe, die durch Stoffwechselprozesse, Stress oder Entzündungen entstehen.
Ein starkes Immunsystem ist entscheidend für die Abwehr von Krankheiten. Vitamin C ist bekannt dafür, das Immunsystem zu stärken und hilft dem Körper bei der Aufnahme von Eisen, das für die Blutbildung und Stoffwechselprozesse notwendig ist. Dr. Yael Adler, Berliner Dermatologin und Ernährungsmedizinerin (DGEM), ergänzt, dass Zitronensaft auch Übelkeit während der Schwangerschaft signifikant reduzieren kann.
Hilft Zitronenwasser beim Abnehmen?
Trotz der weit verbreiteten Annahme, dass Zitronenwasser den Appetit zügelt und beim Abnehmen hilft, gibt es laut Prof. Müssig keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die dies eindeutig belegen. Hinweise deuten eher darauf hin, dass Apfelessigwasser aufgrund der enthaltenen kurzkettigen Essigsäure, die Insulinsensitivität und den Blutzucker günstig beeinflussen kann, potenziell unterstützend wirken könnte. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Obst, Gemüse, Fisch und Nüssen, bleibt der Eckpfeiler für langfristigen Erfolg beim Gewichtsmanagement.
Wissenschaftliche Studien und Verträglichkeit
Zwar gibt es Studien, die sich mit der Wirkung von Vitamin C oder Zitronenwasser beschäftigen, etwa eine Studie mit knapp 47.000 männlichen Teilnehmern, die eine Reduzierung des Harnsäurespiegels und damit des Gichtrisikos durch erhöhte Vitamin-C-Einnahme nahelegt. Eine weitere Studie an 100 Teilnehmerinnen zeigte günstige Effekte auf Insulinresistenz, Körperfett und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Zitronenwasser. Dennoch betont Ernährungsmediziner Wechsler, dass es keine Studien gibt, aus denen sich allgemeingültig eine positive Wirkung von Zitronenwasser am Morgen ableiten lässt.
Nicht jeder verträgt das in Zitronen enthaltene Vitamin C (Ascorbinsäure) gut. Auf nüchternen Magen kann es zu Magenbeschwerden, Durchfall oder Erbrechen führen. Auch Sodbrennen ist eine mögliche Nebenwirkung. Für Menschen mit empfindlichem Magen kann dies eine Herausforderung sein. Um mögliche Beschwerden wie husten corona oder corona schnupfen in Schach zu halten und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern, ist es wichtig, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten.
Risiken und Vorsichtsmaßnahmen
Die Säure im Zitronensaft kann den Zahnschmelz angreifen. Daher sollte man nach dem Genuss von Zitronenwasser nicht sofort die Zähne putzen, da die Kombination von Säure und Bürste den Effekt verstärkt. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Stunden zu warten oder den Mund gründlich mit klarem Wasser auszuspülen. Die Verwendung eines Strohhalms kann ebenfalls helfen, den direkten Kontakt der Säure mit den Zähnen zu minimieren und so Karies und anderen Zahnerkrankungen vorzubeugen.
Zitronen enthalten zudem Furocumarine. Wenn diese nach dem Trinken auf den Lippen zurückbleiben und man sich anschließend der Sonne aussetzt, kann dies schmerzhafte Rötungen oder sogar Brandblasen verursachen. Daher ist es ratsam, die Lippen nach dem Genuss von Zitronenwasser sorgfältig abzuwischen, insbesondere wenn man vorhat, sich in der Sonne aufzuhalten. Bei Anzeichen von vitamin d mangel müdigkeit oder anderen gesundheitlichen Bedenken sollte stets ein Arzt konsultiert werden.
Fazit: Ist Zitronenwasser am Morgen sinnvoll?
Wer Zitronenwasser gut verträgt, kann es täglich auf nüchternen Magen trinken. Es schadet nicht, solange man die Regeln zum Zähneputzen beachtet und auf die Signale des Körpers hört. Das getrunkene Wasser am Morgen kann die Verdauung in Gang setzen, und der Zitronensaft kann den Geschmack des Wassers angenehmer machen. Das enthaltene Vitamin C trägt zur allgemeinen Gesundheit bei.
Ob Zitronenwasser jedoch tatsächlich ein besseres Hautbild bewirkt, beim Abnehmen hilft oder andere weitreichende positive Effekte hat, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Für optimale Gesundheit und Schönheit ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Fisch und Nüssen unerlässlich, betont Prof. Müssig. Es ist auch wichtig zu beachten, dass der Zitronensaft keinesfalls heiß sein sollte, da Vitamin C ab etwa 70 Grad Celsius zerstört wird. Lauwarm oder kalt ist am besten.
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Referenzen
- Wechsler, J. G. (Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner BDEM). Persönliche Einschätzung.
- Müssig, K. (Chefarzt am Franziskus-Hospital Harderberg, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie DGE). Persönliche Einschätzung.
- Adler, Y. (Berliner Dermatologin und Ernährungsmedizinerin DGEM). Persönliche Einschätzung.
- Choi, H. K., Curhan, G. (2009). The effect of vitamin C intake on the serum uric acid level: results from a randomized controlled trial. Arthritis & Rheumatism, 60(3), 661-667. Studie
- Samad, K., et al. (2015). Effect of lemon water on insulin resistance, body fat percentage, and cardiovascular risk factors in overweight and obese women. ScienceDirect (abstract). weitere Studie
