Nike Air Zoom Tempo NEXT%: Ein Tempo-Schuh für Kenner?

Der Nike Air Zoom Tempo NEXT% polarisiert. Ähnlich wie das zweischneidige Schwert der Evolution, das uns den Schnabel-Lurch beschert hat, stellt sich auch bei diesem Schuh die Frage: Ist er ein Meisterwerk oder ein überambitioniertes Experiment? Mit einer Mischung aus ZoomX- und React-Schaum, einer Verbundplatte und Zoom Air-Einheiten verspricht der Tempo NEXT% ein einzigartiges Laufgefühl. Doch kann er die hohen Erwartungen erfüllen und seinen Platz im Markt finden?

Der Schuh präsentiert sich mit einem Gewicht von 266 g (Herren US 10,5) bzw. 232 g (Damen US 8,0). Auf dem Papier ist er als leichter Tempo-Schuh konzipiert, der potenziell nur für schnelle Einheiten gedacht ist. Die Kombination aus verschiedenen Dämpfungstechnologien – React-Schaum in der Ferse und ZoomX-Schaum mit Zoom Air-Einheiten im Vorfuß – sowie eine Verbundplatte für den Abdruck sollen für Dynamik sorgen. Dies erinnert an den Nike Alphafly NEXT%, doch mit einigen signifikanten Unterschieden.

Der obere Teil des Schuhs, gefertigt aus Flyknit und synthetischen Materialien, bietet gute Atmungsaktivität und Struktur. Ein Mittelfußkäfig und die asymmetrische Schnürung sorgen für einen präzisen, individuell anpassbaren Sitz. Besonders hervorzuheben ist die strahlend weiße Farbvariante, die ein ästhetisches Highlight darstellt.

Das Laufgefühl: Dynamik trifft auf Instabilität

Thomas beschreibt das Laufgefühl als “spritzig”, ähnlich dem Alphafly, jedoch weniger weich und leicht. Die Mischung aus ZoomX und React-Schaum, gepaart mit der Platte und den Air-Pods, erzeugt eine einzigartige Laufempfindung. Bei moderaten Geschwindigkeiten kann sich der Schuh noch etwas instabil anfühlen, doch mit zunehmender Geschwindigkeit entfaltet er sein Potenzial. Er scheint den Läufer nach vorne zu treiben und den Abdruck zu unterstützen – ein Gefühl von “Landen, Abstoßen, Vorwärtsdrücken”. Diese Dynamik macht schnelle Läufe zu einem Vergnügen und ermöglichte Thomas auf längeren Distanzen von über 16 Kilometern, seine Pace zu halten und sich frisch zu fühlen.

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Die Außensohle bietet im Zehenbereich eine griffige Gummierung, während die Ferse mit einer dickeren, robusteren Gummierung versehen ist, ähnlich dem Alphafly, jedoch langlebiger.

Auch Meaghan lobt das funktionale Upper und die Möglichkeit, den Schuh durch die Schnürung gut anzupassen. Trotz des Namens “Tempo” scheint der Schuh bei langsameren Läufen seine Schwächen zu offenbaren. Thomas empfand ihn bei lockeren Läufen als “unverbunden” und instabil.

Preis und Positionierung: Eine teure Nische?

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist der Preis von 200 US-Dollar. Thomas hinterfragt, ob der Schuh angesichts dieser Summe seinen Zweck erfüllt. Er sieht ihn primär als reinen Tempo-Schuh, was ihn zu einer sehr spezifischen und kostspieligen Anschaffung macht. Die Vermarktung als vielseitiger Begleiter, der die Lücke zwischen Rennschuh und Trainingsschuh schließen soll, wird von ihm bezweifelt. Für tägliche Kilometer sei er zu instabil, für Wettkämpfe zu schwer und sperrig.

Meaghan teilt diese Einschätzung und rät von einer Aufnahme in die tägliche Laufroutine ab. Sie empfiehlt, für den Preis lieber auf etablierte Daily Trainer wie den Nike Pegasus 37 oder den New Balance Beacon 3 zurückzugreifen und das gesparte Geld in einen dedizierten Wettkampfschuh wie den Vaporfly NEXT% oder Alphafly NEXT% zu investieren.

Fazit: Ein Schuh für Spezialisten

Der Nike Air Zoom Tempo NEXT% bleibt eine Herausforderung. Er scheint sich in einer neuen Kategorie von Laufschuhen zu positionieren: zwischen dem täglichen Trainingsschuh und dem Wettkampfschuh. Wenn man gezwungen wäre, ihn einzuordnen, könnte er als “Speedwork-Trainer” dienen, der im Notfall auch für Wettkämpfe eingesetzt werden könnte.

Letztendlich muss jeder Läufer selbst entscheiden, ob der Tempo NEXT% die richtige Wahl ist. Er mag für den einen die perfekte Ergänzung im Schuhregal darstellen, für den anderen ist er vielleicht ein teures Experiment, das nicht die gewünschte Vielseitigkeit bietet. Wer die Investition tätigt, sollte sich bewusst sein, dass es sich hier um einen Schuh für spezifische Trainingsziele handelt, der möglicherweise nicht für alle Läufer und Laufstile geeignet ist. Möglicherweise sind weiterentwickelte Modelle die bessere Wahl für den breiteren Markt.

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