Die deutsche Rechtschreibung ist bekannt für ihre Komplexität, insbesondere wenn es um die Groß- und Kleinschreibung geht. Eine häufig gestellte Frage, die Sprachgefühl und echtes Interesse an der deutschen Sprache verrät, betrifft die korrekte Schreibweise von Verben nach dem kleinen, unscheinbaren Wort „zu“. Heißt es „etwas zu Trinken“ oder „etwas zu trinken“? Diese Frage führt uns tief in die grammatischen Bauprinzipien des Deutschen und beleuchtet die vielseitigen Rollen des Wörtchens „zu“.
Die Unsicherheit entsteht oft, weil Verben im Deutschen substantiviert und dann großgeschrieben werden können. Doch wann ist dies der Fall, und welche Rolle spielt „zu“ dabei? Um diese Frage systematisch zu klären, betrachten wir die verschiedenen Funktionen, die „zu“ im Satz einnehmen kann. Es ist dieses kleine „zu“, das den entscheidenden Hinweis darauf gibt, ob ein Verb danach groß- oder kleingeschrieben werden muss.
Das Multitalent „zu“: Drei grammatische Rollen
In seiner Entwicklung hat das Wort „zu“ drei verschiedene grammatische Funktionen im Satz übernommen: Es agiert als Konjunktion (Bindewort), als Präposition (Verhältniswort) und als Adverb (Umstandswort). Jede dieser Rollen hat ihre eigenen Regeln, die die Groß- und Kleinschreibung des folgenden Wortes beeinflussen können.
„zu“ als Umstandswort (Adverb)
Als Adverb bezeichnet „zu“ einen Zustand oder eine Eigenschaft und ist relativ leicht zu erkennen. In dieser Funktion hat „zu“ keinen Einfluss auf die Groß- oder Kleinschreibung eines Verbs, da es sich meist auf Adjektive oder andere Adverbien bezieht oder Teil fester Wendungen ist.
- „Die Tür ist zu.“
- „Mach den Mund zu.“
- „Ich bin einfach zu doof für Mathe.“
- „ab und zu“ (= manchmal)
In diesen Fällen steht „zu“ entweder für „geschlossen“ oder „mehr als richtig“ und hat keinerlei Verbindung zur Frage der Verbsubstantivierung. Selbst wenn man „zu viel trinkt“, bleibt „trinken“ kleingeschrieben, da „zu viel“ hier als Adverbialbestimmung fungiert.
„zu“ als Bindewort (Konjunktion): Der Infinitiv mit „zu“
Die Konjunktion „zu“ hat eine spezielle Aufgabe: Sie steht in Verbindung mit Verben in ihrer Grundform (Infinitiv) und leitet einen infinitiven Satzteil ein. Diese Kombination wird als „Infinitiv + zu“ bezeichnet. Das „zu“ bedeutet hier, dass ein untergeordnetes Verb im Infinitiv folgt.
Beispiele für „Infinitiv + zu“:
- „Ich bitte dich zu kommen.“
- „Statt zu antworten, verließ er den Raum.“
- „Ohne zu lernen, kann man den Test nicht bestehen.“
Oft tritt diese Kombination mit bestimmten Verben auf, die den „Infinitiv + zu“ geradezu verlangen:
- „Du brauchst nicht zu kommen.“
- „Wir wünschen den Chef zu sprechen.“
- „Opa pflegt nach dem Mittagessen ein wenig zu schlafen.“
Auch in Verbindung mit „es gibt“ oder dem Hilfsverb „haben“ im Sinne von „müssen“ oder „zur Verfügung haben/können“ ist der „Infinitiv + zu“ häufig:
- „Es gibt viel zu tun / zu lernen.“
- „Soldaten haben zu gehorchen!“
- „Ich habe auch etwas zu sagen.“
Hier kommt unser Schlüsselbeispiel ins Spiel: „Wir gehen zu Ulfs Gartenparty. Da gibt es bestimmt viel zu trinken und lecker zu essen.“ oder „Habt Ihr etwas zu trinken?“ In all diesen Fällen wird das Verb kleingeschrieben, da es sich um einen reinen Infinitiv handelt, der von der Konjunktion „zu“ eingeleitet wird.
Der „Infinitiv + zu“ kann auch mit „sein“ kombiniert werden, um „möglich“ oder „erforderlich“ auszudrücken:
- „Der Lehrer ist nicht zu verstehen.“
- „Das ist nicht zu glauben.“
- „Das verschimmelte Brot ist nicht mehr zu genießen, und der Wein ist sauer und kaum noch zu trinken.“
Manchmal steht der Infinitiv auch mit „um…zu“, um einen Zweck auszudrücken. Diese sind für die Rechtschreibung unproblematisch, da das Verb immer kleingeschrieben wird: „Wir gehen in die Kneipe, um etwas zu trinken: vielleicht Kaffee, Wasser oder Bier.“
„zu“ als Verhältniswort (Präposition)
Die dritte wichtige Rolle von „zu“ ist die als Präposition. Präpositionen bezeichnen Verhältnisse wie Lage, Richtung, Zeit oder Zustand. Sie stehen oft vor einem Substantiv oder Pronomen. Hier liegt die Tücke: Obwohl Präpositionen Substantive begleiten, wird nicht immer großgeschrieben, was nach einer Präposition folgt.
Ein klares Zeichen für ein folgendes Substantiv sind die Zusammenziehungen „zum“ („zu dem“) und „zur“ („zu der“), oder „zu den“. Artikel sind bekanntlich Begleiter von Substantiven, und Substantive werden immer großgeschrieben.
- „Wir gehen zu Ulf zur Party.“
- „Wir gehen zu Bett.“
- „zum Arzt bringen.“
„Zu“ kann auch eine Zeit oder Zustandsänderung bezeichnen: „zur Zeit“, „zu Mittag“, „zu Asche verbrennen“. Es kann Zahlenverhältnisse ausdrücken („2 zu 1“) oder ein Ziel bzw. einen Zweck: „zum Beispiel“, „zum Wohl!“, „zu unserer vollsten Zufriedenheit“. Hier wird bereits deutlich, wie eng die Präposition „zu“ mit der Substantivierung von Verben verknüpft sein kann.
Die Sache mit der Substantivierung
Im Prinzip kann jedes Wort im Deutschen zu einem Substantiv gemacht werden – eine sogenannte Substantivierung. Bei Verben geschieht dies oft durch das Anhängen von „-ung“ (z.B. „Belohnung“, „Begeisterung“) oder durch die Verwendung des bestimmten Artikels „das“ vor der Grundform des Verbs.
- „Nach 2 Stunden wird das Spielen langweilig.“
- „Das Wandern ist des Müllers Lust.“
Diese Substantivierungen werden immer großgeschrieben. Der entscheidende Punkt für unsere Frage ist, dass Substantivierungen auch mit Präpositionen und (oft zusammengezogenen) Artikeln auftreten können:
- „Wasser ist zum Waschen da.“
- „Ich brauche etwas zum Anziehen.“
- „Papier zum Schreiben.“
Und hier kommt die Auflösung für unser Ausgangsproblem: „Wir müssen etwas zum Essen einkaufen und wir brauchen Blubberlutsch zum Trinken.“
Der entscheidende Unterschied: „zu“ vs. „zum“
Das kleine Wort „zu“ gibt uns nicht direkt preis, ob es als Konjunktion oder Präposition agiert. Doch ein kleines Detail verrät es:
- „zu“ + Grundform/Infinitiv vom Verb ohne Artikel: Hier handelt es sich um die Konjunktion „zu“, und das Verb wird kleingeschrieben.
- Beispiel: „Wir kaufen oder haben etwas zu essen und etwas zu trinken.“ (Bedeutung: was wir essen und trinken können)
- „zum“ (d.h. „zu“ + „dem“) + Grundform vom Verb: Das Verb wurde substantiviert und wird daher großgeschrieben.
- Beispiel: „Wir kaufen oder haben etwas zum Essen und etwas zum Trinken.“ (Bedeutung: damit wir essen und trinken können – es bezeichnet den Zweck)
Das angekoppelte „-m“ als Rest vom Artikel „dem“ ist der entscheidende Hinweis. Da die Präposition „zu“ immer den Dativ nach sich zieht und der Dativ von „das“ nun einmal „dem“ ist, kommt hier nur „-m“ bzw. das Wort „zum“ in Frage.
Die Kurzregel lautet also: „zu“ ohne alles + Infinitiv bedeutet Kleinschreibung, auch wenn es fast wie „zum“ + Infinitiv aussieht und fast dasselbe bedeutet.
Kleine Fallen in der Rechtschreibung
Die Rolle von „etwas“
Manchmal kann das Wort „etwas“ Verwirrung stiften. Es kann tatsächlich ein Wort zu einem Substantiv machen, allerdings nicht bei Verben, sondern bei Adjektiven in Kombination mit „nichts“ und „alles“:
- „alles Gute zum Geburtstag“
- „Über Verstorbene soll man nichts Schlechtes sagen.“
In unserem Beispiel mit „etwas zu trinken“ steht „etwas“ jedoch allein mit dem Verb. Es beeinflusst die Substantivierung des Verbs hier nicht direkt. Wenn wir ein Adjektiv substantivieren wollen, müsste es heißen: „Wir möchten etwas Kaltes zu trinken.“ Hier wurde „Kaltes“ substantiviert.
Substantivierung ohne sichtbare Begleiter
Eine weitere Gemeinheit lauert bei der Substantivierung von Infinitiven, die ohne „zu“, „das“ oder „-m“ auskommen, aber aufgrund ihrer Stellung und Funktion im Satz dennoch nach Substantivierung riechen.
- „Parken verboten!“ (Am Satzanfang wird sowieso großgeschrieben)
- „Hier ist Parken verboten!“ oder „Hier ist parken verboten?“
Die Unsicherheit entsteht, weil „Parken“ hier das einzige mögliche Subjekt des Satzes wäre. Ohne ein Subjekt (egal ob Substantiv, Pronomen oder ein Nebensatz) ist ein Satz unvollständig. Man kann eine Probe machen, indem man gedanklich „das“ oder „zu“ vor das Verb setzt. Meist klingt „das Parken“ oder „zu parken“ plausibel.
Die meisten, insbesondere Polizisten, würden hier „Parken“ großschreiben, da es als klares Subjekt den Satz eindeutig macht. Eine Kleinschreibung, die den Infinitiv betont, ist aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen, wenn auch unüblicher.
Ähnliche Fälle sind:
- „Im Abi ist Schummeln gefährlich.“ (Hier kann „Schummeln“ als Subjekt interpretiert und daher großgeschrieben werden.)
In solchen Fällen ist die Großschreibung des Verbs als Substantivierung die präferierte Wahl, um die Satzstruktur klarer zu gestalten.
Anhang: Über Grammatik und Rechtschreibung – Eine deutsche Perspektive
Grammatik und Rechtschreibung sind mehr als nur starre Regeln; sie sind das Gerüst, das unsere Kommunikation trägt und präzisiert. Obwohl Kinder ihre Muttersprache intuitiv erlernen, ohne die grammatischen Regeln benennen zu können, ist die Rechtschreibung eine andere Herausforderung.
Ist Rechtschreibung noch wichtig?
Die Rechtschreibung, insbesondere die Groß- und Kleinschreibung, war und ist in Deutschland oft eine soziale Hürde. Kinder, die in einem Lese-Umfeld aufwachsen, entwickeln oft ein intuitives Gefühl für die „richtige“ Schreibweise. Andere müssen sich die komplexen Regeln und Ausnahmen mühsam aneignen. Viele Reformer haben versucht, die Großschreibung zu vereinfachen, ähnlich wie in anderen europäischen Sprachen, wo nur Satzanfänge und Namen großgeschrieben werden. Dies stieß jedoch auf Widerstand bei den „Hütern der Sprache“.
Im Zeitalter des Internets und digitaler Schreibhilfen haben sich die Möglichkeiten zur Beherrschung der Schriftsprache demokratisiert. Doch Vorsicht ist geboten: Automatische Rechtschreibprüfungen wissen nicht immer, was man wirklich schreiben will. Sie basieren auf statistischen Häufigkeiten und können die Nuancen der Grammatik nicht immer erfassen. Es ist daher ratsam, die Autokorrektur kritisch zu nutzen und lieber Zeit in das Lesen und Nachdenken zu investieren. Eine fundierte Kenntnis der Regeln, wie wir sie hier für die janssons versuchung essen und trinken oder andere kulinarische Themen nutzen, ist immer von Vorteil.
Wieviel Grammatik braucht der Mensch?
Die Frage, wie viel Grammatik notwendig ist, wird oft kontrovers diskutiert. Grammatik ermöglicht es uns, mit einer begrenzten Anzahl von Wörtern unendlich viele und komplexe Gedanken auszudrücken. Wer eine Sprache ohne Kenntnis ihrer Verknüpfungsregeln spricht, kann schnell missverstanden werden.
Sprachen entwickeln sich unterschiedlich: Während Englisch sehr präzise in seinen Zeitformen und der Satzgliedstellung ist, besitzt das Deutsche mehr grammatische Endungen, die für Nicht-Muttersprachler eine Herausforderung darstellen können. Mark Twain spottete einst über „die Schrecken der deutschen Sprache“ und ihre komplexen Deklinationsformen.
Grammatik ist keine Erfindung von Sprachwissenschaftlern am Schreibtisch, sondern ein historisch gewachsenes System, das sich durch den täglichen Gebrauch ständig weiterentwickelt. Lebendige Sprachen sind komplex, ihre Regeln spiegeln die vielfältigen Analogien und Ausnahmen wider, die im Laufe der Zeit entstanden sind.
Machen wir die Probe aufs Exempel:
- „Morgens auf dem Weg zur Schule kann ich nicht aufhören, an dich zu denken.“ (Mit Grammatik)
- „Nicht Morgen Schule Weg ich du denken aufhören können.“ (Ohne Grammatik)
Die erste Version ist „anschlussfähig“; sie ermöglicht eine kommunikative Reaktion wie „Mir geht es genauso.“ Die zweite Version bietet kaum eine Chance zur Verständigung.
Grammatik mag manchmal trocken erscheinen, aber sie ist der Schlüssel zur präzisen und effektiven Kommunikation. Für alle, die sich für die Feinheiten der deutschen Küche und Sprache begeistern, ob es um couscous salat essen und trinken geht oder die Regeln hinter einem „Glas Bier“, ist ein klares Verständnis der Sprache unerlässlich. Wenn man weiß, dass man in einem haus der biere „etwas zum Trinken“ bestellen kann, versteht man nicht nur die Grammatik, sondern auch die kulturelle Erwartung. Gleiches gilt für die Zubereitung von kalorienarme sattmacher oder leichte rezepte, wo Präzision sowohl im Rezept als auch in der Sprachbeschreibung zählt.
Fazit: Grammatik als Grundlage präziser Kommunikation
Die Frage, ob „etwas zu Trinken“ oder „etwas zu trinken“ korrekt ist, führt uns tief in die Logik der deutschen Grammatik. Wir haben gelernt, dass das scheinbar unschuldige Wörtchen „zu“ eine zentrale Rolle spielt. Ob wir ein Verb danach groß- oder kleinschreiben, hängt davon ab, ob „zu“ als Konjunktion einen Infinitiv einleitet (dann kleingeschrieben) oder ob es als Präposition in Verbindung mit einem Artikel (oft als „zum“ zusammengezogen) eine Substantivierung des Verbs anzeigt (dann großgeschrieben).
Das Beherrschen dieser Regeln mag anspruchsvoll erscheinen, ist aber für präzise und unmissverständliche Kommunikation im Deutschen unerlässlich. Es geht nicht nur darum, „verstanden zu werden“, sondern darum, sich differenziert und korrekt ausdrücken zu können. Dies ist besonders wichtig auf Plattformen wie Shock Naue, wo wir uns bemühen, zuverlässige und detaillierte Informationen über die deutsche Ess- und Trinkkultur zu bieten. Bleiben Sie neugierig, lernen Sie weiter und genießen Sie die Vielfalt der deutschen Sprache!

